http://ask.fm/Klugdiarrhoe/answer/117424378809 Ich hatte es versprochen. Und mit einer klitzekleinen Verspätung machen wir uns jetzt an die Folge 34 des Fortsetzungsromans SOKRATES. Es wird kafkASK...

Uri Bülbül
Er durfte nur nicht ertrinken. Allerdings war er allem Anschein nach auf Ophelias Hilfe angewiesen. Sie schwamm wieder neben ihm: «Meinst du, du bist auf meine Hilfe angewiesen? Meinst du, ich könnte dich an Land bringen? Ich kenne eine Vulkaninsel. Sie ist groß und der Vulkan in ihrer Mitte ist aktiv. Aber rund um den Berg mit dem Krater ist ein schöner tropischer Urwald, worin auch ein herrlicher See mit einem Wasserfall ist. Du könntest dich dort wie im Paradies fühlen.»
«Hmmm, wie Robinson Crusoe – nur ohne Freitag oder wie Tarzan ohne Jane.» Mit einem Satz schoss Ophelia pfeilschnell durch das Wasser weg von ihm. Und in etwa hundert Meter Entfernung sprang sie einige Meter hoch aus dem Wasser, wirbelte um sich herum und ließ sich krachend wieder ins Meer fallen und wiederholte ihre Sprünge mehrere Male. Er war froh, dass sie es nicht in seiner Nähe tat. Durch das Spritzwasser und die Wellen wäre er bestimmt wieder in die Bredouille geraten. «Was habe ich nur wieder falsch gemacht?» fragte er sich. «Verträgt sie überhaupt keine Ironie? Woher weiß sie überhaupt, wie es auf der Insel aussieht? Vielleicht ist sie einfach eine notorische Lügnerin. Vielleicht hat Hamlet recht. Vielleicht kann man Weibern niemals trauen. Gertrude, diese Schlampe, war womöglich eine Mitwisserin des Mordes an ihrem Ehemann und versteckte sich nur hinter ihrer dämlichen Naivität. Und Ophelia hatte nichts weiter in ihrem Ziegenhirn, als sich brav an alle gesellschaftlichen Normen zu halten und sittsam und brav zu sein. Weiber haben so etwas Konformistisches. Schnell glauben sie an die Gültigkeit irgendwelcher Regeln. Und schnell lassen sie einen Mann fallen, wenn er sie beim Nestbau nach diesen Regeln nicht unterstützt.» Gallige Gedanken stiegen in ihm auf, und er wurde sogar ein bißchen wütend. Ophelia aber schien vergnügt; schwamm und sprang umher, tauchte tief unter ihm durch und schoss irgendwo wieder in die Höhe, ließ sich ins Wasser fallen und erfreute sich an diesem Spiel. Er schwamm in ruhigen Zügen, weil er nicht abkühlen wollte. Auch in diesem Wasser mit einer angenehmen Temperatur um etwa 20°C konnte man nicht ewig schwimmen, ohne abzukühlen.
Etwa zehn bis 15 Meter unter ihm in der Tiefe, kam ein weiterer Schatten auf ihn zu und schoss Torpedo gleich auf ihn zu, rammte ihn aber nicht mit der Spitze, sondern schlug ihm mit der Schwanzflosse ins Gesicht, dass ihm schwarz vor Augen wurde. Er wollte, da seine Nase getroffen wurde, vor Schmerz aufschreien; aber er schluckte eine Menge Salzwasser, das ihm im Hals brannte und seinen Magen in Aufruhr versetzte. Er keuchte, hustete und würgte. Während eine weibliche Stimme aus der Ferne, irgendetwas Beruhigendes zu sagen schien, rief Ophelia empört: «Basti, was machst du denn da? Willst du ihn umbringen?

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