Man du hast gestern so peinlich getanzt hahahahaha

Ach, hat das jemand gesehen? Ich dachte... Na, lassen wir das. Lieber schreibe ich dir die 71. Folge des kafkASKen Fortsetzungsromans SOKRATES:
Er hatte einen Stuhl Platz zwischen sich und dem Jungen gelassen und saß der jungen Frau mit den grauen Augen gegenüber, die ab und an auch groß und grünlich funkeln konnten. Er schätzte sie deutlich älter als den Jungen neben sich, aber noch unter 20. Die Frau, die neben ihr saß und freundlich und gesprächsbereit in die Runde sah war deutlich älter als das Mädchen mit den großen Augen und konnte durchaus seine Mutter sein, oder vielleicht eine deutlich ältere Schwester, die die kleine Nachzüglerin der Familie wundersam behütete. Denn eines war Uri Nachtigall sofort klar: die beiden Frauen hatten sich bestimmt nicht erst in dieser Villa kennen gelernt. «Oh! Ist die Schwester weg, die dich hätte beschützen können?» bemerkte Basti provokant. Die Frau, die offen in die Runde sah, streckte ihre Hand über den Tisch zu Uri aus: «Ich heiße Betty, herzlich willkommen im Irrenhaus!» sagte sie lächelnd. «Angenehm. Ich bin Uri». Er nahm die ihm entgegengestreckte Hand dankbar an, dann sah er erwartungsvoll zu seinem Gegenüber. Sie sah erst kurz fragend nach Links zu Betty und tat es ihr dann aber gleich: «Hi, ich bin Lara Lairya Malina SuperwomanKeks!» Mehr als ein «Oh!» konnte Uri darauf nicht antworten. Basti lachte laut und krächzend. Sie zog schnell ihre Hand wieder zurück, sagte aber freundlich: «Du kannst mich einfach Lara nennen.» Basti dauerte die Vorstellungszeremonie schon viel zu lange. «Lasst uns endlich essen!» rief er. «Ich erwarte heute noch Besuch. Ein Mädchen. Sie wird mir auch meine Legosteine mitbringen. Die gelben, die ich unbedingt haben will.» Die Damen aßen vegetarisch. Basti und Uri hingegen bedienten sich kräftig mit großem Appettit am Schweinebraten, Klößen und Kohl. Beim Nachtisch war Betty auch bei den Jungs; Lara nahm nur Obst und lehnte die Süßspeise wegen der Gelatine ab. Basti war es vollkommen egal, wer was aß. Hauptsache, er bekam genug. Er nahm auch Laras Nachtisch, den sie ihm freundlich schmunzelnd überließ. «Schling doch nicht so», ermahnte ihn Betty. «Dir nimmt niemand das Essen weg. Du musst dich auch wegen deines Besuchs nicht beeilen. Er wird schon auf dich warten mit den Legosteinen.» «Nicht „er“», korrigierte sie Basti sofort, «Es ist ein Mädchen – etwa so alt wie Lara. Ich weiß nur nicht, wie sie aussieht. Aber ich werde sie schon erkennen, wenn sie gleich kommt.» «Du kennst sie nicht?» staunte Uri Nachtigall und fing dabei einen seltsamen kurzen Blick von Lara auf, den er nicht deuten konnte, der aber auch bei ihm schnell in Vergessenheit geriet, als Basti weiter sprach: «Ich bin als Delphin zu ihr geschwommen. Dann habe ich mit ihr gesprochen und ich habe ihr gesagt: „bring mir gelbe Legosteine mit! Ohne diese Steine brauchst du gar nicht erst in der Villa auftauchen!"» Jetzt sahen sich Lara und Uri direkt an.

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