Ask @Klugdiarrhoe:

Grüß Dich Uri....ich lese und frage mich, wie kommt der Künstler auf Lenin, der nicht nur der tolle Revoluzzer war. In Deinem Kopf finden bestimmt viele Revolutionen statt. Ich habe aber auch manchmal Einfälle, ohjeh. Bis 370 muss ich warten, hast Du gesagt?Ich wünsche Dir viel Inspiration im Garten

Else's (っ◕‿◕)っ
Zwei, drei Folgen und dann ist es soweit, liebe Else. Du übernimmst das Irrenhaus und ich hoffe sehr, dass du es auf eine sehr inspirative Art und Weise machst, mit Magie, Charme und Empathie - ja, das alles traue ich dir zu.
Ich habe dir ja schon meine Gegenfrage geschickt, was Lenin für dich war und sein kann, was du über ihn weißt und mir mitteilen möchtest.
Wenn du mit „Künstler“ mich meinst, kann ich nur sagen: liegt mir Lenin nicht fern. Seinen „Materialismus und Empiriokritizismus“ habe ich verschlungen, „Was tun?“ ebenso - die Aufgaben der Jugendverbände waren mir ein Herzensanliegen, vielleicht wäre ich auch gerne ein Berufsrevolutionär, was doch etwas anderes ist als ein Revoluzzer. Genau der feine Unterschied dazwischen interessiert mich. Und natürlich die Frage nach der Psychologie der Aura, nach der Ausstrahlung eines Menschen, nach seinem Charisma. Kann man diese Ausstrahlung in der Politik inszenieren, propagandistisch geschickt ins Licht setzen? Kann man Charisma mißbrauchen oder ist Charisma schon das Ergebnis eines Mißbrauchs?
Ja, das sind für mich wahrhaft sokratische Fragen.

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Niklas hat Maria am Hals, Alice und Filo mit den Luftwaffenpiloten in Rick's Café und bei Basti zerfällt die Realität mit Nadia, während zwei Todeskandidaten in der Finsternis warten. SOKRATES Folge 367:

Uri Bülbül
Was ist Ideologie? Was Idealismus? Wann wird aus den beiden in einer gefährlichen, explosiven Mischung wie beim Knallgas Fanatismus? Fanatismus, an dessen Reaktion nicht einmal so etwas Wunderbares wie Wasser als H2O entsteht? Philomena dachte an Victor Laszlo aus dem Film Casablanca. Und sie fragte sich, wie das eigentlich funktionierte, dass Menschen zu Berufsrevolutionären wurden. Natürlich dachte sie da an den realen Idealtyp des Berufsrevolutionärs Wladimir Iljitsch Uljanow , der am 22. April 1870 in Simbirsk als Sohn eines in den Adel aufgestiegenen Schulinspekteurs und einer Gutsbesitzertochter geboren wurde. Auf einer historischen Internetseite stand hinter dem Namen Uljanow in Klammern: «(ab 1924: Uljanowsk; inzwischen zurückbenannt)». Gedankenverloren schmunzelte sie unwillkürlich. Der Flugkapitän der Luftwaffe zur Zeit auf dem Abstellgleis aus irgendeinem Grund, den er nicht ganz recht verstand, wie den ganzen Vorfall, oder sollte man eher von einem „Vorgang“ sprechen? -dieser Flugkapitän gefiel dieses Schmunzeln in Philomenas Physiognomie ausgezeichnet; darin hätte er sich verlieben können. Es hatte etwas ungeheuer und bodenlos Philanthropes an sich. Wie konnte man so sehr die Menschen und das Leben lieben? Wieviel Kraft und Mut gehörte dazu? Philomena aber war in Gedanken in eine andere Gegend des Universums gereist. Rick's Café lud sie dazu ein und führte sie über „Spiel's noch einmal, Sam“ und den tränenverträumten Augen Ingrid Bergmans zu Victor Laszlo, der nicht verwechselt werden sollte mit Bastis Freund in der schiefen Hütte, dessen Name mit „k“ geschrieben wird und der mit dem Familiennamen so heißt wie das von ihm erschaffene und berühmt gewordene Monster Frankenstein. Aus Leichenteilen zusammengesetzt und eines gewittrigen nachts zum Leben erweckt. Das ganze Bestreben der modernen Wissenschaft in einer Symbolfigur zusammengefasst. Nein, nein, in diese Richtung gingen Philomenas Gedanken nicht. Vielmehr landeten sie in einem Städtchen dessen Name «inzwischen wieder rückbenannt» worden war. In der Geburtsstadt der prototypischen Symbolfigur des Berufsrevolutionärs Wladimir Iljitsch Uljanow: Simbirsk. Welche bedeutungsvolle Aufladung konnten Menschen als Persönlichkeit gewinnen – in der Geschichte? - in der Politik? -im öffentlichen Bewusstsein? Musste man dazu in der Atmosphäre aus dem Gemisch von Idealismus und Ideologie Fanatismus ausatmen wie Feuer speiende Drachen? Selbst das deutsche Kaiserreich, was ja nun alles andere als für revolutionsfreundlich gelten konnte, hatte in seinen Ämtern, in seinen Geheimdiensten und bürokratischen Eingeweiden etwas erkannt, was durchaus als mysteriös gelten durfte: die Bedeutung eines Menschen für einen Staatsstreich oder für eine gesellschaftliche Umwälzung oder eben für eine „Revolution“, was auch immer man darunter verstehen mochte. In Casablanca, dem Film, sollte Victor Laszlo solch ein Mensch sein. Aber der prototypische Amerikaner hielt nichts von einem solchen Berufsrevolutionär.

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Was heißt sensitiv?

Buntstift
Sensitiv sind Menschen, die besonders ausgeprägte Fähigkeiten haben, Stimmungen, Dinge, Verhältnisse, Erscheinungen zu erspüren, die den meisten Menschen in der Regel entgehen. Sie haben sozusagen besondere Antennen der Wahrnehmung im Sozialen, wie Psychischen. Das kann sogar bis in den Bereich des Parapsychologischen reichen. Ich habe von Menschen gehört, die erspüren können, wenn jemand vor Jahren oder Jahrzehnten in einem Haus gewaltsam ums Leben gekommen ist.
Für gewöhnlich sind solche Energien nicht mehr erfahrbar. Für einige besonders Sensitive scheinbar schon. Aber man weiß auch nicht genau, wo die Realität aufhört und Legende beginnt. Deshalb ist SOKRATES ja auch eine surreale Erzählung.

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Wer ist Dein persönlicher Held? Was macht ihn dazu?

Renate
Ich habe keine persönlichen Helden. Jeder Mensch ist in außergeöhnlichen und unerwarteten Momenten fähig, Heldentaten zu vollbringen wie ebenso jeder Mensch in wichtigen Momenten versagen kann und von mir auch auch darf. Schwäche zeigen kann auch Stärke sein.
Aber einen Menschen würde ich in diesem Zusammenhang doch besonders hervorheben wollen, auch wenn ich ihn weder persönlich kennengelernt habe noch er mein persönlicher Held ist: Viktor Frankl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Frankl

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Wann wird das nächste Sokrates-Buch fertig?

Das vierte SOKRATES-Buch wird hoffentlich Ende September erscheinen. Und es wird einige Antworten auf Fragen wie:
1. Wird die junge Kommissarin Johanna Metzger wieder aus dem Koma erwacht sein?
2. Taucht der verschwundene Sonderermittler wieder auf? Oder erfährt man wenigstens etwas über sein Verbleib?
3. Wird das gelbe Lego-Kamel endlich von Basti gebaut und erwacht es zum Leben?
4. Was macht eigentlich der Theaterphilosoph in der Psycho-Villa?
5. Welche Rolle spielt der sensitive Ben @Gedankenkammer ?
6. Lüftet sich das Geheimnis um das Metzger-Paket?
7. Werden Alfred Ross und das Wölfchen ihre Gefangenschaft überleben.
Sieben magische Fragen für das unmagische vierte SOKRATES-Buch.

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Manchmal überkommt mich, völlig ohne Grund ein Gefühl absoluter Traurigkeit und ich fühle mich einsam. Kennst du das? Wenn ja: wie gehst du damit um?

ialociN
Lieber Nicolai, ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Neben Menschen, die mir zu helfen versuchen und manchmal mit mehr und oft mit keinem Erfolg mir zur Seite stehen, hilft mir persönlich der Garten und die Arbeit darin sowie der Aufenthalt in meinem Gartenhäuschen. Was mir leider gar nicht hilft und das Gefühl nur bestärkt, ist das Schreiben und Sitzen am Computer, weshalb meine Beiträge hier und die SOKRATES-Folgen etwas darunter gelitten haben.
Im Moment versuche ich aber auch die Schönheit des Lebens und die Freuden des Welt und die Gelassenheit wahrer tief greifender Liebe neu für mich zu entdecken. Aber ganz ehrlich: der Erfolg ist sehr fragil und die absolute Traurigkeit in vielen Momenten ganz, ganz stark - insbesondere morgens habe ich damit Probleme. Ich bin ein analytischer Mensch, so untersuche ich verschiedene Aspekte der Trauer, Zeitpunkt des Auftauchens, Regelmäßigkeiten, Abhängigkeiten usw. Dabei entwickle ich auch Vermeidungsstrategien. Mir tun geschwätzige Leute beispielsweise ganz und gar nicht gut; sie nerven schnell und kosten mich Kraft. Ich habe auch schon die Frage hier erhalten, ob mich Leute nerven, obwohl sie mir nichts getan haben. Nein, nicht wenn sie mir wirklich nichts getan haben. Aber ihre Nähe ist schon Aggression, ihre Freundlichkeit schon aufdringlich und ihre Dummheit in ihren Kommentaren unerträglich. Komischerweise haben mich blöde Gemeinplätze noch nie so sehr gestört wie in dieser Phase. Da will ich lieber mit mir und meiner Trauer allein sein. Leute tun mir nicht gut, bis auf ganz, ganz wenige Freunde. Und eigentlich, wenn ich ehrlich sein soll, bis auf meine Freundin.

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wann geht es bei der Geschichte wieder um mich oder um Ophelia?

Oh, wie die Zeit vergeht!!! Die Frage ist ja schon 9 Tage alt. Gestern haben wir im Theater festgestellt, dass dieses Jahr rasend schnell vergeht. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir uns eine Menge, eine große Menge, eine zu große Menge vorgenommen haben.
Ophelia als Delphinmutter und Basti @Maulwurfkuchen als ihr Sohn waren ein wundervoller, ein genialer Einfall. Das kann ich nicht anders sagen. Und ganz sicher ist, dass Ophelia, Basti und der Vorschlag, dass Ophelia vielleicht noch ein Baby bekommt und damit Basti noch ein Geschwisterchen im SOKRATES-Roman nicht hintenüber kippen werden. Viele Vorschläge, die du machst, Basti, ziehen den Roman in Richtung Tiergeschichten und sicher habe ich dazu keine Lust. Ich möchte den Roman eher als eine surreale Erzählung zwischen Himmel und Erde platziert sehen, wovon Hamlet, Ophelias Verlobter ja sagt: es gebe Dinge zwischen Himmel und Erde, wovon sich unsere Schulweisheit nichts träumen lässt.
Das ist es! Genau zwischen diesem Himmel und dieser Erde, in dem Raum, den unsere Schulweisheit nicht erfassen kann, ist der Roman angesiedelt. Und vieles von dem, was du dir wünschst, passt auch sehr gut in diese Sphäre. Auch was Else @Erwachsenenstammtisch im Roman platziert hat: die schiefe Hütte mit dem Forschungslabor im Keller, worin ich deinen Freund Viktor untergebracht habe, passte so herrlich in den Roman.
Der romantische Kosmos ist mit dem Urknall in der ersten Folge auf die Nase des Theaterphilosophen Uri Nachtigall entstanden.
Wer es noch einmal nachlesen möchte:
http://ask.fm/Klugdiarrhoe/answer/107277631417
Und entstanden sind seit jenem Tag 366 Folgen SOKRATES. Und ich bin es keineswegs leid, daran weiter zu schreiben. Manchmal habe ich leider zu viel um die Ohren und komme mit dem Roman langsamer voran, als ich es mir wünsche, aber ich bin immer schön am Ball und du im Spiel. Und wie du dir es wünschst, werde ich auch Rudi bei den Seeräubern nicht unerwähnt lassen. Schließlich gehört er auch in den romantischen Kosmos des SOKRATES. Und du kannst auch nicht einfach im Wassereimer in Nadias Zimmer vergessen werden, während sie in Ruhe baden möchte.
Also geht es noch in dieser Woche munter weiter mit der kafkASKen Erzählung, worin der Kommissar Alfred Ross und das kleine Wölfchen in der Finsternis gefangen sind. Beide an unterschiedlichen Orten und beide doch in großer Gefahr, würde ich denken.

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Lieber Freund Uri, mein Beileid zum Topptroll, welchen Sie dahier aufkreuzen ließen. Hatten Sie das denn so dringend nötig? Ich verpfeif mich jetzt endgültig von ASK, ist mir alles zu bekloppt geworden. Möge sich Ihr Glück fügen, letzte Grüße, Graf Otto @FriedbertvonHohenlohe

Graf Otto, mein Lieber, ich habe „Topptroll“ nur insofern zu verantworten, als ich seine Bemerkung hier beantwortet habe. Ob ich es nötig hatte, kann ich nicht recht beantworten, die Frage irritiert mich etwas. Meine Reaktion auf ihn geschah nicht aus der Not heraus. Aber wen juckt denn wirklich diese Trollerei?
Was das Bekloppte auf ask angeht, ich sehe das irgendwo auch als ein Abbild unserer Gesellschaft und ihres öffentlichen Bewusstseins. Aber ich sehe auch Nischen wie in der Gesellschaft auch. Und auf diese Nischen kommt es an. Freunde, ihre Aktivitäten, ihr Beistand und manchmal auch das Asyl, was sie einem in der seelischen Not gewähren. Die Welt insgesamt ein Sturmgewoge des Wahnsinns und Irrsinns. Sehen Sie eigentlich auch einen Unterschied zwischen „Wahn“sinn und „Irr“sinn?

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Was sind positive Vorteile von Faulheit?

Der Müßiggang erlaubt es mir, darüber nachzudenken, ob es auch negative Vorteile gibt. Faulheit ist für mich die protestantische Verurteilung der Muße durch das elende Arbeitsethos vom Schweiße deines Angesichts und eine moralische Verurteilung der Muße durch die Sklavenmoral!
Für den Edlen (Freien) ist die Kreativität Arbeit und Erschaffen. Für den Sklaven: Schinderei. Und jeder Mensch von Natur aus edel hat das natürliche Recht, sich aus der Sklaverei zu befreien. So kann „Faulheit“ der erste Schritt sein in diesem Befreiungskampf, indem sich der Mensch durch Nichtstun und Verzögern (Faulheit) der Sklavenarbeit, das ist die fremdbestimmte Arbeit, entzieht und erst einmal nicht genau weiß, wie er seine eigene Arbeit, diese selbstbestimmte finden soll. In dieser Phase entstehen leider auch Irritationen beim Menschen; statt sich zu befreien begibt er sich in Spielsucht, Drogensucht, Alkoholismus, weil er moralisch völlig überbaut keine Perspektive für sich sieht und die Faulheit so in Selbstdestruktivität mündet. Dann zeigt das protestantische Arbeitsethos wieder auf diese Menschen und sagt: Seht, Muße ist aller Laster Anfang!
Ich sehe meine Aufgabe als Straßenphilosoph darin, hier einen anderen Blick auf die Dinge unseres Lebens zu ermöglichen, damit wir endlich das Paradies erkennen, in dem wir leben und aus dem wir gar nicht verstoßen wurden, sondern durch Sklaverei uns selbst beraubt und entfremdet.
Und würde man Marx und Engels nicht verteufeln, sondern ordentlich lesen, würde sich vieles am Begriff der Arbeit und an der Arbeitsmoral sowie am Arbeitsethos ändern.
Und bevor mir wieder jemand mit der DDR oder der Sowjetunion kommt: In diesen Staaten wurde auch nichts anderes als das Arbeitsethos praktiziert und der Mensch zur Sklaverei verdammt. Und ich sage und denke: Oh Mensch, wach auf, du Verdammter dieser Erde! Und finde zu deiner schönen Freiheit! Dann wirst du auch einen anderen Arbeitsbegriff haben.
Ich gehe jetzt Rasen mähen, freue mich auf die GartenARBEIT :) *-*

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Zeit entscheidet ob wir kämpfen oder weitergehen sollten. Bevor der Morgen kommt, weiß ich ob wir zusammen gehören können oder unsere Liebe falsch war. Glaubst du mir?

Habe ich von dieser „unserer“ Liebe etwas mitbekommen? Ich kann dich nicht einmal annähernd zuordnen. Liebe wäre für mich in erster Linie Offenheit und kein Versteckspiel auf ask.fm Also kannst du mit Gewissheit davon ausgehen, dass ich dir nicht glaube!

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Würdest du deinem Freund/Freundin verzeihen wenn er dir fremdgeht?

Wo genau liegt die "Schuld", die verziehen werden müsste? Die Frage ist für mich: Kann ich damit leben und umgehen? Kann ich es verkraften? Und das hängt von sehr, sehr vielen Faktoren ab. Verkneife mir jetzt mal ein Wortspiel nicht: «Fuck*toren» Haha :)))

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Also wenn du jetzt mit Karl Marx und Friedrich Engels argumentierst müssen wir gar nicht weiter diskutieren. Der Kommunismus hat weltweit über 100 Millionen Menschen das Leben gekostet und ich erwarte von klardenkenden menschen, dass sie so eine Menschenverachtende Ideologie ablehnen. Schönen Tag!!!

Uri Bülbül
schreibt mir ein Anonymus und wünscht mir einen schönen Tag. Ich brauche die Denktabus von Anfängerdemagogen und ihren guten Wünschen nicht. Schauen wir uns doch mal die „menschenverachtende Ideologie“ allein schon in der obigen Bemerkung an. Sie spielt immer wieder in vielen Argumentationen als ein sich ähnelndes Muster einer Rolle und hat in praktischer Konsequenz staatlicher Machtapparate mit der Psychiatrie auch fatale menschenverachtende Konsequenzen gehabt.
Das Muster sieht so aus: „Wer in etwa meiner Meinung ist, ist klar denkend. Und wer das gut findet, was ich verachte und verteufle, ist verrückt, irre, nicht klar denkend, im Irrtum (was noch das Harmloseste ist!)“.
Das Muster funktioniert in der Rhetorik dann etwa so: „Wie jeder vernünftige Mensch weiß...“ (Aha, und wer anders denkt, irrt sich, hat also kein Wissen über die Sache und ist zudem nicht vernünftig)
Mit dir, lieber Demagoge, muss und diskutiere ich auch nicht. Aber dein Beitrag ist ein willkommener Anlass, die rhetorische Strategie etwas unter die Lupe zu nehmen - nicht für Dich, aber es gibt ja auch andere Menschen, die das lesen können.
Inhaltlich steht oben der größte Quatsch: 1. ist die Theorie, die Marx und Engels entwickelt haben nicht menschenverachtend, sondern humanistisch; Nirgendwo ist sie eine Anleitung oder Aufforderung zum Massenmord wie etwa „Mein Kampf“ 2. kann das, was Menschen aus Theorien gemacht haben auf jedwede Theorie angewandt werden: auf das Christentum, auf den Islam, auf andere Religionen ebenso wie auf die moderne Physik; die Atombombe ist nicht die einzige und hinreichende Konsequenz der Relativitätstheorie, obwohl es von Albert Einstein einen Aufruf an den US-amerikanischen Präsidenten gibt, schnellstens die Atombombe zu entwickeln, bevor es die Nazis schaffen. Auch das schloss nicht automatisch mit in sich ein, dass die Atombomben auf Hiroshima und Ngasaki geworfen werden mussten. Aber ich will mich nicht in Details verlieren; wichtig ist hier nur, dass jedwede Theorie nach Auslegungen zu Morden und Verbrechen führen kann, ohne diese in der Konsequenz in sich zu tragen. Selbst Theorien, die faschistisch sind, müssen nicht verwirklicht, angewandt werden.
Hinzu kommt, dass der Kapitalismus selbst, die Sklaverei zuvor, die Leibeigenschaft und der Feudalismus allesamt Ordnungen höchst menschenverachtenden Ausmaßes sind. Mit welcher Theorie sie garniert serviert werden, spielt keine Rolle. Mit dem Christentum und der göttlich geschaffenen Ordnung hat man auch die Sklaverei und Leibeigenschaft begründet; und was im Namen anderer Religionen alles passiert ist unfassbar. Nichts davon sagt wirklich etwas über die Theorien aus. Also finde ich die Tabuisierung von Marx und Engels nicht im Sinne einer aufklärerischen und vernünftigen Denkweise, aber als Irre würde ich meinen Kontrahänten nicht bezeichnen und ihm auch kein Irrenhaus wünschen. Und wer weiß schon, was "klares Denken" genau ist ;)

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