Während @Maulwurfkuchen einen echten Kreativitätsschub bekommen und mich mit seinen Plotideen um das Lama und Dino bombardiert hat, fragt mich @simonalein, ob das Internet ein Wolf im Schafpelz sei und @VictorEremita meint, ich hätte seine Frage nicht beantwortet. Zeit für SOKRATES Teil 78...

Uri Bülbül
so [kleiner Irrer] wollte er sich nun nicht bezeichnen lassen. «Das sagt genau der Richtige!» schrie er, so laut er konnte den beiden auf dem Quad nach. Aber sie konnten ihn natürlich nicht hören. Verärgert erreichte Basti das Gartenhaus. Die Fensterläden waren geschlossen. Er betrat mit einem etwas mulmigen Gefühl die Veranda und zögerte die Türklinke an der Haustür zu berühren. Dann aber fasste er sich ein Herz und drückte die Klinke vorsichtig herunter. Nichts passierte, woraufhin er noch einmal kräftig an der Tür rüttelte. Aber sie war verschlossen. Plötzlich wie aus heiterem Himmel fielen Basti die Augen zu und gähnend sank er an der Tür des Gartenhauses in sich zusammen.
Das kleine Vögelchen, wie die Furcht erregende Schwester Maja alias Lapidaria ihn nannte, fühlte sich in der Gesellschaft der beiden Damen Betty und Lara Lairya Malina SuperwomanKeks recht wohl. Während Betty ein sprudelnder Quell an Heiterkeit und Unterhaltung zu sein schien, wirkte Lara SuperwomenKeks deutlich ruhiger und schweigsamer. Ihre Augen aber signalisierten deutlich, dass man sich auch gut täuschen konnte, wenn man sie als „schüchtern“ einstufte. Gut gesättigt und gemächlich spazierte Uri mit ihnen am Haus entlang und an der Südseite vorbei in den Garten. An der Wand der Villa waren Holzverstrebungen als Rankhilfe für den Wein angebracht. Lara hatte ihren Fotoapparat dabei und machte Detailaufnahmen vom Rebstock, seinen dicken Knospen und von dem Mauerwerk, an dem er bis zum Dach wuchs. «Hat dieser Basti keine Eltern?» fragte Uri. Es schien Lara seltsam zu beunruhigen, dass das Gespräch wieder auf Basti kam. Sie riss sich auch nicht gerade darum, dem Neuling zu antworten und ihn in die Biographien der Bewohner der Psycho-Villa einzuführen. Uri hätte aber auch nicht damit gerechnet. Er setzte eher auf das freudige Mitteilungsbedürfnis, das wie eine unaufhaltsam sprudelnde Quelle Bettys Augen zum Leuchten brachte. «Basti erzählt, seine Eltern seien tot. Seine Mutter sei sogar noch vor seiner Geburt gestorben – medizinisch ist das schier unmöglich. Da gab es zwar schon einmal einen Fall, was auch die Gemüter erregte, dass eine bei einem Verkehrsunfall verstorbene Mutter künstlich am Leben erhalten wurde, obwohl sie schon hirntot war, um noch ein paar Wochen lang das in ihrem Bauch befindliche Baby zu retten, das noch lebte. Das machte damals in der Presse eine Riesenwelle. Ist das ethisch zu vertreten, dass der Körper einer Frau als Brutkasten mißbraucht wird – oder sagen wir mal nur noch als Brutkasten benutzt wird, um das Leben ihres Embryos zu retten? Aber so viel ich weiß, ist das damals sowieso nicht gelungen, auch wenn die Ärzte es versucht haben. Sie argumentierten eben damit, dass ihre Aufgabe es ja sei, Leben zu retten und alles erdenkliche und in ihrer Macht stehende dafür zu tun. Krankenschwestern mussten die Mutter bewegen, hin und her betten, damit das Baby Leben signalisiert bekam.»

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