Oh, ich habe in meiner letzten Antwort das Thema verfehlt, ha, ha... Aber da kommt schon der elfte Teil des Romans. SOKRATES -Der kafkASKe Fortsetzungsroman:

Uri Bülbül
Teil 11
«Diese Ereignisse sind meiner eigenen Romanwelt entsprungen», sagte er sich. «Ich habe von meiner eigenen Phantasie eins auf die Nase bekommen: „Hier, du blöder Schriftsteller! Da hast du's! Mitten in die Fresse! Werde glücklich mit den Schmerzen, du Idiot!“» Das Auto fuhr. Es fuhr ihn irgend wohin. Es war jedenfalls nicht der Weg nach Hause. Früher nannte man so etwas «Stadtranderholungsgebiet», ein Waldstück von ordentlichen Ausmaßen, und die Straße wurde enger und kurviger. Er fuhr diese Strecke nicht oft, es war eine Gegend, in die er eigentlich äußerst selten kam. Der Wald war dichter und dunkler, als er es erwartet hatte. Die kleine Straße schlängelte sich ins Tal, wo sich ein kleines romantisches Dörfchen befand, das nun längst eingemeindet war. Viele uralte Fachwerkhäuschen zierten es und neben der Hauptstraße kleine Gässchen. Hier und da hatten sich wohlhabende Menschen ein Häuschen neu erbauen können und hatten das Dorf vergrößert ohne das idyllische Bild zu zerstören. Der Stadtteil hieß Bergersdorf. Vor hunderten von Jahren lebten hier die Bauern und Lehensleute des kleinen Bergersdrofer Fürsten. Er war Burggraf und sollte einen Handelsweg kontrollieren, der durch die hiesigen Wälder führte. Der Benz schob sich nicht zu langsam durch die kleine Hauptstraße und fuhr auf der anderen Seite des nun überquerten Tales wieder bergauf und wieder durch den Wald. Auf dieser Seite im Wald versteckt war eine etwa zweihundert Jahre alte Villa. Die Abbiegung zu ihr verpasste er, weil er zu sehr auf eine deutliche Beschilderung fixiert war. Nach einer geraumen Weile Fahrt gingen ihm zwei Dinge durch den Kopf: 1. «Das kann nicht sein! Ich muss die Abbiegung verpasst haben.» 2. «Warum fahre ich überhaupt dahin? Was will ich dort? Ich sollte besser bei Ayleen auf der Matte stehen und sie zwingen, den Mist in Ordnung zu bringen, der sich über mir zusammenbraut.» Also hielt er an.
Und beim Wenden auf der engen Straße, setzte er das Heck in den kleinen Straßengraben. Nicht tief, aber tief genug, um seinen Benz festzuhalten. Die Reifen drehten durch. Er schaltete auf „P“ und stieg bei laufendem Motor aus, um sich den Schlamassel anzusehen. Jedes andere Auto käme hier weg. Nur sein Benz mit einem Anstrich von Sportlichkeit, was sich „Sportline“ nannte, nicht. Er schaltete den Motor aus und die Warnblinkanlage ein. Was für ein Mist? Was sollte er jetzt tun? Er konnte das Auto unmöglich in dieser Position stehen lassen. Es ragte zur Hälfte mit der Nase in die Straße. Ein Unfall wäre vorprogrammiert. Musste er nun die Gelben Engel anrufen? Das konnte doch nicht wahr sein! Er haderte mit seinem Schicksal als könnte er wie ein trotziges Kind sich der Realität verweigernd aus der Affäre ziehen. Hier zu übernachten erschien ihm auf jeden Fall sicherer, als zu Hause zu schlafen. Würde die Warnblinkanlage die ganze Nacht funktionieren?

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