Ask @Gehirn_Zelle:

Hier gewittert es gerade heftig. Empfindest Du Gewitter als entspannend, romantisch oder Furcht einflößend?

♡*Maikes Freitags-Fragen*♡
Gewitter empfinde ich als höchst atmosphärisch und imposant. Das Donnergrollen machte mir in seiner gewaltigen Lautstärke bereits als Kind Angst. Und trotzdem klebte ich meist an der Fensterscheibe und bestaunte das Naturschauspiel. Geändert hat sich heute auch kaum etwas. Lediglich den Blitz scheue ich mehr, während Regen in jedweder Form angenehm schmeichelnd wirkt. Prasselnd, stechend oder in dicken Tropfen, solange ich nicht gerade irgendwo trocken ankommen muss, genieße ich ihn.
Romantisch ist mir ein Gewitter im Beisein eines geliebten Menschen, der Ruhe ausstrahlt und gewissermaßen mein angespanntes Händchen hält.

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Wieso lehnt der Mensch die Fantasie so sehr ab und wendet sich lieber der traurigen Realität zu? Warum werden Menschen die "in ihrer eigenen Welt" leben belächelt, selbst wenn dies sie glücklich macht?

Ich denke es verhält sich umgekehrt. Der Mensch lehnt die Realität ab und wendet sich lieber der Fantasie zu. Die Fantasie als das Allumfassende zu sehen, lässt am Leben vorbeigleiten. Das Glück in den Wolken zu finden, heißt auch, dass es unerreichbar fern vom eigenen Inneren ist. Vielleicht kann man sich in einer Fantasiewelt so sehr verlieren, dass es ausreicht. Mir fällt es nur sehr schwer zu glauben, dass diese Vorstellung wirklich erfüllt und dauerhaft retuschieren kann. Spätestens wenn man wirklich träumt, holt einen die Realität des Unterbewusstseins schonungslos ein.
Belächelt gehört mir diese Realitätsflucht in keiner Weise. Im Extremen finde ich sie persönlich Besorgnis erregend, weil nichtsdestotrotz das Leben samt den alltäglichen Dingen bestreitet werden muss. Im Lustwandeln eines freien Raums, finde ich es wiederum bereichernd. In einer Fantasiewelt zu erblühen, lässt neue Kraft und Kreativität schöpfen, Schaffensprozesse erwecken und beflügeln, eine kleine Auszeit für die Seele nehmen. Diese Dinge machen auch sehr wohl glücklich. Allerdings bleiben sie auch nicht im Himmel hängen, sondern ummanteln die monoton und blass gewordene Lebensweise des Alltags und stellen einen erfrischenden Quell für den müden Geist dar. Nur darin ertrinken, sollte man tunlichst vermeiden. Glück sprudelt nur aus uns selbst. Verloren in einer Illusion, bleibt man leer.

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Inwiefern unterscheidet sich deine Ask-Präsenz von deinem Auftreten und Verhalten außerhalb des Internets?

Majo
Ok, ich vereinfache das …
Real: Ich winke mit einem „naja, auf ask suche ich freie Entfaltung und bin offener in meiner Gedanken- und Gefühlswelt“ ab.
Ask: Ich mache mir minutenlang Gedanken, wie ich die Unterschiede darlege, auf was ich alles eingehen sollte und wie ich es formuliere, damit es verständlich wird. Daneben reflektiere ich, komme zu Schlussfolgerungen, spinne weitere Gedanken, gliedere sie in bestehendes Wissen ein, spiele Bilder durch, ordne sie Wörtern zu, verwerfe das Ergebnis, weil es mir zu unstrukturiert ist und viel zu viel Inhalt hat. Sortiere mich, überlege von vorne, was ich nun alles sagen will, verliere die Lust daran, atme durch und packe den Ehrgeiz am Schopf, die Zeit nun nicht nur für mich aufgewendet zu haben, sondern eine Antwort zu geben.
Ergebnis: Offensichtlich bin ich real simpler gestrickt. Oder oberflächlicher aus Gründen. Die ich mir dann auf ask in Ruhe und schriftlich erarbeiten würde. Ganz ohne Scheu, tendenziell aber unnahbar. Real hättest du mit Sicherheit ein warmes Lächeln für deine Frage erhalten.

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Wo hast du das meiste von deinem jetzigen Können und Wissen gelernt?

Nachdem man ja überall lernt und dabei auch nichts statisch bleibt, sondern sich fließend miteinander ergänzt, würde ich zumindest in der Tragweite sagen, auf dem Schlachtfeld eingehender (Selbst)Reflexion, Hinterfragung und Bewährung in der Praxis (Über)Leben.

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1.5.2017 Warum weinst du?

unknown questions
Vermutlich weil ich ein rührseliges, mitfühlendes und viel zu empfindliches dummes Ding bin, welches sich in Ängsten verstrickt, zu viele Wünsche, Erwartungen und Gefühle hegt, bei emotionaler Überflutung die Kanalisation braucht und nicht anders kann, außer in Reglosigkeit zu verfallen, deren Kargheit mir noch mehr zu wider ist. Ach, und ich kann aus Freude weinen, die das Herz auf schöne Art ergreift.

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Hat Kunst einen Sinn?

Vielleicht sogar den höchsten, der dem Leben Sinn verleiht.
Kunst ist Selbstverwirklichung, Selbstfindung und manchmal auch Selbsterkenntnis. Sie geht Wege des Unaussprechlichen, ergreift das menschliche Herz und beflügelt die Seele in ihrer Illusion von Freiheit.

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Hast du heute schon gelebt?

Der Graf
Ich bin nicht tot, ich lebe.
Wie willst du mir das beweisen?
Unnötig. Es ist, wie es ist.
Das ist nur Existenz.
Existenz ist leben.
Nein. Existenz ist nur Dasein.
Dasein ist da sein, ist nicht tot sein.
Nicht tot sein, ist nicht leben.
Was ist leben?
Spüren. Fühlen.
Tue ich.
Sicher? Und was spürst du? Was fühlst du?
Viel. Sehr viel.
Zu viel?
Vielleicht.
Vielleicht? Was nimmst du wahr?
Ist das nicht irrelevant? Meine Wahrheit muss nicht die deine sein.
Dann kannst du es nicht beweisen.
Beweisen, was?
Nicht tot zu sein, zu leben.
Sagte ich bereits. Es ist unnötig.
Ja, es ist unnötig. Irrelevant. Und bedeutungslos geworden.
Das klingt nicht nach einer Frage.
War es auch nicht. Es war eine Antwort.
Ich stellte keine Frage.
Nein, du blicktest dir nur in die Augen.
Aber sie sagen nichts.
Nein, sie sind leer.
Ich lächle. Das Bild regt sich. Ich bin nicht tot.
Und ich bin nicht lebendig.

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Wann bist du zuletzt über deine Grenzen hinaus gegangen?

Vik
Ich stecke mittendrin, ist irgendwie der falsche Wortlaut. Allerdings wäre ein fester Zeitpunkt nie in der Bewegung, und du fragtest ja nach dem Intervall des Gehens und nicht nach der Hürde, vor der ich stand oder der Mauer, die ich hinter mir ließ.
“Nur wer das Labyrinth verlässt, kann glücklich sein, doch nur der Glückliche vermag ihm zu entrinnen.”
Um über Grenzen hinauszugehen, muss ich erst das Labyrinth in mir überwinden. Grenze wie Labyrinth bin ich selbst, womit ich mich fortwährend entwickle und über mich hinauswachse. Die Frage stellt sich mir mehr darin, wann war ich mir dessen zuletzt bewusst? Ich habe dir auch hier keine exakte Zeitangabe, zumal mich völlige Bewusstheit Zeit vergessen und im Augenblick weilen lässt. Es liegt jedoch so kurz zurück, so nah im Empfinden, dass die bangen Herzschläge noch nicht verklungen sind. Und sie werden es noch lange nicht sein …

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