Ask @HannaR:

Manchmal überkommt mich, völlig ohne Grund ein Gefühl absoluter Traurigkeit und ich fühle mich einsam. Kennst du das? Wenn ja: wie gehst du damit um?

ialociN
Ja kenne ich
Ich nehme mir dann so viel Zeit, wie ich brauche, um meine Emotionen rauszulassen und über die Gründe nachzudenken - auch wenn einem plötzliche Traurigkeit oft grundlos erscheint, hat sie ja immer irgendwo ihren Impuls. Wenn einem dieser gerade nicht klar ist, sind es meist ganz viele kleine Dinge, über die man den Überblick verloren hat. Das summiert sich allerdings natürlich zu einer gewaltigen Belastung.
Mir helfen dann immer Bewegung, Natur und Einsamkeit.

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DU bist echt cool hahah ich habe einen veganen Freund der dauernd ersatzprodukte konsumiert. Wie lächerlich fidest du das?

So wie manche Fragen formuliert sind, bin ich mir noch unschlüssig, ob die jeweiligen Mitmenschen einfach dämlich sind oder nach dem Motto "Du kannst nur intelligent ODER anonym sein" leben.
Ich finde den Konsum von Ersatzprodukten überhaupt nicht lächerlich. Veganer entscheiden sich i.d.R. ja nicht gegen den Geschmack oder die Konsistenz der Tierprodukte, sondern dagegen, dass Tiere für ihren Genuss leiden müssen oder dass die Umwelt für die Tierhaltung ein ganz bescheidenes bisschen untergeht. Klar sollte man sich nicht nur von Tofu und Sojamilch ernähren, aber genauso wenig sollte man seinen Teller nur mit Steak und Käse füllen. Zu einer ausgewogenen veganen Ernährung können durchaus gesunde Ersatzprodukte herangezogen werden.
Aber weißt du, was ich lächerlich finde?
Menschen, die ihren eigenen Hintern nicht hochbekommen, etwas in ihrem Umgang mit anderen Lebewesen zu bessern und dann anfangen, bei denen rumzumäkeln, die sich um eine gerechtere Welt bemühen.

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Ich frag jetzt mal random Leute die auf mich talentiert und schlau wirken: Wie zieht ihr es durch, eurer Können stetig auszubauen? Ich raff mich einfach zu nichts auf

Zuerst bedanke ich mich für das Kompliment: Danke
Die Fähigkeiten, die ich habe bzgl. meiner Instrumente, dem Umgang mit Allgemeinwissen etc. resultieren einfach aus dem, was ich sowohl zu Entspannung als auch zum Zeitvertreib mache. Lesen, musikalisch improvisieren, über interessante Themen recherchieren, mit schlauen Leuten diskutieren. Dazu hatte ich auch einfach das Glück, dass ich in der Oberstufe die meisten Fächer sehr interessant fand, wahnsinnig gute Lehrer hatte und kein Bulimie-Lernen fabriziert habe - dadurch ist mir aus Wirtschaft, Sozialkunde, Geschichte und Philosophie ein vollständiges Grundkonzept mit seinen Zusammenhängen geblieben.
Vielleicht kann ich dir ein paar Tipps geben:
1. Finde Themen, die dich ganz individuell begeistern und über die du dich neu definieren kannst.
2. Mach dir keine abstrusen Dauerpläne wie "Ich lerne jetzt jeden Tag 10 neue Englischvokabeln" oder "Ich mache ab heute jeden Morgen Yoga". Das wird zu 99% spätestens nach einer Woche scheitern.
Sag dir lieber: "Ich erweitere meinen Horizont ab jetzt täglich. Völlig egal durch was". TU einfach irgendwas. Den einen Tag Gitarre, übermorgen Joggen, darauf kreatives Schreiben. Irgendwann pendeln sich deine Interessen ein und du gelangst in eine meditative "Laube" der Konzentration, in der es dir gelingt, richtige Fähigkeiten zu erlangen.
3. Leg verdammt nochmal das Handy weg und such dir nicht noch eine Serie, die dich abhängig macht. Lass Langeweile zu. Nur so kannst du neue Inspiration finden. Reizüberflutungen sind entwicklungstötend.
4. Ein Tipp, den ich selbst mal wahrnehmen sollte, weil ich völlig darin versage: Geh früh schlafen und stehe früh auf. Klingt banal, wirkt aber Wunder.
5. Setz dir keine unrealistischen Ziele. Es geht nur darum, etwas zu tun. Niemandem bringt es was, seine Zeit damit auszufüllen, sich alles vorzunehmen und dann enttäuscht zu sein, dass man nichts auf die Reihe gekriegt hat. Es geht um das MACHEN, nicht um das WERDEN. Es geht nicht um deine Sommerfigur, sondern um die Aktivität und die erfrischende gesunde Ernährung. Es geht nicht um das Können oder Wissen, sondern um Konzentration und die Begeisterung.

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Ja krass. Ich wurde in London von Ed Winters (das ist ein veganer Aktivist) auf der Straße angesprochen und er hat mich dabei direkt voll überzeugt. Auch aus den gleichen Gründen und es hat auch eine Weile gedauert. Danke für die schöne Antwort

Rhetorisches Stilmittel
Neeeein nicht im Ernst. Wie cool ist das denn bitte? Ich LIEBE Ed Winters mehr als öliges Ofengemüse. Vermutlich sollte ich mich in den Londoner Straßen mal penetrant wie eine eingeschworene Nuggets-Liebhaberin verhalten (wie auch immer das gehen soll), nur um von ihm angesprochen zu werden hihihi

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Hallo! Ich bin letzten Winter auch zum Veganismus "konvertiert" und ich finde deine Antworten richtig gut, zusammenfassend und überzeugend, was das Thema betrifft. Wie genau bist du eigentlich vegan geworden? Und aus welchen Gründen?

Rhetorisches Stilmittel
Wow - herzlich willkommen bei den moosbewachsenen Grünfinken! <3
Vielen lieben Dank für das Kompliment - das freut mich sehr.
So genau weiß ich das ehrlich gesagt nicht mehr. Meine Schwester fing an, sich vegan zu ernähren und dadurch bin ich darauf gekommen, über dieses furchtbar interessante Thema zu recherchieren. Das war ein "Mind blow" nach dem anderen.
Ich war auch lange verwirrt, welche Ernährung jetzt eigentlich die "richtige" sein soll, weil jeder Ernährungsguru was anderes sagt und alles sich widerspricht.
Der Veganismus hat mich deshalb überzeugt, weil er sich durch die eigene Logik begründen lässt - man muss halt nur zulassen, dass sich alles, was man traditionell über Essen geglaubt hat, möglicherweise Bullshit ist.
Wie etwa die Sache mit der "frischen Vollmilch" und "Ein Mann braucht Fleisch und Hühnerperioden".
Dann fing ich an, mir Vegan ist ungesund ( https://www.youtube.com/channel/UCURHLn3nl9AFVeD1G0lnlaw/videos ) anzuschauen, weshalb der ethische Aspekt mit voller Wucht dazu kam und mir klar wurde, dass ich die wirtschaftliche Nutzung von Tieren nicht unterstützen darf - ja sogar lieber dagegen protestieren sollte. Mutterkühe, die von ihren frischgeborenen Babys direkt nach der Geburt getrennt werden und wochenlang vor Sehnsucht schreien? Schweine, die mit offenen Frakturen in ihrem eigenen Mist verenden? Schafe, die gewaltsam geschoren werden und dabei teilweise ganze Gliedmaßen verlieren oder auf den Transportschiffen vor Hitze und Stress sterben?
Von der Ökologie auch mal ganz zu schweigen - wie viele Liter Wasser für ein Steak oder ein Glas Milch draufgehen und dass die Tierhaltung schlimmere Umweltschäden mit sich bringt, als das gesamte globale Verkehrsnetz (Transportschiffe, Flugzeuge - alles) hat mir klar gemacht "You can't be a non-vegan Environmentalist".
Am Anfang der Recherche wurde ich direkt vegetarisch - ein halbes Jahr später durch einen schrittweisen Prozess vegan. Ich habe das also nicht von einem Tag auf den nächsten beschlossen - es war dann einfach so.

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hiho ich möchte nächstes Schuljahr anfangen ein Instrument zu spielen :) Würdest du mir eher zum Klavier, Gitarre oder Ukulele raten für total unmusikalische Anfänger?

Sollte bei dir irgendwann die Entscheidung zwischen Gitarre und Ukulele liegen, dann nimm lieber die Ukulele, um erstmal ein Gefühl dafür zu bekommen. Sie ist handlicher, die Akkorde einfacher zu spielen und sie klingt nicht so penetrant, wenn es am Anfang noch etwas schief ist :D
Klavier finde ich persönlich sehr praktisch. Man ist dazu gezwungen von Anfang an mit BEIDEN Händen gefühlvoll zu spielen und das Tastensystem ist schön anschaulich und einprägsam für die Musiktheorie - meines Erachtens lässt es sich damit einfacher rechnen, aber ich weiß ja nicht, wie weit du mit der Musik gehen möchtest.
Bist du denn eher der Typ, der Melodien spielen oder begleiten möchte?
Wenn du so der Klassiker bist und nach Noten spielen willst fände ich natürlich das Klavier passender, als Begleitinstrumente Ukulele und Gitarre (sind auch dezent einfacher ans Lagerfeuer zu transportieren). Aber nichts gegen das Klavier als Begleitsinstrument - darauf macht vor allem das Improvisieren richtig Spaß. Aber ich bin da auch etwas parteiisch, weil das Klavier bei mir schon immer Nummer eins war. An meinen Freunden habe ich allerdings erkannt, dass es für "Nichtmusiker" am leichtesten ist, etwas mit der Ukulele anzufangen.

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Aber ist es nicht anstrengend alle abzulehnen die Tiere ausnutzen? Ich meine das macht ja so gut wie jeder

Was interpretierst du eigentlich so einen Unsinn in meine Antworten rein? :D
Abgesehen von 4 Veganern und einer Vegetarierin sind alle meine Freunde und Verwandten gebürtige Fleischesser und Lederwarenträger. Ich lehne doch nicht den Rest der Welt ab, weil ich von frischem Frühlingsrasen lebe - wo kommen wir denn da hin.

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Ist so ne Art Fetisch, ob man es glauben mag oder nicht. Ich kann mir aber auch besseres vorstellen, was man in dieser Region so machen könnte.

ialociN
Also mir ist die BDSM-Ecke schon bekannt, aber das finde ich schon ziemlich hart - natürlich abhängig von der Stärke des Trittes 😅 Naja gut, ich trinke jetzt mal entspannt meinen Kaffee

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+4 answers in: “Wenn jemand eine Wette verloren hat und dich bitten würde ihm deswegen zwischen die Beine zu treten, würdest du es machen? 🤔 Ich mein so feste wirst du ja eh nicht treten können 😅”

Genau das ist diese eine Sache die ich an veganern nie verstehen werde. DIe Tiere haben doch nicht so ein ausgeprägtes Bewusstsein wie wir. glaubst du, die würden merken dass sie zum Objekt werden und den drang nach Emanzipation bekommen oder wie?

Mir geht es nicht darum, dass es die Würde der Tiere verletzt, wenn man sie als Eigentum kauft. Wie gesagt, geht es mir um das Leid.
Sobald Tiere zu Geld werden, kümmert sich ein Unternehmen nur noch um die Gewinnmaximierung und nicht um die Tiere. Die Katze oder die Kuh wird zwar nicht wahrnehmen, dass jemand sie besitzt; aber sie wird sehr wohl merken, dass sie in ihrem Käfig keinen Platz hat, dass man sie von ihren Kindern trennt oder dass sie das Sonnenlicht nicht sehen darf.

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Haustiere sind aber toll. Auf die zu verzichten wäre echt ein Argument für mich nicht vegan zu werden. Klingt strange oder hahaha

Man muss sein Haustier ja nicht aus Tierhandlungen holen. Die Straßen, Tierheime oder Nachbarshäuser sind gut genug gefüllt mit Katzen, Hunden etc., die sich über eine herzliche neue Familie freuen würden. Ich habe selbst eine Katze, weil ich nicht prinzipiell gegen Tierhaltung, sondern gegen Tierleid bin. In meinen Augen sollte man ein Haustier nie kaufen, weil man damit eine "Nachfrage" bildet, wodurch die Tiere wieder einen wirtschaftlichen Zweck erfüllen und zu Objekten werden.

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Bist du der Ansicht, dass Tierhandlungen keine Tiere verkaufen sollten?

Natürlich. Die wirtschaftliche Nutzung von Tieren führt immer (*echo* immer immer immer) zur Tierquälerei. Es handelt sich um profitorientierte Unternehmen, die sparen, wo sie können. Da sieht niemand die Kätzchen, sondern Zahlen. Letztlich geht das natürlich auf die Lebensbedingungen der Tiere zurück.

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Hallo! Sag mal was ist eigentlich enttäuschend für dich? (Ich verspreche dass ich nicht der Spammer bin)

Es ist mir eigentlich egal, wer hier tatsächlich der geheimnisvolle Jemand ist. Es geht mir mehr darum, ob die Fragen Inhalt oder sonstiges besitzen.
Enttäuscht bin ich davon, wie wenig sich viele Menschen heutzutage füreinander - über Freunde und Familie hinausgedacht -interessieren und wie sie sich vom Wirbel der stressigen Neuzeit leiten lassen.
Ein Erfahrungsbeispiel: Ich Dorftrottel war heute in Hamburg unterwegs und bin im CCB nahezu wütend geworden, wie rücksichtslos (leider viele) Leute auf die roten Rabattschilder zuhechten, ohne nach links und rechts zu schauen. Vor der Rolltreppe schieben sich manche noch hektisch vor einen hin, selbst wenn noch genug Platz ist. Im Gang schauen Leute auf ihr Handy und gucken einem nicht einmal in die Augen, wenn sie sich für das Anrempeln entschuldigen. Im einzigen Laden, in welchem ich war, bin ich nirgends durchgekommen, ohne ständig angestoßen zu werden. Das hat mich sehr traurig gemacht, weil es eigentlich selbstverständlich sein sollte, dass man ZUERST auf seine Mitmenschen achtet, bevor man ein neues buntes billiges Produkt anvisiert. Natürlich passiert mir das nicht in jedem Laden - da nicht alle so gut besucht sind und es begegnen mir auch Menschen, die nicht nur achtsam, sondern auch hilfsbereit sind. Aber dass das nur noch Ausnahmen sind, ist wirklich schade.

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Entschuldige wenn das Thema schon wieder aufkommt aber ich würde echt richtig gern vegan leben aber dadurch das es nur ein Trend ist schreckt es mich ab. Will nicht das Leute denken ich mach das nur um individuell zu sein

Ja Veganismus ist ein Trend geworden. Aber das heißt nicht gleich, dass es deshalb bloß ein Mittel für bunte Instagram-Fotos und den Mitschwimmer-Drang ist.
Ein Trend ist ja als eine Art Interessenpol definiert, auf den ein immer größer werdender Teil der Gesellschaft zusteuert. Das bedeutet, dass zum Beispiel zur Zeit des Absolutismus auch demokratische Grundwerte ein "Trend" waren.
Niemand würde den Veganismus auf Dauer durchsetzen können, wenn er/sie/es nicht mit Überzeugung dahinter stehen würde. Ich bin schon so oft durch die norddeutschen Strandalleen gelaufen und habe die Fischbrötchen und geräucherten Rotbarsch gerochen oder habe mit einem fast tränenden Auge vor hochwertigem Ziegenkäse gesessen (den ich am meisten geliebt habe) und habe trotzdem drauf verzichtet. Das klappt nur mit den dazugehörigen moralischen ökologischen oder gesundheitlichen Bedenken - nicht mit dem Wunsch, ein buntes Salat-Foto zu posten

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