Es geht rasend schnell auf die 100. Folge zu. Luisa unterwegs in die Psycho-Villa. Verliert sie die Nerven, dass sie schon eine schwarze Prinzessin sieht? Lara, Betty und Uri auf dem Spaziergang im Garten werden bald Basti schlafend vorfinden. Zuvor aber gibt es eine andere seltsame Begegnung...

Uri Bülbül
SOKRATES. Der kafkASKe Roman Teil 99
Und ins Handy sprach er: «Osman Abi, hallo...» Dann verfinsterte sich sein Gesicht und während er noch zuhörte, ließ er seinen Blick von einem zum andern wandern. Es verhieß nichts Gutes, es war eher so, als würden die Todesurteile für die drei durchgegeben und müssten sofort vollstreckt werden. Nachdem Auflegen machte er eine spannende Pause von einigen nervtötenden Sekunden. Niemand wagte ihn aber anzusprechen. «Tja, meine Herren. Ich kann jetzt leider keine Zeit mehr mit ihnen verlieren. Unsere Kommissarin arbeitet weiter und der Super-GAU wächst und gedeiht. Die Kettenreaktion ist ausgelöst und wir werden mehr als nur einen Sarkophag benötigen. Das können Sie mir glauben.» Damit verließ er die Besprechung. Ratlos saßen sie da: Dr. Alfons Albermann, der Polizeipräsident, Dr. Leopold Lauster, der Oberstaatsanwalt, und der Dezernatsleiter Oberkriminalrat Horst-Eberhard Reiniger. Wie durch einen heftigen Kopfstoß etwas verblödet murmelte Dr. Alfons Albermann wieder seine Weisheit vor sich hin: «Es werden Köpfe rollen – vielleicht aber auch nur ein einziger!» «Machen Sie sich mal um Ihren Kopf keine Sorgen, Herr Polizeipräsident. Für Sie findet sich bestimmt ein Plätzchen im Ministerium. Ab einer bestimmten Stufe der Karriereleiter kann man nur noch nach oben fallen.»
Mit schussbereiter Waffe in der Hand lauschte Johanna in die Stille. Der Lärm der Nachbarn kam gedämpft aber deutlich bei ihr an, aber aus der Wohnung selbst war nichts zu hören. Wie kann das sein? fragte sie sich. Der Schlüssel steckte von innen. Sie näherte sich vorsichtig und schier geräuschlos einer fast verschlossenen Tür, die sich nach innen ins Zimmer öffnen ließ. In ihrem Kopf wirbelten Gedanken wild umher, sie konnte keine rechte Klarheit für sich gewinnen. Der Schlüssel steckte von innen, an der Tür der Familienname Metzger, ihr Vater tot, erschossen von ihr und bespuckt von ihrer Mutter. Von dieser hatte sie auch die Adresse dieser Wohnung; konnte das eine Falle sein? Johanna nahm vorsichtig ihren Finger vom Abzug. Sie wollte nicht, dass sie sich erschreckte und sich dadurch aus Versehen ein Schuss löste. Jetzt keinen Fehler, nur keinen Fehler, Johanna Metzger, suggerierte sie sich selbst und trat wild gegen die angelehnte Tür, die plötzlich aufgeschleudert wurde. Hätte sich jemand hinter ihr versteckt, hätte er jetzt eine blutige Nase oder eine Beule am Kopf. Aber das Zimmer war menschenleer. Das beruhigte die Kommissarin keineswegs; schnell musste sie nun die anderen Räume überprüfen; denn durch den Lärm, den sie gemacht hatte, war klar, wo sie sich befand. Doch bei allen Türen, die sie aufriss, es blieb dabei: keine Menschenseele in der Wohnung. Sie sicherte ihre Pistole und steckte sie wieder in den Halfter. Eine menschenleere Wohnung und der Schlüssel steckte von innen?

View more