Liebe Cassandra @AsLongAsYoureThere , du hast mir mit dieser Antwort http://ask.fm/AsLongAsYoureThere/answer/121691850831 eine große Freude, ja das schönste Weihnachtsgeschenk beschert :) Als mein kleines Dankeschön sei dir die 60. Folge des SOKRATES gewidmet:

Uri Bülbül
«Hast du meine Waffe noch?» fragte das Delphinkind. «Ja, aber ich werde es dir nicht zurück geben! Ich bringe es morgen in die Asservatenkammer! Heute bin ich nicht mehr dazu gekommen. Waffen gehören einfach nicht in Kinderhände. Und schon gar nicht in die Hände von Kindern, die einem im Traum als Delphin erscheinen...» Sie konnte gar nicht zu Ende sprechen, da klatschte die Flosse wieder in ihr Gesicht. «Ich werde dich solange schlagen, bis du vernünftig wirst, du dumme Kommissarin! Du begreifst auch nichts – genauso wenig wie der Blödmann!» «Welcher Blödmann?» Es tat Johanna wieder nicht weh und an der Decke war kein Bild mehr zu sehen; auch war das Tablet dunkel geworden. «Du hast dein Tablet vergessen auszuschalten und nun ist der Saft alle! Du bist eine große Schlampe und kannst auf deine Sachen nicht aufpassen!» schimpfte Nilam. Was hatte sie überhaupt hier zu suchen? «Anstatt blöde herumzuquatschen, kannst du mir mal helfen, dieses Tier loszuwerden», schimpfte Johanna. Nilam lachte! «Erschlagen soll es dich! Du hast es verdient? Tun seine Schläge dir so richtig weh?» «Nein, tun sie nicht. Sonst wäre sie schon längst bei Sinnen!» antwortete das Delphinkind, «ich gehe jetzt auch wieder! Ich will noch in den Traum von deiner Schwester. Ihr muss ich auch noch etwas sagen!» «Lass meine Schwester in Ruhe!» schrie Johanna. Das Delphinkind lachte nur. «Ich brauche noch mehr Legosteine – gelbe Legosteine. Ich will noch ein Auto bauen, ein Bananenauto und ein Kamel. Banenauto und gelbes Kamel sollen gleichzeitig sein, deshalb brauche ich noch mehr gelbe Legosteine. [@Maulwurfkuchen] Meine Waffe, die du mir abgenommen hast, kannst du behalten. Aber bring sie nicht in die Asservatenkammer. Du wirst sie noch brauchen!» Mit einem Satz sprang es aus dem Bett hoch durch die Zimmerdecke und verschwand spurlos. «Halt die Klappe, Nilam! Ich will nichts von dir hören! Absolut gar nichts! Verstehst du?» Seltsamerweise hielt sich Nilam daran. Das war mehr als ungewöhnlich. Johanna aber wunderte sich nicht, sondern schlief tief ein.
«Guten Morgen, Schwesterchen, bist du denn schon fit für die Schule?» Johanna wunderte sich, Luisa kurz nach Sieben fertig angezogen in der Küche anzutreffen. Sie selbst war noch im Schlafanzug und barfuß. «Klar, dafür siehst du umso verschlafener aus.» «Hmmm, ich habe etwas Seltsames geträumt», murmelte Johanna. Luisa trank ihren letzten Schluck Kaffee, während sie ihre Schwester ganz interessiert ansah: «Geträumt? Was denn?» «Von einem sprechenden rosa farbenen Delphin, der von der Decke in mein Bett direkt neben mich fiel.» Luisa beeilte sich, ihre Tasche zu ergreifen. Sie musste schleunigst aus der Wohnung. «Ja, sehr seltsam, seltsam», sagte sie zerstreut. Flüchtig drückte sie ihrer Schwester einen Kuss auf die Wange und rannte aus dem Haus. Zum Glück hatte sie Kaffee für zwei Personen gekocht.

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