Der kafkASKe Fortsetzungsroman nimmt wie die Ereignisse im Irrenhaus seinen unaufhaltsamen Lauf. Wer die gesamte Geschichte im Fließtext lesen und sogar kommentieren will, sei auf das Google-Dokument verwiesen. Hier ist die Folge 29...

Uri Bülbül
Südsee? Wie kam er bloß auf Südsee? Er war doch noch bei Doc Parra... @DoctorParranoia beim Ergründer des Wahsinns, in seinem Willkommen im Irrenhaus; Nur echt mit dem doppelten „r“. Ayleen, seine Freundin und Rechtsanwältin, nur echt mit dem doppelten „e“, hatte ihm diese Einrichtung empfohlen und nun... schwamm er entkleidet und entspannt, so munter wie ein Fisch im Wasser in den türkisenen Fluten der Südsee. Er tauchte ein in das wohlige Gefühl, das ihm das Meer spendete und sah unter sich bunte Fischschwärme an Korallen. Oh, dieser Doctor, dachte er, nur echt mit dem doppelten „r“ und meine süße Ayleen mit dem doppelten „e“, ein Teufelskerl! Was hatte er nur für eine wunderbare Nachtschwester bei sich angestellt. Schwester Maja wusste ihm sofort zu helfen. Verhaftet? Er? Von einem Schlägerbullen, der ihm das Nasenbein gebrochen hatte, und von einer Polizistin, mit wunderschönen blauen Augen, die ihm sehr sympathisch war, obwohl sie etwas unterkühlt und zurückhaltend wirkte? Wir war ihr Name doch gleich? Ein bunter Barschschwarm flüchtete vor ihm, als er mit ein paar kräftigen Zügen auf die Korallen zu tauchte. Er konnte einen dunkelroten Seestern in ein paar Meter Entfernung leuchten sehen. Es fiel ihm alles so leicht, so schwerelos, so erfrischend. Er paddelte mit den Füßen, die Arme weit nach vorne gestreckt, als wollte er das Wasser damit zerteilen und machte dann wieder einen kräftigen Zug. Aus sieben Uhr näherte sich ihm, ohne dass er es zunächst bemerken konnte blitzschnell ein riesiger Schatten. Wie ein Torpedo, der ihn unweigerlich rammen und vernichten würde, kam er näher, während er in völliger Wohlfühlstimmung die Aussicht genoss und immer tiefer tauchte. Der Seestern, die bunte Fischwelt, die hin und her wogenden Korallenarme lockten ihn magisch an. Ganz vergessen waren seine Schmerzen im Gesicht. Die gebrochene Nase existierte nicht mehr. Da hörte er eine sanfte Frauenstimme hinter sich: «Er ist tot, o weh! In dein Todesbett geh!» Er sah pfeilschnell einen Torpedo auf sich zurasen, panisch wollte er ausweichen, rings um ihn stiegen Luftbläschen. Das Geschoss verfehlte ihn um Haaresbreite; der Sog, den es erzeugte, wirbelte ihn herum. Verzweifelt versuchte er aufzutauchen, und wieder hörte er die sanfte Frauenstimme engelsgleich singen: «Er ist tot, o weh! In dein Todesbett geh!» War er etwa schon tot? Oder hatte sein Todeskampf begonnen? Hatte sein letztes Stündchen geschlagen, weil die Drachenschwester ihn vergiftet hatte?
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