Am Montag hatte ich einen ziemlich schönen Tag.
Nachdem er für einen Feiertag recht typisch damit anfing, dass ich mir mit leckerem Kram den Bauch vollschlug - es gab Kaiserschmarrn und Torte - und ich diesen vollen Bauch dann erst einmal bei einer Serie in Ruhe das Essen verdauen ließ, ging ich mit einem Hund namens Doc spazieren. Eigentlich erwartete ich, dass es eine im Vergleich zum Vortag recht kleine Runde wird. Ich lief zu einer Stelle an der Mosel, an welcher Schwäne und Enten schon warteten. Das alte Brot, das ich eingepackt habe, verfütterte ich an sie. Während dessen kamen immer mehr Schwäne und Enten. Ich liebe es, fliegende Schwäne zu sehen. Überhaupt beglückt mich der Anblick von Vögeln, bei Schwänen mag ich aber besonders diese Eleganz beim Flug durch den langen Hals und die riesigen Flügel. Was außerdem cool ist: Die Landung auf dem Wasser zu beobachten. Zwischendurch kam noch eine alte Frau, welche mir den Rest ihres Brotes gab, weil sie offenbar langsam nach Hause wollte. Ihr Brot hinterließ klebrige Finger bei mir, weil an einigen Marmelade dran war - das ahnte ich beim Hineingreifen in die Tüte natürlich nicht. Nachdem das Brot verfüttert war, ging ich einen Weg entlang, den ich noch nicht kannte. Ich verließ das Dorf, lief weiter die Mosel entlang und überquerte irgendwann die angrenzende Straße. Dort tat sich ein Berg auf, dessen Höhe mir bei weitem nicht bewusst war. Ich dachte, dass ich vielleicht fünf, höchstens zehn Minuten bergauf gegen müsse. Fehlanzeige. Ich weiß nicht, wie lange ich bergauf lief aber die Strecke hatte es ganz schön in sich. Es schüttete wie aus Eimern und der Berg bestand nur aus Erde, einigen Grasbüscheln und Glück waren die Abschnitte, in denen verteilt Faustgroße Steine in die Erde geschlagen waren - die boten Halt. Ansonsten kostete es mich viel Mühe, bei dem Matsch nicht auszurutschen und den ganzen Berg wieder herunterzurollen. Ich mochte zwar nicht gerade die Anstrengung, die mein total untrainierter und bettverwöhnter Körper sich schnell anmerken ließ, allerdings machte mir die Herausforderungen Spaß und die Ungewissheit, wann ich mein Ziel erreichen würde. Die Anstrengung heizte meinen Körper auf und der unnachgiebige Regen bot eine wunderbare Abkühlung. Obwohl der Regen den Aufstieg erschwerte, hätte ich ohne diese Abkühlung vielleicht irgendwann aufgegeben. Irgendwann hatte ich es tatsächlich geschafft und den Berg erklommen. Ich hatte wieder geteerte Straße unter den Füßen, um mich herum waren riesige Bäume, links von mir tat sich eine Klippe auf. Jetzt konnte ich den Regen noch mehr genießen. Es liebe es, wenn es so wundervoll stark stürmt und die Regentropfen riesengroß sind. Der Wind stürmte durch die Bäume und die Geräuschkulisse war mindestens so großartig, wie der Blick, der sich mir bot. Lautes Regenbrasseln, das auf Blätter schlägt, strömendes Windrausches, das zwischendurch sogar wie Donner klingt. Ich liebe die Launen der Natur. Und ich mochte diesen Tag sehr gerne.

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