Was hast Du verkackt?

jupiteruntergang
Ich denke, ich habe mein Sozialleben verkackt. Zu Beginn des Studiums war ich verwundert, dass ich doch Anschluss gefunden habe. Das Problem ist allerdings, dass ich Anschluss zu Personen fand, die nicht wirklich mein Interesse teilen - ich rutschte in der Hinsicht schon immer in den falschen Freundeskreis. Das war erstmal nicht ganz so schlimm. Ich war dann eben nie dabei, wenn alle feiern gingen und galt als die Langweilerin aber das grenzte mich noch nicht ganz aus. Über Bücher und Musik konnte ich leider mit niemanden quatschen aber das stellte eigentlich kein allzu großes Problem dar. Irgendwann lernt man Menschen allerdings besser kennen und da merkte ich, dass ich mit vielen, eigentlich den meisten von diesen Personen einfach keine wertvolle Freundschaft aufbauen kann und so zog ich mich immer mehr zurück. Mittlerweile ist da nur noch sporadischer, zweckgebundener Kontakt. Wenn ich dann mal (und das ist eine Seltenheit) neue Menschen kennenlernte, mit denen ich mich gut verstand, war das Problem, in Kontakt zu bleiben. Das ist nämlich nicht passiert. Ich habe Probleme damit, mich bei noch fremden Personen aus heiterem Himmel zu melden, ich brauche da Gründe, muss wissen, wie ich mit der Person kommunizieren kann und so scheitert das eben. Zu Beginn muss ins kalte Wasser gesprungen werden und leider wagte ich das nie. Jetzt sieht es so aus, dass ich Freunde habe, die kilometerweit entfernt sind und mittlerweile hauptsächlich mit ihrem neuen Freundeskreis beschäftigt sind - was ich sehr schön für sie finde. Aber hier, wo ich vor drei Jahren hinzog, habe ich letztlich keinen Freundeskreis gefunden, der wirklich etwas zählt. Das habe ich verkackt. Es tut mir nicht leid darum, mich von Personen losgesagt zu haben, mit denen ich mich nicht wohl fühlte. Nur die Chancen, die ich verstreichen ließ und dass mich das immer weiter von weiteren Möglichkeiten entfernte, das bedauere ich.

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