Ask @Irrlichtblick:

Bist du risikofreudig?

Nein, wirklich nicht. Ich gehöre zu den Menschen, die sich in ihrer kleinen, eingeschränkten Komfortzone sehr wohl fühlen und sie nur mit einem Haufen Bedenken, Ängsten und sehr viel Zögerlichkeit verlassen - wenn überhaupt.
Es ist ein bisschen wie das Gewöhnen an kaltes Wasser, wenn ich weiter hinaus ins Meer möchte: Es dauert und kostet Überwindung und zwischendurch denke ich mir immer wieder: Ich möchte wieder zurück. Aber ich weiß, wie sehr ich es genießen werde, im Meer zu schwimmen, also nehme ich mir die Zeit. Ich bespritze mich Stück für Stück mit etwas mehr des kalten Wassers, setze langsam Fuß vor Fuß, bis ich es irgendwann endlich geschafft habe und die Arme ausbreiten kann, um zu schwimmen. Genau so langsam geht es auch voran, wenn ich im Begriff bin, ein vermeintliches Risiko einzugehen. Ein großer Unterschied existiert jedoch: Bei der Gewöhnung an Wasser weiß ich, dass es sich lohnt. Bei etwas mir Fremdem, sagen wir einem Risiko, da klingt die Idee großartig, so lange sie weit weg ist. Wenn sie da ist, rede ich mir ein, dass es ganz furchtbar wird. Und das, obwohl sich in der Vergangenheit ein eingegangenes Risiko bei mir nie als furchtbar herausgestellt hat. Allenfalls als nicht ganz so großartig, meistens jedoch war es wirklich gut.
Die Frage ist natürlich immer, was jemand als Risiko betrachtet. Ich bin ängstlich, ja. Aber eben nicht in allen Dingen.

View more

Würdest du bitte 10 Fakten über dich auflisten?

Ich versuche es.
- Momentan bin ich 22 Jahre alt.
- Wäre ich biologisch männlichen Geschlechts zur Welt gekommen, hieße ich nun Jeremias.
- Ein schlechtes Gewissen schwindet bei mir erst, wenn ich meine Tat wieder gut oder soweit wie möglich rückgängig gemacht habe. Das älteste schlechte Gewissen, das mich noch heute plagt, entstand vor etwa 12 Jahren.
- In meiner Familie waren meine Schwester und ich der Nachwuchs, von dem jeder (außer meiner Mutter) meinte, aus uns würde nie etwas werden. Wir haben allen das Gegenteil bewiesen.
- Wenn mich mal etwas in den Ruin treibt, dann meine Abneigung gegen Organisatorisches. Sprich Ausfüllen und Abgeben von Formularen, Anrufe (bei Ärzten, beim Vermieter wegen Schäden o.ä.), Kommunikation auf der Arbeit. Ich ignoriere generell alles, was anfällt und hoffe stets, dass es sich von alleine erledigt. Tatsächlich kam ich bis heute damit problemlos durch.
- Bekomme ich Schluckauf, habe ich ihn mit Pausen den ganzen Tag über.
- Eine sehr entfernte Verwandte, die ich das erste und letzte Mal auf einer familiären Feier traf, dachte mehrere Stunden lang, dass ich stumm sei. Der Irrtum löste sich erst auf, als ich mich von den Menschen weg zu den Hasen setzte und mit ihnen sprach.
- Ich ernähre mich zu geschätzten 80% von Süßkram.
- Ich liebe Blaubeeren, schwarzen Tee mit Zitrone und Donuts mit Zimt und Zucker.
- Als Kind las ich unglaublich gerne und irgendwann jahrelang nicht mehr. Zurück zu den Büchern brachte mich eine ehemalige Lehrerin, die mich zwang, 'Schlafes Bruder' zu lesen. Diese Lehrerin kannte mich aus irgendeinem Grund viel besser, als ich mich selbst und hat meinen künftigen Lebensweg stark und ausschließlich positiv beeinflusst. Ich hoffe, irgendwann den Mut zu finden, bei ihr zu klingeln und mich zu bedanken.

View more

Wenn es einen Blockbuster zu deinem Leben gäbe, welche Band würde den Titelsong machen?

Ein Blockbuster ist ein erfolgreicher Kinofilm, der eher dem Mainstream zuzuordnen ist und viel Geld einbringt. Die Verfilmung meines Lebens würde keineswegs in diese Kategorie fallen. Es käme eher so eine Art Indiefilm heraus, vermute ich, der maximal mit vielen künstlerischen Griffen des Regisseurs und Drehbuchautors am Ende interessant wirken könnte. Es wäre ein ruhiger, nachdenklicher Film, mit schnellen und langen Lebensphasen, der die schönen, kleinen Dinge zeigt und die hässlichen, großen. Es ginge darum, in einer lauten Welt zur Ruhe zu kommen. Nicht das originellste Konzept, aber so stelle ich mir die Verfilmung meines Lebens vor. Der Titelsong zu diesem Film... schwierig. Es gibt immer wieder Lieder, die eine bestimmte Episode meines Lebens oder auch nur einen kleinen Moment gut beschreiben - jedenfalls mit meiner eigenen Interpretation. Manchmal ist es allein die Akustik, die sich dem Geschehen perfekt anschmiegt. Ich glaube, insgesamt würde es sehr viel Zeit kosten, bis ich die Hintergrundmusik für verfilmte Momente meines Lebens ausgewählt habe. Die Titelmusik auszuwählen, ist wirklich nicht leicht. Aber es gibt ein Lied, das seit ich es kenne unverändert gut zu meinem Leben passt: I Am A Rock von Simon & Garfunkel. Für meinen Film stelle ich mir eine Coverversion davon vor, die etwas ruhiger, gemäßigter ist, dumpfer, aber immer noch schön.

View more

Sag deine Lieblinsband

Vor meinem Auge spielt sich eine Szene ab, in der mich jemand in einer dunklen Ecke am Kragen packt und mit drohend erhobener Faust sowie eindringlichem Blick drängt, meine Lieblingsband zu verraten. "Nun sag schon, sonst...! Ich muss es wissen!" Das ist mir bisher jedes Mal passiert, wenn ich über diese Frage - nein, pardon - diesen Befehl stolperte.
Aktuell habe ich wieder eine Phase, in der ich zwar sehr intensiv auf Musik reagiere, aber nicht auf eine bestimmte Band eingestimmt bin, ja selbst der Drang nach Musik gar nicht präsent ist, sondern sich erst bemerkbar macht, wenn ich welche höre und spüre, wie leicht sie mich macht, wie sie mich repariert. Besonders bei der Musik von System Of A Down (wirr durch die Alben durch) und Marina and the Diamonds (The Family Jewels) fiel mir das in den letzten Tagen auf. Allein die große Diskrepanz zwischen den Stilen und Genres beider Musiker zeigt mir, wie schwierig es ist, momentan eine Lieblingsband oder auch nur eine Lieblingsmusikrichtung zu benennen. Daher kann ich leider meine Lieblingsband, die - wenn vorhanden - immer phasenbedingt ist, nicht nennen. Es tut mir leid!
PS: Über das Wort Diskrepanz dachte ich vorher nie nach, gerade tanzt es allerdings auf meinem ästhetischen Empfinden. Das Wort passt, wie es ist; es vermittelt nicht den Eindruck, eine andere Bedeutung würde es besser kleiden. Und doch: Die Buchstabenkombination kommt mir so falsch vor, dass ich zweimal prüfen musste, ob es wirklich so geschrieben wird. Dis-kre-panz. Kre. Panz. Das hat etwas witziges, aber leider ist es auch unschön.

View more

Liebe ist...

Liebe ist, alle Fenster in der Wohnung zu putzen - davon die meisten bodentief - nur damit die Katze wieder störungsfreie Sicht nach Draußen hat.
Liebe ist, alle fünf bis zehn Minuten ohne Mühe daran zu denken, nachzusehen, ob die Katze noch ein Luftloch in ihrer Deckenhöhle hat.
Liebe ist, immer vor dem Verlassen des Hauses zu überprüfen, ob die Schlafplätze der Katze schön aufgeflauscht sind und die Wohnung einen katzensicheren Zustand hat.
Liebe ist, mies gelaunt zu sein und nichts dringender zu wollen, als wieder nach Hause zu kommen, wenn ich nach einem "Streit" mit der Katze außer Haus musste.
Liebe ist, dass ich diese Auflistung hier unendlich weit fortführen könnte.

View more

+1 answer Read more

Wovor ekelst du dich?

Goethes Groupie
Ich ekel mich davor, Geld oder Schlüssel beziehungsweise Materialien, die einen unangenehmen Geruch auf der Haut hinterlassen, anzufassen. Wenn ich mir die Hände gewaschen habe, ekelt es mich, Papier, Karton oder raue Oberflächen anzufassen, ehe ich mir die Hände eingecremt habe. Einen riesengroßen Ekel habe ich vor verkommenen Lebensmitteln; selbst wenn ich sie nur sehe, muss ich mir danach die Hände waschen. Wenn in Filmen irgendetwas mit Zähnen passiert - eigenständiges herausziehen, brechen, ausspucken - oder wenn ich bloß davon höre, durchfährt mich immer ein ganz furchtbares Gefühl. Selbst gerade darüber zu schreiben, ekelt mich. Berührungen von Fremden ekeln mich auf gewisse Weise. Manchmal ekelt es mir vor meiner selbst - vor meiner Schwäche, vor meinem Gejammer. Zum Glück nicht mehr so häufig. Außerdem ekeln mich die Worte, die Unbedachtheit, die Grausamkeit mancher Menschen.
Viel mehr fällt mir auf Anhieb nicht ein aber mit Sicherheit gibt es da noch etwas.

View more

-

Inkorrektes Konzept
Ich erinnerte mich vorhin an eine Sache, die ich früher häufig machte. Wenn ich zu Fuß alleine unterwegs war, rannte ich ohne erfindlichen Grund einfach los. Von jetzt auf gleich. Mit jedem Schritt wurde ich schneller und ich versuchte stets, noch schneller zu werden, obwohl natürlich irgendwann das Maximum erreicht sein musste. Ich spürte den Wind, hörte, wie er an meinen Ohren vorbeipfiff und am meisten liebte ich es, wenn ich starken Gegenwind hatte, der mich zu bremsen versuchte. Das Ziel bloß ein unsichtbarer Punkt, der sich, sobald ich ihn erreicht hatte, um ein paar Meter weiter nach vorne verschob. Und irgendwann meldete mir mein Körper, dass ich nicht mehr konnte und ich rannte nur umso schneller, wollte meine Grenzen nicht gewinnen lassen. Ich hörte erst auf, als da nur noch die Geschwindigkeit und die Bewegung war, erst, als ich das Körperliche mental überwunden hatte. So wie ich plötzlich losrannte, ging ich abrupt wieder. Es war, es ist eine gänzlich schöne Sache, vielleicht etwas eigenartig. Und ich möchte es unbedingt wieder tun.

View more

Katzenmenschen: Was hat eure Katze schon alles zerstört? Katzenlose Menschen: Was habt ihr schon alles zerstört?

Sie hat zwei Paar Kopfhörer auf dem Gewissen. Schlaf, natürlich. Dank ihr musste ich einen Vorhang loswerden, den sie immer wieder erklomm. Ladekabel und Mäuse sind zu kritischen Zuständen angeknabbert worden. Sie zerstörte einen Elektroheizkörper. Bücher und Ordner (zum Glück nur Lehrbücher aber trotzdem schlimm) haben Bissspuren an Ecken und Seiten - teilweise sieht man, dass es sehr feucht wurde - und manchmal fehlen Ecken einfach gänzlich. Ich habe auch eine Tür, an der eine Ecke fehlt und die süßen Zahnabdrücke findet man dort natürlich auch. Mit Hilfe dieser Tür schaffte sie es außerdem, für die Instabilität einer Verbunddecke (ich glaube, das heißt so?) zu sorgen, die momentan gefährlich lose hängt. (Okay, das ist nur eine Vermutung aber... liegt nahe.) An sämtlichen Teilen meiner Bettwäsche lugt zu allen vier Ecken die Decke oder das Kissen heraus, weil sie wohl zwanghaft Ecken entfernen muss aber dabei immerhin aufpasst, dass das Bettzeug nicht kaputt geht. Außerdem knabberte sie BHs und Taschen an, natürlich nicht einfach an irgendwelchen Stellen, sondern gezielt an den kritischsten: Den Trägern. Auch Stifte haben Zahnabdrücke aber die gehen dadurch immerhin nicht kaputt. Sehr wohl kaputt geht jedoch Kleidung, wenn man auf ihr herumnagt und da glaubten zwei sehr hübsche Teile dran, sowie eine Jeans, die sie mal mit ihrem Kratzbaum verwechselte. Während ich sie trug. Auf dem Pflanzenfriedhof landeten ihretwegen auch ein Ficus sowie ein Vergissmeinnicht. Ersteren schlug sie so oft, bis er starb, was natürlich ein langer Prozess war, und zweiteres aß sie einfach. Und eine wirklich wunderschöne Vase musste sterben!
Und trotzdem liebe ich dieses kleine Monsterchen über alles und lasse mich von ihrem Unschuldsblick mit den riesengroßen blauen Augen verarschen. Tja.

View more

TF: Was macht dich zum folgenswerten User?

Meiner Meinung nach findet sich alles, was ich hier von mir gebe, interessanter, durchdachter und wortgewandter auf anderen Accounts. Überhaupt denke ich, dass ich ziemlich uninteressant bin.
Jedoch denke ich auch, dass, obgleich es anderswo bessere Antworten gibt, meine nicht direkt schlecht sind. Folgenswert ist vielleicht, dass ich Fragen ernsthaft beantworte, nicht bloß mit einem Wort, sondern mir durchaus auch Gedanken mache und Mühe gebe, mich verständlich auszudrücken.

View more

Was fragst Du dich selber?

jupiteruntergang
Momentan stellt sich mir immer wieder die Frage, weshalb ich eigentlich nicht Entdecker, Forscher, was auch immer geworden bin. Eigentlich wusste ich immer schon, dass mich kaum etwas mehr begeistert, als die Natur. Wetter, Phänomene, Lebewesen, Veränderungen durch andere Lebensbedingungen. Vor Natur- und Tierdokumentationen sitze ich immer mit glänzenden, weit aufgerissenen Augen, staunend, begeistert, sehnsüchtig. Ich wäre auch gerne auf Antarktika, um bisher unentdeckte Tiere unter der Eisdecke zu erforschen, ohne Schaden zu hinterlassen. Und um all die Auswirkungen zu ermitteln, die sich durch die Aurora oder Vulkane ergeben.
Der Grund ist mir eigentlich auch klar. Die Schulbildung, die doch eigentlich auch dafür da ist, dass jeder herausfindet, was ihm liegt, was ihn interessiert, war bei mir in dieser Hinsicht einfach nicht intensiv genug. Ich kann gerade mal ein oder zwei Jahre Biologie vorweisen. Ein Jahr Chemie. Zwei Jahre Erdkunde. Nicht viel. (Die Grundschule zähle ich nicht.) Ich kann mir vorstellen, dass ich einen ganz anderen Weg eingeschlagen hätte, wenn das anders gewesen wäre. Natürlich trage ich selber auch viel Schuld daran. Ich war ein furchtbar dummer, typischer Teenie; war die ganze Zeit damit beschäftigt, cool und rebellisch zu sein und ignorierte meine Interessen, um irgendwo reinzupassen, wo ich gar nicht hingehörte. Und als es dann so weit war, dass ich mir meiner Interessen bewusst sein musste, war ich mir derer eben nicht bewusst. Nicht im vollen Umfang.
Natürlich mag ich, was ich mache. Meine Entscheidung war nicht doof und mit ihr habe ich bestimmt kein langweiliges und außerdem ein recht gesichertes Berufsleben. Es ist nun mal so, dass jetzt, wo sich mein Studium dem Ende zuneigt, all meine anderen Interessen zu kribbeln anfangen, Angst haben, nie so sehr ausgelebt werden zu können, wie sie es verdient hätten. Dokus gucken ist ja schön und gut. Bücher und Fachzeitschriften lesen auch. Aber meine Interessen wollen leben. Nicht bloß im kleinen Käfig gefangen sein und regelmäßig gefüttert werden. Natürlich könnte ich auf eigene, nicht berufliche Faust versuchen, mehr daraus zu machen aber ich bräuchte jetzt schon längere Tage, um alles zu erledigen, was ansteht. Vielleicht ist nach dem Studium mehr Zeit dafür. Vielleicht beschließe ich auch in fünf Jahren, alles hinzuschmeißen und eben einen anderen Traum zu erfüllen. Das, was ich in den letzten drei Jahren lernte, wäre für diesen Weg sicher auch sehr nützlich. Neben dem Warum frage ich mich das auch: Was. Was wird daraus, aus all dem, was ich jetzt gelernt habe und dem, was ich noch misse?

View more

Welche beruflichen Ziele / Wünsche hast du? Und was tust du, um diese zu verwirklichen?

Nun, mit dem Beginn meines Studiums habe ich schon einen Schritt in Richtung Verwirklichung beruflicher Ziele getan. Ich studiere Informatik und habe aktuell auch vor, später einen Beruf in dem Bereich auszuüben. In der Forschung und Entwicklung würde ich mich wohlfühlen aber es gibt noch so viele andere Möglichkeiten, die ich erst besser kennenlernen müsste, um zu wissen, ob das etwas für mich ist. Ich werde am Ende einfach in eines der vielen kalten Wasser springen und na ja, sehen, was daraus wird. Es sind eher ein paar Grundsätze, die ich für meine berufliche Zukunft habe. Ich möchte das, was ich tue, beherrschen und gleichzeitig davon gefördert werden. Ohne Herausforderungen und Dingen, die ich lernen muss, würde ich von der Eintönigkeit unglücklich. Wichtig ist mir auch, mein Leben nicht vom Beruf einnehmen zu lassen. Ich möchte nicht bloß noch aus Stress bestehen, von morgens bis abends arbeiten um dann Zuhause nur duschen und schlafen zu gehen. Nein, da muss schon ein Gleichgewicht bestehen. Aber so leicht das auch klingen mag, es passiert ganz schnell, dass man in solch ein Leben hineinrutscht und es gar nicht richtig merkt.
Unabhängig davon hoffe ich, später die Zeit und Möglichkeit zu haben, mich auch auf einem ganz anderen Gebiet zu bilden: Psychologie. Wie und in welcher Form, weiß ich noch nicht. Es ist hauptsächlich Interesse oder gar ein Drang. Natürlich möchte ich beruflich trotzdem bei der Informatik bleiben; es sei denn, es bietet sich später mein Traumjob im Bereich der Psychologie. Das ist aber utopisch.

View more

Teile doch bitte eine beliebige Erinnerung mit uns!

jupiteruntergang
Ich erinnere mich sehr gerne an die einzige Sommerromanze, die ich je hatte. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich anfangen soll. Ich denke gerne an den Moment, an dem wir uns zum ersten Mal so richtig unterhielten. Wir kannten uns vorher schon, aber bloß flüchtig. Wir waren in einer Art Irrgarten, der mit bunten, ineinander verlaufenden Lichtern versehen war. Nachdem wir einigen Quatsch machten und Ärger bekamen, machten wir es uns gemütlich und redeten und ich wusste sehr genau, dass diese Person wenig von mir weiß und von vielen Dingen fälschlicherweise ausgeht. Da räumte ich direkt auf und fand das Staunen unheimlich amüsant. Es war ein schöner Nachmittag, der aus zwei Fremden zwei Menschen machte, die sich leiden können. Von dieser Erinnerung springe ich gerne zu weiteren Momenten, in denen wir dummes Zeug machten, sodass andere Leute nur kopfschüttelnd dastehen konnten und manche uns später um etwas mehr Disziplin bitten mussten. Weil wir Büromöbel mit Rädern schnell anschoben und darauf sprangen und lachend durch die Gänge fuhren. Weil wir ein dämliches Ballspiel spielten, bei welchem man jemanden hauen muss, sobald der Ball zwischen den Beinen durchrollte. Weil wir versuchte, Ballspiele mit Trampolinspringen zu vereinen. Und so manches andere. Wir konnten so viel miteinander lachen. Ich denke auch unheimlich gerne daran, wie wir beinahe nie einer Meinung waren und uns liebevoll stritten. Manchmal ging es dabei auch bloß darum, wer den nächsten Kaffee holt. Irgendwann merkte ich, wie ich mich unheimlich auf jeden neuen Tag freute, einfach, weil wir beisammen sein konnten und es mich mit so viel Glück erfüllte. Ich liebte es, wenn wir uns berührten. Irgendwann war es so weit, dass ich geradezu süchtig danach war und versuchte, Momente herbeizuführen, die Berührungen beinhalten. Dabei sei gesagt, dass es nie zu irgendetwas Intimen kam, ja nicht mal ein Kuss. Alles blieb unausgesprochen. Aber ich bin mir ziemlich sicher - und andere waren das auch, die uns ganz subtil näher bringen wollten - dass dies keine einseitige Sache war. Nein, da waren Funken in Überhauf. Und was das Schöne an diesen Erinnerungen ist: Das Ende war von Anfang an festgelegt und... da war kein Schmerz, kein Groll, als es soweit war. Ich hätte zwar unheimlich gerne gesagt, was ich fühle, aber ich vermute, das hätte die Erinnerung in etwas schlechteres Licht getaucht. Es war eine unmögliche Zusammenkunft und das wussten wir. Ich hoffe, die Person weiß und spürte, wie sehr ich ihr zugetan bin. Aber ob es so ist oder nicht: Die Erinnerung besteht nur aus Schönem. Sie erzählt von zwei Menschen, die glücklich miteinander waren. Von einer unerwartet bedeutenden Begegnung, deren Ende vorgeschrieben war. Ich hoffe, dass mir jede einzelne Erinnerung an diese Zeit so intensiv und umfangreich erhalten bleibt, wie noch heute.

View more

Was gibt es, das „uncool" ist, aber das du trotzdem tust?

Ich bin aus dem Alter raus, in dem in "cool" und "uncool" kategorisiert wird. Das, was ich machen möchte, mache ich auch und ich denke gar nicht darüber nach, was davon cool ist und was nicht. Uncool ist nur, dass ich nicht alles mache, was ich will, weil ich mich selbst stoppe. Sei es wegen Faulheit, leicht zu überwindender Furcht oder einfach nur dem Ausbruch aus dem Gewohnten, vor dem ich mich drücke.

View more

Next