Da kommt ein Wunsch nach dem anderen bei mir an. Aber Basti hat das Prinzip der Mitwirkgeschichte wenigstens voll verstanden. Ja, so funktioniert das und erfreut mich :) @Maulwurfkuchen bekommt schon fast einen Ehrenplatz in der SOKRATES-Geschichte. Hier Folge 77:

Uri Bülbül
Er überlegte, ob er mit ihr in den Wald gehen sollte, oder ob es besser wäre sie mit auf sein Zimmer zu nehmen. Dort konnte er ihr seine liebsten Gegenstände zeigen – er mochte sie gar nicht seine „Spielsachen“ nennen; das hatte etwas Kindisches. Und Basti war alles andere als kindisch. Der Neue würde das nicht verstehen. Er war etwas schwer von Begriff. Seine Art, wie er an seiner beschränkten Realität festhielt und dann noch sogar seine Träume vergaß, offenbarte eine ziemliche Blödheit. So in Gedanken suchte Basti den Garten nach Luisa ab und ließ den Gedanken daran, dass sie womöglich noch gar nicht angekommen sein könnte, gar nicht erst großartig aufkommen. Aus einiger Entfernung hörte er Frankensteins Quad. Die beiden Schwachköpfe fahren bestimmt zum Geräteschuppen, dachte Basti, denn er konnte am Motorengeräusch erkennen, dass zwei Menschen auf dem Quad saßen. Und wer sollte das außer den beiden Gärtnern sein? Er interessierte sich nicht weiter für Frankenstein und seinen Rufus. Er musste jetzt aber wirklich mal an die Legosteine kommen. Schließlich gab es noch eine Menge zu tun, und er wollte vor dem Abendessen sein Legokamel fertig haben. Wenn ich jetzt einen lieben weißen Tiger hätte, auf dem ich reiten könnte, wäre ich mit meiner Suche im Garten längst schon fertig; ja da könnte ich den ganzen Wald durchstreifen und nach diesem Mädchen suchen, das einfach mir meine Legosteine nicht bringen mag.
Luisa hatte im Moment andere Sorgen als die Legosteine in ihrer Tasche. Ohne zu wissen, wie weit sie es noch hatte, schob sie das Moped, ihr Bauch krampfte und Kopfschmerzen setzten auch noch ein. Am liebsten hätte sie das Moped einfach umgeschmissen, sich auf den Boden gesetzt und geweint. Genau diese Blöße aber konnte und wollte sie sich nicht geben. Ein wenig hatte der Motor aus der Ferne wie ein Hoffnungsschimmer auf sie gewirkt. Sie hatte gebannt gelauscht und sich herbeigesehnt, dass das Motorengeräusch immer näher kommt, um dann in Form eines Fahrzeuges vor ihr aufzutauchen. Zunächst klang es auch tatsächlich so, als würde das Fahrzeug immer näher kommen. Doch dann hörte sie plötzlich nichts mehr. Es musste irgendwo stehen geblieben sein. Aber wo ein Motor lief konnte Benzin nicht weit entfernt sein. Also schob sie ermutigt das Moped weiter. Sie hörte auch wieder den Motorlärm aus der Ferne, aber dieses Malt entfernte er sich von ihr und wurde rasch leiser. Das Fahrzeug, was nicht gerade wie ein Auto klang, musste umgedreht haben und entfernte sich von ihr wieder.
Basti sah aus der Ferne die beiden Gärtner wieder Richtung Waldhütte davon fahren. Ihm war, als hätte er Rufus' Stimme gehört: «Da geht der kleine Irre im Garten spazieren! Hoffentlich geht er nicht zum Gartenhaus!» Aber warum sollte Rufus das seinem Kollegen auf dem Quad gesagt haben? Und selbst wenn er das gesagt haben sollte, aus dieser Entfernung hätte Basti ihn unmöglich hören können. Mehr als dies interessierte ihn aber die Formulierung «der kleine Irre»...

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