Ask @Irrlichtblick:

??Was würdest du zu deinem jüngeren Selbst sagen und warum?

Ich könnte meinem vergangenen Ich sehr vieles erzählen und ich weiß, das Meiste würde ich mir nicht glauben. Dass es besser wird, beispielsweise. Nicht die Welt oder die Hürden, aber die Art, wie ich damit umgehe. Auch, dass ich den Kampf gegen mich selbst in vielerlei Hinsicht friedlich beenden konnte, würde ich meiner jüngeren Version sagen, die so sehr darunter gelitten hat. Ich führe immer noch Kämpfe gegen mich selbst und es fühlt sich wie ein natürlich Zustand an, sodass ich nicht den Glauben aufbringen kann, dass ich die übrig gebliebenen irgendwann beilegen kann - trotz bereits gewonnener Kämpfe.
Vielleicht würde ich meinem jüngeren Ich helfen, indem ich ihr etwas von Feminismus erzähle. Den musste ich irgendwann schließlich erst kennenlernen und seitdem bin ich zu vielen wichtigen Erkenntnissen gelangt, die neben vielem anderen auch mein Selbstbild gestärkt haben. Mein Vergangenheits-Ich dürfte auch gerne erfahren, dass ich einen guten Weg einschlage, so zufällig und planlos er auch gewesen sein mag. Die vielen Zweifel, die mir das Leben schwer machten, wiegten so vielleicht etwas weniger.
Ich würde mich vor keiner Situation warnen oder etwas Gutes vorwegnehmen. Da ich es bis hierhin geschafft habe und nichts mich zu sehr verfolgt, darf mein Vergangenheits-Ich ruhig völlig unbeeinflusst in all die Momente hineinstürzen. Aber einen Rat würde ich mir geben und zwar den, zu verzeihen, zu verstehen und Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Und bitte nicht immer so viel liegen lassen, einmal weniger prokrastinieren - nicht bezüglich schulischer / studentischer Belange, sondern, nun, bezüglich all meiner Ideen und Vorhaben. Ob ich meine Worte beherzigen würde? Ich weiß es nicht. Immerhin ist das hier eine sehr hypothetische Frage. Ich würde mit meinen Worten auch gar nichts komplett ändern wollen und ich glaube auch kaum, dass ich das schaffen würde. Nur hätte ich die Hoffnung, dass es für ein bisschen mehr Mut sorgt.

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Wahr / Falsch: Du hast schon mal etwas geträumt und dir gewünscht, das der Traum real wird.

Ich träumte vor zwei Tagen, dass ich einen Fuchs sehe. Vom Fenster des Treppenhauses aus konnte ich einen Fuchs auf einer Wiese beobachten. Er schnupperte und schlenderte ein wenig herum, erblickte mich allerdings irgendwann. Der Fuchs sah mir direkt in die Augen und kam näher zu mir heran.
Kein besonders tiefgründiger Traum aber ich wünsche mir wirklich, dass er wahr wird. Ich möchte unbedingt mal einen lebendigen, wilden Fuchs sehen.
Dieser Traum kommt übrigens nicht aus dem Nichts. Tatsächlich wurde auf der Wiese um das Bürogebäude meiner Arbeit herum schon zweimal ein Fuchs gesichtet. Leider wurde mir immer zu spät Bescheid gesagt, sodass ich selbst ihn nie zu sehen bekam, abgesehen von diversen Fotos.

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Woran denkst du, wenn du dich beruhigen willst?

Papiertiger.
Wenn ich schlafen möchte, die Gedanken dafür aber zu laut sind, beruhige ich mich, indem ich mir ein Bild vor Augen rufe. In letzter Zeit stelle ich mir immer vor, ich würde schaukeln. Ich stelle mir eine grüne Wiese vor, drum herum einige Bäume und mittendrin eine Schaukel, auf der ich schwinge. Es hat etwas vom Schafe zählen. Das Bild ist einigermaßen detailliert, sodass die Konzentration darauf alle anderen Gedanken nach und nach ruhig stellt. Anfangs ist die Schwingung sehr schnell. Ich lenke dann meine Aufmerksamkeit darauf, diese und ebenso meine Atmung zu verlangsamen. Kurz darauf falle ich unbemerkt in den Schlaf.
Mit diesem recht speziellen Fall zur Beruhigung möchte ich aufzeigen, dass es situationsabhängig ist, wie ich mich beruhige. Mit bewusster, langsamer und tiefer Atmung wird bekanntlich erreicht, dass man ruhiger wird. Das habe ich auch mal vor einem Bewerbungsgespräch versucht, es hatte allerdings nur zur Folge, dass mir dann schwindlig war, als die Chefin mich begrüßte. Klappt also nicht immer so gut!
In vielen Situationen hilft es mir, an vergleichbare Momente zu denken, die belegen, dass ich es schaffe. Das muss ich mir immer und immer wieder ins Gedächtnis rufen, weil die Unruhe sich doch stetig wieder einschleicht. Aber es hilft, wenn auch bloß temporär oder geringfügig. Eine andere, tatsächlich hilfsreichere Methode ist es, wenn ich der Angst mit einer gewissen Gleichgültigkeit begegne. Ich erkläre mir, dass die Sache nicht so groß ist und es auch gar nichts ausmacht, ob ich sie nun wie ein Profi regle oder zwischendurch mal über meine eigenen Füße stolpere. Seit ich nicht mehr in der Schule beziehungsweise im Studium bin, wo überall Benotungen eine Rolle spielen, klappt das sehr gut.
Natürlich gibt es auch Situationen, die tatsächlich richtig groß sind, die zu wichtig sind, um die Auswirkung des Scheiterns kleinzureden oder Situationen, in denen ich einfach Angst habe, dass etwas passieren könnte und es nicht kontrollierbar ist. Ich kenne dafür keine Möglichkeit, mich richtig zu beruhigen. Nur mit Musik, (Bildern von) meiner Katze und, falls vorhanden, dem abermaligen Durchdenken meines Plans und der Überprüfung, ob er auch wirklich aufgehen kann, kann ich ein wenig Besserung erzielen.
Und ein kleiner Anhang: Als Kind sah ich sehr viele Animes. Besonders gefallen hat mir Jeanne, die Kamikaze-Diebin. Wenn die Heldin sich verwandelt hat, sagte sie einen Spruch auf. Dieser Spruch galt vielleicht als Schlachtruf, um sich selbst Mut für eine neue, schwierige Situation zu machen, sich selbst zu sagen: "Ich bin stark, ich schaffe das." Eine sehr lange Zeit habe ich mir diesen Spruch vor schwierigen Situationen in Gedanken aufgesagt und ja, damals hat mir das wirklich geholfen, es hat mich beruhigt und gestärkt. Kindisch vielleicht, aber ich muss heute noch Lächeln, wenn ich daran denke.

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Ist es ein Fehler, schüchtern zu sein?

Es kommt mir in dieser Gesellschaft oft so vor, als hätte man mit Schüchternheit das schlechtere Los gezogen. Der Alltag ist einfach schwieriger zu bewältigen - jedenfalls geht es mir so. Meine Schüchternheit macht mich nicht nur vorsichtiger im Umgang mit vor allem fremden Menschen, sie hindert mich häufig auch ganz daran, zu kommunizieren. Auf der Arbeit bremst mich das aus und im Privatleben verhindert es mögliche Freundschaften, weil ich nicht weiß, wie ich auf andere zugehen soll. Gepaart mit einer ordentlichen Prise Unsicherheit (quasi trage ich diese als zweiten Namen) ist das eine Mischung, mit der Vorankommen schwierig ist.
Das Thema beschäftigt mich tagtäglich, eben weil ich schüchtern bin und kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht über meinen übergroßen Schatten springen muss. Es zehrt an einem. Aber ich würde nicht behaupten, dass Schüchternheit ein Fehler ist. Zum einen sucht man sich das nicht einfach aus, es gehört zu dem Charakter, der sich gebildet hat - es kommt mir seltsam vor, so etwas als Fehler zu bezeichnen. Aber zum anderen, wenn ich Schüchternheit nun als Beobachterin betrachte, ist es eigentlich auch etwas ganz angenehmes. Aufgeschlossene Menschen können gerade die Ruhigeren, Schüchternen oftmals mit ihrer Art überrennen, während eine schüchterne Person, hat man sie erstmal bemerkt, eine beruhigende Ausstrahlung haben kann. Ich finde es immer schön, wie sich eine schüchterne Person einem erst nach und nach zeigt, wie es immer mehr kennenzulernen gibt, wenn sie einen nur so weit zu sich durchlässt. Das mag ich sehr. (Bei offenen Menschen gibt es, auch im Kennenlernprozess, übrigens auch sehr viel Charmantes - nicht, dass meine Aussage als abwertend verstanden wird.)
Allenfalls würde ich Schüchternheit als Hindernis bezeichnen, in gewissen Bereichen des Alltags gar als Problem. Aber den Begriff Fehler halte ich hier nicht wirklich für angebracht.

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Fährst du in den Ferien weg? Wenn ja, wohin?

Ferien! Leider habe ich so etwas wie Ferien nicht mehr, seitdem ich die Schule abgeschlossen habe. Stattdessen habe ich pro Jahr ungefähr 30 Tage Urlaub. 10 Tage davon nahm ich mir dieses Jahr, um auf den Azoren zu segeln. Ein großartiges Abenteuer war das, teils bedingt durch die vielen Besonderheiten der Natur dort, aber auch dadurch, dass wir Segelanfänger sind und die Azoren doch eher etwas für Fortgeschrittene. Das Segelschiff ließen wir bis auf 2cm beschädigten Stoff dennoch wieder unversehrt in den Heimathafen einlaufen. Meine nächsten "Ferien", die Weihnachtsferien, werden auch etwas Besonderes sein, da sie zum ersten Mal, seit ich mich an Weihnachten erinnere, ganz anders ablaufen. Ich werde mit meiner Schwester nach Wien fahren. Dort bleiben wir drei Nächte lang, einschließlich Weihnachten. In Wien war ich noch nie und ich bin schon gespannt. Vor allem hoffe ich, dort endlich wieder eine anständige Menge Schnee zu erleben und vielleicht sogar endlich mal wieder Schlitten fahren zu können.

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Ich hoffe, dass etwas, das dir gut tut, aus all dem wird.

Papiertiger.
<3 Ja. Das hoffe ich auch. Wobei ich mir einigermaßen sicher bin, dass ich in allem, was kommt, etwas Positives finde oder wieder zu etwas Gutem finden werde. Oder... auf jeden Fall wird es nicht schrecklich sein. Ich wollte zunächst sagen, es sei bisher immer so gewesen, dass es am Ende irgendwie gut war. Aber ich glaube, nach oben ist noch sehr viel Luft und vielleicht gebe ich mich auch immer nur mit okay zufrieden.
Wie auch immer das eine oder andere aussehen mag: Ich bin gespannt.

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https://ask.fm/Irrlichtblick/answers/130874779146 Was ist das für ein ungewöhnlicher Buchstabe?

Papiertiger.
Der ungewöhnliche Buchstabe ist ein großes F wie in dem Schriftbeispiel auf dem Foto. Meine Eitelkeit ließ es nun nicht zu, dass ich es zu achtlos schreibe und ich vermute, es ist auch als ein F erkennbar. Einige Personen hielten das Zeichen jedoch schon für eine Sieben - ich glaube, das passiert, wenn ich den Schnörkel zu senkrecht zeichne oder aber ihn komplett weglasse.

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Was ist eigentlich aus dir und deinem Kerl geworden, wenn ich fragen darf?

Papiertiger.
Natürlich darfst du fragen. Ich bin mir im Moment nur nicht ganz sicher, was ich erzählen soll. Zuallererst zum Kern der Frage: Der Kerl ist noch in meinem Leben. Nach dem Studium zogen wir sogar zusammen und so ist noch der heutige Stand. Dazu war ich im Grunde noch gar nicht bereit und das wussten wir beide, aber ich bin pragmatisch. Wir suchten beide nach einer neuen Wohnung, wir haben sogar den selben Arbeitsweg und es war - vor allem für ihn - immer sehr umständlich, zwischen meiner und seiner Wohnung hin- und herzufahren. Das ist jetzt anderthalb Jahre her und ich verfluche meinen Pragmatismus ein wenig. Nicht, weil ich ihn nicht in meinem Leben haben möchte, sondern weil ich es so genossen habe, alleine zu wohnen. Daheim, als ich noch bei meiner Mutter zusammen mit meiner Schwester wohnte, hatte ich nie viel Freiraum und den konnte ich endlich ausleben. Dem Kerl musste ich irgendwie erst beibringen, mir trotz gemeinsamer Wohnung Freiraum zu lassen. Mittlerweile funktioniert das sehr gut und insofern ist das Zusammenwohnen auch zu etwas angenehmen geworden. Womit es mir noch schwer fällt, mich zu arrangieren: Mit dem Ordnungssinn einer anderen Person. Jeder hat so seine Eigenheiten und mir fällt es ziemlich schwer, einfach die Kontrolle aufzugeben und die vielen Kleinigkeiten, die ich so ganz anders machen würde, zu akzeptieren. (Ach, und es ist so lächerlich, welche Themen mich teilweise ewig beschäftigen. Zum Beispiel: Leere Toilettenpapierrollen, die er nie wegwirft, sondern entweder hängen lässt oder NEBEN den Mülleimer stellt. Manchmal stapele ich die angesammelten Rollen vor seiner Bettseite und dann herrscht eine Zeit lang Toilettenpapierrollenkrieg. Herrje.)
Nun... warum erzähle ich gerade so viel, wo doch die Frage längst beantwortet ist? Weil ich mich selber sehr häufig frage, was aus uns geworden ist und was aus uns wird. Das hat viel damit zu tun, wie ich mich selbst verändert habe und mich sogar irgendwie von einem Teil von mir abgekapselt habe. Und so auch von ihm. Ich habe das Gefühl, dass der Kerl und ich zwar ziemlich gut funktionieren, aber auch sehr abgekühlt sind. Vielleicht ein wenig zu sehr. Ich weiß noch nichts damit anzufangen, weil ich den Großteil des Problems bei mir sehe, ich verstecke mich vor irgendetwas, das mit mir zu tun hat und schaffe so diese kalte Distanz. Aber die schuf ich zwischen allem, die Auswirkung ist eben bloß besonders deutlich in einer Beziehung. Ich weiß noch nicht recht, was aus all dem wird.

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Hast du etwas von Christoph Ransmayr gelesen?

Papiertiger.
Nein, noch nicht. Bisher war mir dieser Autor gar nicht bekannt. Aber mir gefiel, was ich darüber bei dir las und habe das Buch sogleich auf meine Wunschliste gesetzt. Jetzt bin ich etwas traurig, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis ich dazu komme, "Atlas eines ängstlichen Mannes" zu lesen. Erst dieses Wochenende habe ich viele Bücher aus zweiter Hand gekauft und daher einen riesengroßen Stapel ungelesener Bücher, der besser nicht noch mehr wachsen sollte, bevor ich einige davon gelesen habe.

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Bist du Links- oder Rechtshänder(in)?

Ich bin Linkshänder.
(Ich dachte sehr lange - aus welchem Grund auch immer - das Wort hieße "Linkshändler". Was wohl ein Linkshändler so macht? Ist es ein linker Händler, der nur böses im Sinn hat? Nun ja, egal.)
Mir wurde lange eingebläut, dass die Neigung, vorwiegend die linke Hand zu verwenden, auf ein kreatives Gehirn hinweise. Ich habe mir immer gewünscht, dass das wahr ist, konnte meine kreative Ader bisher allerdings nicht wirklich entdecken. Sehr enttäuschend!

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Warum verwendest du keine Namen?

Papiertiger.
Ich weiß nicht. Es ist mir... unangenehm? In jedem Satz, den ich formuliere, kommt es mir so unpassend vor. Wenn ich über jemanden rede, dann benutze ich natürlich Namen, anders wäre jedes Gespräch doch ziemlich kompliziert. Aber sobald ich jemanden direkt anspreche, möchte ich den Namen außen vor lassen. Ein einfaches Beispiel: Ein Kollege grüßt mich jeden Tag mit den Worten "Hey Nadja, wie geht es dir?" Nun, so einen Satz könnte ich einfach nicht formulieren. Meine Schwester sagte mal, dass das seltsam sei und ein Grund dafür, dass ich anderen Menschen so distanziert und unnahbar vorkomme. Für mich ist schwer einzuschätzen, ob dem so ist. Kaum einer wird aktiv gemerkt haben, dass ich in meiner Kommunikation auf die direkte Ansprache mit Namen verzichte. Ob es aber unbewusst etwas bewirkt - gut möglich. Vielleicht ist die Einschätzung meiner Schwester tatsächlich nicht nur Wirkung, sondern auch Ursache des Ganzen. Ich bin tatsächlich distanziert. Sehr sogar. Womöglich ist mir der Name zu persönlich? Die Erklärung erscheint sogar mir selbst seltsam aber etwas naheliegenderes fällt mir leider auch nicht ein.

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Du schreibst übrigens so schön, das wollte ich dir mal sagen. Und ich mag deinen Usernamen sehr und ich finde auch deine Begründung dazu niedlich, dass du dich "Irrlichtblick" nanntest, weil du viel zu stur warst, um kein Irrlicht in deinem Namen einzufangen

Papiertiger.
Das ist für mich ein sehr großes Lob, da ich deinen Schreibstil, dazu aber auch deine interessanten Gedankengänge, stets bewundert habe. Also vielen Dank! <3 Und es freut mich, dass dir mein Username gefällt. Ich bin immer hin- und hergerissen, ob ich ihn fürchterlich finde oder nicht.

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https://ask.fm/Irrlichtblick/answers/123965418762 In dieser Antwort hier erwähnst du (beiläufig aber auch nur), dass du zu dem Zeitpunkt nicht das beste Verhältnis zu deiner Mutter hattest.

Papiertiger.
Ah, ich danke dir! Es klingt für mich ganz so, als wären wir zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Weg zur Besserung gewesen und dass meine Einschätzung, noch nicht lange ausgezogen gewesen zu sein, richtig war. Ich erinnere mich sogar wieder an den Moment, der mich zu dem Gedanken brachte, ihr eine Playlist zu machen.

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Warum hast du zu deiner Mutter nicht das beste Verhältnis? (Du musst mir diese Frage aber nicht beantworten, wenn sie dir zu distanzlos ist.)

Papiertiger.
Nun hoffte ich, inzwischen all meinen Antworten diejenige zu finden, die dich zu dieser Frage führte, aber leider blieb ich erfolglos. Einige meiner alten Antworten lies ich mir daher gezwungenermaßen noch einmal durch und musste dabei oftmals schmunzeln. Sich an das vergangene Ich auf diese Weise zu erinnern, ist doch irgendwie ziemlich schön und interessant.
Zu deiner Frage. Ich weiß nicht mehr, durch welche Worte ich das hier durchschimmern ließ und wann das war. Ich vermute, mein Auszug von Zuhause war zu diesem Zeitpunkt noch nicht besonders lange her und der Groll sowie die jugendliche Blindheit saßen noch tief. Es hat sich einiges geändert. Aber es stimmt: Sehr, sehr lange Zeit hatte ich kein gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Den Grund dafür kennt kaum eine Person und ich frage mich, warum ich nie offen darüber reden kann. Ganz einfach auf den Punkt gebracht: Sie hatte ein Alkoholproblem und noch einige Laster mehr. Als Jugendliche merkte ich Schritt für Schritt, was das für unser Leben bedeutet und sah gleichzeitig, wie gut im Vergleich meine Freunde leben und wie "normal" sich deren Eltern stets verhalten. Das hat Wut geschürt und zwar mit jeden Tag mehr. Zwischendurch hasste ich meine Mutter regelrecht und das zeigte ich mit so unheimlich bösen Worten, dass es mich bei der Erinnerung daran gerade zu Tränen rührt. Erschreckend, mit wie wenig Worten sich zusammenfassen lässt, was so viel Einfluss hatte. Mit 19 zog ich Zuhause aus, ich verließ sogar die Stadt. Selten besuchte ich meine alte Heimat, aber ich tat es und mit jedem Besuch besserte sich das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter. Das Erwachsenwerden hat mich vieles akzeptieren und verstehen lassen und meine Sicht geklärt. Im Endeffekt weiß ich, dass ich eine wirklich gute Mutter hatte. Sie hat mir Freiraum gelassen, mich nicht in irgendwelche Schemata gesteckt, die sie für richtig hält. Sie hat mich selbstständig werden lassen. Und sie hat all die Jahre so unendlich viel Stärke bewiesen, indem sie mir und meiner Schwester trotz all ihrer Probleme ein Leben ermöglichte, in dem es uns eigentlich an nichts fehlt. Es ist schade, wie spät ich das erkannt habe. Aber ich freue mich, dass ich es tat. Jeder Besuch zu Hause seither war wirklich schön. Ich konnte tolle, tiefgründige Gespräche mit meiner Mutter führen, wir konnten zusammen lachen und uns auch noch einmal auf einer ganz anderen Ebene kennenlernen. Dafür bin ich unheimlich dankbar.

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Kannst du jetzt dein Land verlassen und wegziehen für eine geliebte person

Nein, kann ich nicht. Nicht, wenn ich nicht selber, unabhängig von einer geliebten Person, den Wunsch hegen würde und das Land, in das ich ziehen würde, für mich schon immer eine Möglichkeit war.
So romantisch oder selbstlos bin ich einfach nicht veranlagt. Meine eigenen Wünsche und Ziele kann ich zwar mit denen einer anderen Person versuchen zu vereinbaren, aber nicht darüber darunter stellen. Ich hätte tatsächlich kein Problem damit, auszuwandern. Irgendwann. Mich begleitet der Wunsch und Gedanke schon ein ganze Weile aber ich bin noch nicht wirklich bereit dazu. Obwohl ich selbst einige andere Länder als Wohnort unheimlich attraktiv und erstrebenswert finde, ist die Umsetzung doch so fern und aktuell noch unmöglich. Weil damit so viel zusammenhängt, so viel wird aufgegeben, so viel riskiert und auf keinen Fall wird es so sein, dass alles, was man sich erhofft hat, in einem anderen Land erfüllt wird. Irgendwie ist für mich ans Auswandern auch die Hoffnung eines ganz neuen Lebens gebunden aber wenn ich ehrlich mit mir selbst bin, weiß ich, dass ich meine Gewohnheiten, meinen Tagesablauf, meine Scheu nicht einfach ablegen und unkrempeln werde, nur weil ich mich an einem anderen Ort befinde.
Aktuell bin ich also nicht einmal bereit, für mich selbst das Land zu verlassen. Weil es eine riesengroße Sache ist - und das sage ich, die hier kaum an andere Personen gebunden ist. Wie könnte ich es dann für eine andere Person tun?

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Was macht dich stark?

Musik. Musik macht mich stark.
Das spüre ich, sobald ich welche abspiele. Es ist, als würde sich eine zweite, starke Haut oder ein Panzer über mich legen. Mein Selbstbewusstsein steigt mit der richtigen Musik in den Ohren. Ich fühle mich wohler, egal, wo ich mich gerade befinde. Ängste und Sorgen werden kleiner, die Musik übertönt sie und macht mich schwerelos. Und allem voran: Sie macht mich glücklich. Dieses Wunderwerk, diese abgefahrene Offenbarung, die Musik einfach ist. Immer wieder kann ich nicht fassen, was Musik ist, für mich bedeutet, mit mir macht, wie Menschen etwas so großartiges Zustande gebracht haben und immer wieder Zustande bringen. Nichts vergleichbares existiert für mich.

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Nimmst du es ernst mit dem Lösen von unangenehemn Dingen?

Nein, absolut nicht. Ich mache es so, wie wahrscheinlich die Meisten: Ich ignoriere es, in der Hoffnung, das unangenehme Problem oder die Herausforderung möge sich einfach auflösen.
Witzig daran ist allerdings, dass diese Taktik meistens funktioniert. Ja, sehr häufig kommt es vor, dass sich meine Probleme von selbst erledigen. Nun ist natürlich schwer zu sagen, ob ich einfach enormes Glück habe oder es daran liegt, was ich für mich als Problem definiere. Gut, wahrscheinlich letzteres - das ändert aber nichts an der Freude, wenn etwas Unangenehmes sich einfach aufgelöst hat!
Das ist natürlich auch gefährlich - ich neige dazu, unangenehme Situationen immer weniger ernst zu nehmen, jedenfalls die Dringlichkeit, diese zu lösen. Der letzten unangenehmen Situation, in der ich mich befand, hätte ich ohne einen weiteren Kratzer entgehen können, wenn ich nur früher alles in Gang gesetzt hätte, es loszuwerden. Habe ich aber nicht und jetzt... nun ja, ist daraus ein Problem geworden, das noch anstrengender und verlustreicher ist, als es die rechtzeitige Klärung gewesen wäre. Allerdings kenne ich mich zu gut, als dass ich nun hoffen könnte, für's nächste Mal daraus gelernt zu haben (Meistens ist es einfach so, dass allein der Gedanke daran, etwas Unangenehmes zu lösen, zu einer unangenehmen Situation wird: Kommunikation ist dafür häufig gefragt und darin scheitere ich stets so sehr, dass ich sie möglichst vermeide. Und ich mache mir einen so großen Kopf darum, was alles schief gehen könnte, dass dabei das eigentliche Problem völlig untergeht, bis ich keine Wahl mehr habe.)

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Hat dein Name "Irrlichtblick" einen bestimmten Urpsrung?

The Devil's Advocat
Diese Frage bekam ich schon einmal, die Antwort lief letztlich darauf hinaus, dass sich dahinter nicht allzu viel verbirgt. Ursprünglich wollte ich mich bloß "Irrlicht" nennen, weil ich die Definition so schön finde. Aus Wikipedia: "Irrlichte sind seltene Leuchterscheinungen, die nachts insbesondere in Sümpfen und Mooren beobachtet werden können. Ihr unvorhersagbares und kurzzeitiges Auftreten erschwert die systematische Erforschung. Über lange Zeit wurden Irrlichter insgesamt für eine abergläubische Vorstellung gehalten."
Das bedeutet nicht, dass ich mich selbst als etwas Vergleichbares bezeichnen würde. Es ist eher das, was ich an der Welt so mag. Dass in den unscheinbarsten Orten, Momenten, Worten, Klängen, alles, was man sich vorstellen kann, ganz plötzlich etwas Wunderschönes durchscheinen kann. Gerade die Dinge, die nur genau zu dieser Uhrzeit, unter exakt diesen Bedingungen so schön sind, wie man sie zufällig erblickt hat - das begeistert mich ungemein und macht mich glücklich. Es ist natürlich schwer zu beschreiben, was ich genau meine. Aber Irrlichter sind eine schöne Metapher dafür. "Irrlichtblick" ist letztendlich nur eine Wortspielerei, ein Ausweg, um doch noch irgendwo ein Irrlicht in meinem Benutzernamen unterzukriegen. Die Bedeutung davon ließ ich für mich selbst offen. Es kann - wie beschrieben - der Blick auf das Schöne sein, das sich manchmal aus sonst eher tristen oder unscheinbaren Szenerien herauszeichnet. Noch mehr Bedeutungen lassen sich daraus erdenken, wenn man ein bisschen mit dem Wort spielt, es auseinanderrupft und die Bedeutungen der einzelnen Wörter verbindet.

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Von wem oder was hast du dich zuletzt verstanden gefühlt?

freak on a quiche
Zuerst dachte ich: Ich habe keine Ahnung. Es muss ewig lange her sein, dass ich mich von einer Person verstanden gefühlt habe. Von Büchern, Texten, Liedern fühle ich mich häufiger verstanden und sei es nur in einem einzigen Satz. Das sind jedoch Dinge, die in meiner Erinnerung irgendwie verschwimmen, ich kann es nicht richtig erklären - es geht alles mit der Zeit in ein anderes Gefühl über, in tiefe Zuneigung und Verbundenheit zu dem Werk, aber das Verstandenwerden, ja, vergesse ich dabei. Jedenfalls dachte ich: Da muss doch noch etwas sein, irgendetwas in nicht allzu ferner Vergangenheit. Und ja, da fiel mir etwas ein. Etwas sehr Triviales, sodass es eigentlich nicht gewertet werden darf. Die Sache ist nämlich die: Ich hasse eingebackenes Obst in Kuchen oder Torten. Oder überhaupt Gebäck. Frisches Obst, das nach dem Backen daraufgelegt wird, ist absolut super, aber eingebackenes, matschig gewordenes Obst, das seine Flüssigkeit an den Teig durmherum abgab? Igitt. Nach all den Jahren des schräg angesehen werdens und kopfschüttelns ist es dann vor ein paar Monaten soweit gewesen: Jemand stimmte mir zu, er fühlte das Gleiche und ich war total baff. Tatsächlich fühlte ich so etwas wie Erleichterung. Nun, natürlich ist Kuchen eine sehr wichtige Angelegenheit und vor allem sollte man stets Kuchenverbündete haben aber ich wollte dann doch etwas tiefer graben, mich an die Momente erinnern, in denen ich eben wirklich in einer ernsten, intensiven, bedeutsamen Angelegenheit das Gefühl des Verständnisses von meinem Gegenüber bekam - einem Menschen, einem Freund, keinem Werk eines Fremden. Die Erinnerung bleibt aus. Und dann fragte ich mich: Wann musste ich überhaupt zuletzt verstanden werden? Die Antwort ist, dass auch dies schon ewig lange her ist. Ich habe mich daran gewöhnt, niemanden zu haben, dem ich mich mitteilen kann. Ich habe gelernt, das mit mir selbst auszumachen, mit den Liedern, die ich höre, und den Büchern, die ich lese. Das warme Gefühl, dass jemand schützend die Hände über einen legt, einem den Rücken stärkt, mit einem eine Front aufbaut, um einen schwierigen Tag zu überleben - dieses Gefühl bekomme ich von keinem Menschen. Dieses Gefühl baue ich mir mit Büchern und Musik auf. Seit Ewigkeiten. Und wenn ich Verständnis brauche, finde ich es darin. Es ist so einfach, man muss sich nicht erklären, nur sich selbst verstehen und wenn es dort noch Probleme gibt, so geben die Bücher und Lieder einem darüber irgendwann Aufschluss, ohne, dass man es darauf angelegt hat. Natürlich wird längst nicht jede Frage beantwortet, das ist unmöglich. Aber das Wichtigste ist: Es genügt mir vollkommen, das Gefühl des Verstandenwerdens nur als kleinen Schatten zu kennen. Es genügt mir, nicht wirklich benennen zu können, wodurch und wobei ich mich zuletzt Verstanden gefühlt habe, weil ich das Gefühl wahrscheinlich ständig in mir trage. Weil die Bücher und Lieder immer da sind, um mich zu beschützen und zu verstehen.

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Gehst du alleine oder mit Freunden shoppen?

S
Tatsächlich gehört shoppen zu den wenigen Dingen, die ich lieber in Gesellschaft mache. Wenn es nur darum geht, schöne Dinge zu kaufen - was ich sehr gerne tue - kann ich das auch einfach online machen. Beim Shoppen brauche ich jemanden, der mir die Hektik nimmt, die mir sonst bei den meisten Dingen innewohnt. Wenn ich alleine unterwegs bin, verliere ich durch meine Hektik ganz schnell die Motivation und schaue mich nur noch arg halbherzig um, bis ich dann recht bald wieder nach Hause fahre. Außerdem mache ich beim Shoppen gerne ein bisschen Quatsch - ich probiere Dinge an, die blöd aussehen und stelle dabei sogar manchmal fest, dass mir Sachen stehen, von denen ich es nie erwartet hätte. Leider stand mir das Obelixoutfit überhaupt nicht, dass ich mal durch Zufall aus Shorts und Shirt zusammenstellte. Sonst würde ich jetzt manchmal so herumlaufen! Und wenn ich dann doch mal ernsthaft etwas anprobiere, mir aber nicht ganz sicher bin, hilft es, wenn da jemand ist, der einem das Ja oder das Nein gibt. Trotz allem muss man als meine Begleitung damit leben, dass ich sie ignoriere, falls sie gegenteiliger Meinung ist als ich. Und die Begleitung hat noch eine wichtige Aufgabe: Sie nimmt mir nicht bloß die Hektik, sie verhindert auch, dass ich zu schlechte Laune durch die Anwesenheit anderer Leute bekomme. Ich kann mich direkt durch mein Gemotze abregen, wenn Menschen mitten im Gang ganz plötzlich stehen bleiben oder eine händchenhaltende Wand bilden und gleichzeitig so langsam gehen, dass selbst Schildkröten und Schnecken nervös würden.

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Poste ein Bild von deiner Lieblingsaussicht!

Ich glaube, so etwas wie eine Lieblingsaussicht könnte ich nie haben. Natürlich kann ich mich irren. Aber prinzipiell finde ich jede Aussicht auf die Natur großartig. Ein Wald vor dem Fenster ist ebenso ein Traum wie das Meer. Berge, sofern sie nicht direkt vor meiner Nasenspitze stehen und ich nur Brocken sehe, sind ebenso beeindruckend. Ein Fluss und die dahinterliegenden, im dunklen leuchtenden Häuschen. Gerne auch einfach nur viel, viel Wiese mit Blumen und herumschwirrenden Bienen, irgendwo vereinzelnde Bäume. Was mir aber immer wichtig ist und zwar nicht als meine Lieblingsaussicht bezeichnet werden kann, stattdessen aber essentiell für eine wirklich, wirklich gute Aussicht, ist die Sicht auf den Himmel. Und vor allem eine klare, nicht zu sehr durch die Lichter der Stadt gedrückte Sicht auf den Nachthimmel. Hier, wo ich aktuell wohne, ist die Aussicht nicht wirklich beeindruckend. Zum Schlafzimmer heraus steht mir direkt ein anderes Haus vor der Nase. Zum Wohnzimmer und Balkon hinaus sehe ich hauptsächlich Häuser und die andere, viel kleinere Seite zeigt - zum Glück - ein paar wunderschöne Bäume und noch ganz viel Himmel. Alles ist nicht besonders schön, aber das bisschen Natur und Himmel lassen es mich vergessen. Ich könnte Stunden damit verbringen, mich abends hinaus zu setzen, die Ruhe zu genießen und den Mond anzustarren. Das füllt mich gewissermaßen auf, macht mich gleichzeitig sehr ruhig und glücklich, gibt mir quasi ein großes Stück Zufriedenheit.
Als ich die Frage las und ein bisschen darüber nachdachte, hatte ich am Ende einen Blick auf eine Aussicht im Sinn, welche ich mit meiner läppischen Handykamera einfach nicht festhalten konnte. Es war mitten in der Nacht, ich war zu Gast bei Freunden, schlafen konnte ich nicht. Irgendwann stand ich auf und sah zum Fenster hinaus. Vor dem Fenster erstreckt sich ein Wald, hinter einem kleinen Teich und einer steil bergauf gehenden Wiese. In dieser Nacht war der Mond beinahe voll, er hing sehr tief und leuchtete ungewöhnlich hell. Er verbarg sich halb hinter großen Tannen und flutete den gesamten Nachthimmel, welcher halb klar, halb von mächtigen, weißgrauen Wolken bedeckt war. Das gab ein so unglaubliches Bild, dass mir der Atem stockte. Ich habe mir das Bild eingebrannt, um es irgendwann vielleicht zeichnen zu können. Aber mehr als diese Beschreibung habe ich nicht. Es war wunderschön und gehörte definitiv zu den schönsten und beeindruckensten Dingen, die ich bisher sah.

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Jamie Manson
Am Montag hatte ich einen ziemlich schönen Tag.
Nachdem er für einen Feiertag recht typisch damit anfing, dass ich mir mit leckerem Kram den Bauch vollschlug - es gab Kaiserschmarrn und Torte - und ich diesen vollen Bauch dann erst einmal bei einer Serie in Ruhe das Essen verdauen ließ, ging ich mit einem Hund namens Doc spazieren. Eigentlich erwartete ich, dass es eine im Vergleich zum Vortag recht kleine Runde wird. Ich lief zu einer Stelle an der Mosel, an welcher Schwäne und Enten schon warteten. Das alte Brot, das ich eingepackt habe, verfütterte ich an sie. Während dessen kamen immer mehr Schwäne und Enten. Ich liebe es, fliegende Schwäne zu sehen. Überhaupt beglückt mich der Anblick von Vögeln, bei Schwänen mag ich aber besonders diese Eleganz beim Flug durch den langen Hals und die riesigen Flügel. Was außerdem cool ist: Die Landung auf dem Wasser zu beobachten. Zwischendurch kam noch eine alte Frau, welche mir den Rest ihres Brotes gab, weil sie offenbar langsam nach Hause wollte. Ihr Brot hinterließ klebrige Finger bei mir, weil an einigen Marmelade dran war - das ahnte ich beim Hineingreifen in die Tüte natürlich nicht. Nachdem das Brot verfüttert war, ging ich einen Weg entlang, den ich noch nicht kannte. Ich verließ das Dorf, lief weiter die Mosel entlang und überquerte irgendwann die angrenzende Straße. Dort tat sich ein Berg auf, dessen Höhe mir bei weitem nicht bewusst war. Ich dachte, dass ich vielleicht fünf, höchstens zehn Minuten bergauf gegen müsse. Fehlanzeige. Ich weiß nicht, wie lange ich bergauf lief aber die Strecke hatte es ganz schön in sich. Es schüttete wie aus Eimern und der Berg bestand nur aus Erde, einigen Grasbüscheln und Glück waren die Abschnitte, in denen verteilt Faustgroße Steine in die Erde geschlagen waren - die boten Halt. Ansonsten kostete es mich viel Mühe, bei dem Matsch nicht auszurutschen und den ganzen Berg wieder herunterzurollen. Ich mochte zwar nicht gerade die Anstrengung, die mein total untrainierter und bettverwöhnter Körper sich schnell anmerken ließ, allerdings machte mir die Herausforderungen Spaß und die Ungewissheit, wann ich mein Ziel erreichen würde. Die Anstrengung heizte meinen Körper auf und der unnachgiebige Regen bot eine wunderbare Abkühlung. Obwohl der Regen den Aufstieg erschwerte, hätte ich ohne diese Abkühlung vielleicht irgendwann aufgegeben. Irgendwann hatte ich es tatsächlich geschafft und den Berg erklommen. Ich hatte wieder geteerte Straße unter den Füßen, um mich herum waren riesige Bäume, links von mir tat sich eine Klippe auf. Jetzt konnte ich den Regen noch mehr genießen. Es liebe es, wenn es so wundervoll stark stürmt und die Regentropfen riesengroß sind. Der Wind stürmte durch die Bäume und die Geräuschkulisse war mindestens so großartig, wie der Blick, der sich mir bot. Lautes Regenbrasseln, das auf Blätter schlägt, strömendes Windrausches, das zwischendurch sogar wie Donner klingt. Ich liebe die Launen der Natur. Und ich mochte diesen Tag sehr gerne.

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Was hast Du verkackt?

jupiteruntergang
Ich denke, ich habe mein Sozialleben verkackt. Zu Beginn des Studiums war ich verwundert, dass ich doch Anschluss gefunden habe. Das Problem ist allerdings, dass ich Anschluss zu Personen fand, die nicht wirklich mein Interesse teilen - ich rutschte in der Hinsicht schon immer in den falschen Freundeskreis. Das war erstmal nicht ganz so schlimm. Ich war dann eben nie dabei, wenn alle feiern gingen und galt als die Langweilerin aber das grenzte mich noch nicht ganz aus. Über Bücher und Musik konnte ich leider mit niemanden quatschen aber das stellte eigentlich kein allzu großes Problem dar. Irgendwann lernt man Menschen allerdings besser kennen und da merkte ich, dass ich mit vielen, eigentlich den meisten von diesen Personen einfach keine wertvolle Freundschaft aufbauen kann und so zog ich mich immer mehr zurück. Mittlerweile ist da nur noch sporadischer, zweckgebundener Kontakt. Wenn ich dann mal (und das ist eine Seltenheit) neue Menschen kennenlernte, mit denen ich mich gut verstand, war das Problem, in Kontakt zu bleiben. Das ist nämlich nicht passiert. Ich habe Probleme damit, mich bei noch fremden Personen aus heiterem Himmel zu melden, ich brauche da Gründe, muss wissen, wie ich mit der Person kommunizieren kann und so scheitert das eben. Zu Beginn muss ins kalte Wasser gesprungen werden und leider wagte ich das nie. Jetzt sieht es so aus, dass ich Freunde habe, die kilometerweit entfernt sind und mittlerweile hauptsächlich mit ihrem neuen Freundeskreis beschäftigt sind - was ich sehr schön für sie finde. Aber hier, wo ich vor drei Jahren hinzog, habe ich letztlich keinen Freundeskreis gefunden, der wirklich etwas zählt. Das habe ich verkackt. Es tut mir nicht leid darum, mich von Personen losgesagt zu haben, mit denen ich mich nicht wohl fühlte. Nur die Chancen, die ich verstreichen ließ und dass mich das immer weiter von weiteren Möglichkeiten entfernte, das bedauere ich.

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Hey, ich wollte dir nur sagen, dass ich dich echt schön finde! (Ich sage jetzt nicht "Du hast keinen Grund, dein Gesicht nicht zu mögen", weil ich selbst weiß, wie sinnlos das Argument ist. Aber ja. Ich finde dich schön.)

månelyst
Vielen lieben Dank. Ich hoffe einfach, dass ich irgendwann lerne, mein Gesicht gut zu finden, wie es ist. Das geht hoffentlich jedem irgendwann so. <3

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