Für die lieben Patienten:

Willkommen im Irrenhaus
"Wieder eine einsame Nacht. Wieso passierte nichts aufregendes? Wieso hatte alles Tag für Tag denselben Ablauf? Wieso war sie die einzige hier? Wieso kam es ihr so vor? Es wurde dunkel. Sie brauchte etwas zu essen. Sollte sie eines der Kaninchen fragen? Nein, die Kaninchen ignorierten sie immer. Sie hielten sich für etwas besseres, obwohl Cathy sie seit Jahren durchfütterte. Und immer wenn Carolyn zu ihnen ging, verkrochen sie sich in ihren Hütten. Das war einfach unfair. Wenigstens konnten sie ihr zuhören, wenn sie Kummer hatte, wegen des Mannes. „Ich rufe meine Mutter an.“ Sprach sie zu ihren Kaninchen. Dann lief sie zum Telefon und wählte die altbekannte Nummer. „Tuuuuut“, machte Carolyn, immer und immer wieder, bis sie schließlich auflegte. „Ach stimmt...sie ist im Urlaub...so meine Freunde...ich werde nun einen Film schauen. Kommt ihr mit?“ Sie antworteten nicht...wie immer. „Wieso verurteilt ihr mich? Was habe ich euch angetan?“ Keine Antwort. Mit traurigem Seufzen lief sie ins Wohnzimmer und setzte sich auf ihren Lieblingssessel. Er hatte die Form eines riesigen Teddybären...so wie sie früher einen riesigen Teddybären gehabt hatte. Wie jeden Abend drehte sie den Sessel in Richtung Fenster und genoss die wunderschöne Aussicht. „Cathy? Willst du uns nicht etwas Popkorn machen?“ Doch auch Cathy antwortete nicht. Ihre Beziehung war in ihrem Grundstein erschüttert worden, eben wegen dieses Mannes. Seit dem redeten die beiden nicht mehr miteinander. „Du musst aufhören sauer auf mich zu sein.“ Murmelte Carolyn ein letztes Mal, bevor sie ihren Gedanken verfiel und ihr Blick auf die Aussicht draußen fiel, wo sich hungrige Möwen auf den Wellen treiben ließen." - Doctor Parranoia

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