Abendfrage 05.06.15: Siehst du dich als einen sehr kooperativen Menschen an oder bist du eher danach bestrebt, deinen eigenen Kopf durchzusetzen? Hast du lieber deine Ruhe oder bist du gern unter Menschen? Oder spielt es für dich gar keine Rolle? Warum könnte dies so sein?

Das Rosarote Badeschaf
Ich bin nach eigener Einschätzung weder richtig gesellschaftstauglich noch teamfähig. Ich kann mich im Normalfall nicht auf die Kooperation mit anderen Menschen einlassen, weil ich permanent das Gefühl habe, dass das aus der Zusammenarbeit resultierende Ergebnis mangelhafter ist als es das Resultat meiner alleinigen Arbeit wäre. Das war schon damals während meiner Schulzeit so: sobald irgendwelche Gruppenarbeiten anstanden, habe ich die Zusammenarbeit mit meinen ehemaligen Klassenkameraden gänzlich verweigert. Entweder durfte ich dann mein Zeug alleine machen oder ich hab' mich mit der 6 zufrieden gegeben, die mir jedes Mal angekündigt wurde, ich allerdings - aus welchen Gründen auch immer - nie wirklich erhalten habe.
Aber auch im außerschulischen Bereich bin ich nur höchst selten zu Kooperationen jeglicher Art imstande. Beauftragen mich beispielsweise Verwandte oder Familienmitglieder damit, bei irgendwelchen anfallenden Arbeiten in Garten oder Haus mitzuwirken, können sie darauf meist vergeblich warten – vor allem, wenn sie nicht einmal dazu bereit sind, mich für meine Bemühungen entsprechend zu bezahlen. Ich nehme dann stets nur die Rolle des stillen Beobachters ein, der das ganze Geschehen amüsiert mitverfolgt, sich aber nicht aktiv daran beteiligt.
Verallgemeinernd kann man sagen: Wenn das Erledigen einer bestimmten Aufgabe keinen unmittelbaren Selbstzweck für mich hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich daran beteilige, verschwindend gering.
Im Großen und Ganzen habe ich lieber meine Ruhe und bin liebend gern allein. Trotzdem habe ich überhaupt kein Problem damit, mich in großen Menschenmengen aufzuhalten, vorausgesetzt, diese Leute sind mir völlig fremd und allesamt mit ihresgleichen beschäftigt, sodass sie meine Wenigkeit in Frieden lassen und keinen Kontakt zu mir aufbauen wollen. Aber sobald mich jemand anspricht, um nach für mich vollkommen irrelevanten Dingen wie etwa der Uhrzeit, einer Wegbeschreibung oder dem Datum zu fragen, ist meine Sympathie für jenen Menschen noch genauso wenig vorhanden wie meine Gelassenheit, was dann häufig dazu führt, dass ich der betroffenen Person keine einzige ihrer Fragen beantworte und sie einfach ignoriere, bis sie nach einer gewissen Zeit resigniert hat, dass sie für so etwas bei mir wohl an der falschen Adresse ist und enttäuscht von dannen zieht, um sich an jemand anders zu wenden.
Was ich hingegen überhaupt nicht leiden kann, ist die Gesellschaft weniger Leute, welche alle einen Bezug zu mir haben und permanent etwas mit mir zu tun haben wollen.

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