Was fragst Du dich selber?

jupiteruntergang
Momentan stellt sich mir immer wieder die Frage, weshalb ich eigentlich nicht Entdecker, Forscher, was auch immer geworden bin. Eigentlich wusste ich immer schon, dass mich kaum etwas mehr begeistert, als die Natur. Wetter, Phänomene, Lebewesen, Veränderungen durch andere Lebensbedingungen. Vor Natur- und Tierdokumentationen sitze ich immer mit glänzenden, weit aufgerissenen Augen, staunend, begeistert, sehnsüchtig. Ich wäre auch gerne auf Antarktika, um bisher unentdeckte Tiere unter der Eisdecke zu erforschen, ohne Schaden zu hinterlassen. Und um all die Auswirkungen zu ermitteln, die sich durch die Aurora oder Vulkane ergeben.
Der Grund ist mir eigentlich auch klar. Die Schulbildung, die doch eigentlich auch dafür da ist, dass jeder herausfindet, was ihm liegt, was ihn interessiert, war bei mir in dieser Hinsicht einfach nicht intensiv genug. Ich kann gerade mal ein oder zwei Jahre Biologie vorweisen. Ein Jahr Chemie. Zwei Jahre Erdkunde. Nicht viel. (Die Grundschule zähle ich nicht.) Ich kann mir vorstellen, dass ich einen ganz anderen Weg eingeschlagen hätte, wenn das anders gewesen wäre. Natürlich trage ich selber auch viel Schuld daran. Ich war ein furchtbar dummer, typischer Teenie; war die ganze Zeit damit beschäftigt, cool und rebellisch zu sein und ignorierte meine Interessen, um irgendwo reinzupassen, wo ich gar nicht hingehörte. Und als es dann so weit war, dass ich mir meiner Interessen bewusst sein musste, war ich mir derer eben nicht bewusst. Nicht im vollen Umfang.
Natürlich mag ich, was ich mache. Meine Entscheidung war nicht doof und mit ihr habe ich bestimmt kein langweiliges und außerdem ein recht gesichertes Berufsleben. Es ist nun mal so, dass jetzt, wo sich mein Studium dem Ende zuneigt, all meine anderen Interessen zu kribbeln anfangen, Angst haben, nie so sehr ausgelebt werden zu können, wie sie es verdient hätten. Dokus gucken ist ja schön und gut. Bücher und Fachzeitschriften lesen auch. Aber meine Interessen wollen leben. Nicht bloß im kleinen Käfig gefangen sein und regelmäßig gefüttert werden. Natürlich könnte ich auf eigene, nicht berufliche Faust versuchen, mehr daraus zu machen aber ich bräuchte jetzt schon längere Tage, um alles zu erledigen, was ansteht. Vielleicht ist nach dem Studium mehr Zeit dafür. Vielleicht beschließe ich auch in fünf Jahren, alles hinzuschmeißen und eben einen anderen Traum zu erfüllen. Das, was ich in den letzten drei Jahren lernte, wäre für diesen Weg sicher auch sehr nützlich. Neben dem Warum frage ich mich das auch: Was. Was wird daraus, aus all dem, was ich jetzt gelernt habe und dem, was ich noch misse?

View more