http://www.youtube.com/watch?v=hdSMZTSRQNc Höre dir dieses Lied an! Was fühlst du?

scientiam
Dieses Lied ist so gefühlvoll und schön zugleich.
Ich könnte mir vorstellen mit diesem Lied einem Blinden die Welt zu zu erklären. Wie der Sehende den Sinn des Lebens wahrnimmt.
Ich musste an die Schwerelosigkeit denken, an das Unwissende und an das ständige treiben.
Ich musste an das erschaffen von der sinnlosen Sinnigkeit denken.
So würde ich es dem Blinden ungefähr anhand dieses Liedes erklären:
0:00-1:58 : Der Mensch wird geboren und treibt, ist aber sorgelos, er fragt nicht nach, er sucht nicht diesem Sinn des Lebens, er hat ihn bereits in Kleinigkeiten gefunden über die er staunt.
An dieser Stelle würde ich ihm einen Stein in die Hand drücken und meinen dass er ein Wunder in der Hand hält und dadurch dass er diesen Stein fühlen kann, er selbst ein kleines Wunder ist.
Ich würde ihm auch sagen, dass der Mensch die Welt farbig und bunt sieht. Und wenn er mich fragen würde was Farben sind, dann würde ich ihm sagen, dass ihm das niemand erklären kann. Ich würde ihn ein wenig enttäuschen und würde ihm sagen, dass der Mensch nur durch das SCHAUEN die Farben sehen kann.
1:59-3:57: An dieser Stelle würde ich ihn fragen ob ihn meine Aussage nicht traurig gemacht hat bzw. ob er schonmal traurig darüber war anders zu sein und nicht sehen zu können. Ich würde mit einem Ja rechnen und ihm sagen, dass an dieser Liedstelle sich langsam die Furcht bemerkbar macht. Der sehende Mensch macht sich die Unsorge zur Sorge, er muss Verantwortung kennen. Genauso wie der Blinde Verlass auf seinen Blindenstock hat, haben wir Verlass auf unseren Beruf, wir denken dass wir durch das Geld sicher sind.
3:58-7:01: Aus dem Schauen wird nun das Sehen. Der Mensch denkt nicht mehr nach und tut, er hört ohne hinzuhören und sieht ohne hinzuschauen. Ich würde ihm sagen, dass so ziemlich jeder einen Blinden über seinen Hörsinn beneidet, denn er hört so viel, was wir längst nicht mehr hören werden. Der Mensch redet nun ohne nachzudenken. Ich würde dann ein Blatt von einem Baum abflücken und es über mein Gesicht legen. Ich würde den Blinden fühlen lassen und ihm sagen, dass jeder Sehende beim anderen Menschen nur dieses Blatt sieht, aber nie das nackte Gesicht. Es ist also eine Art Schutzschild geworden.
7:02-9:23: Der Mensch hat nun alles erreicht was er nur erreichen wollte, er hat Arbeit und Geld, er fühlt sich sicher. Er muss trotzdem an Minute 1:59-3:57 vom Lied zurückdenken, denn er merkt wie sehr ihm dieses Schauen fehlt. Aber gleichzeitig hält er diesen Gedanken für dumm und arbeitet weiter. Aus dem Sehen wird nun das bloße Wahrnehmen. Die Farben wischen inzwischen nur noch schnell vorrüber.
9:24-12:04: Aus dem Schauen wurde also das Sehen, aus dem Sehen wurde das Wahrnehmen und aus dem Wahrnehmen wurde nun das Registrieren. Der sehende Mensch ist inzwischen blind geworden.
An dieser Stelle würde ich den Blinden aufmuntern und sagen, dass er besser sieht als wir es tun. Wir haben die Farben auch schon längst vergessen.
Ich fühle mich durch dieses Lied blind.

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