Eine knappe Woche ist es her, dass Francis Arthur Suthers in der konspirativen SM-Wohnung aufgetaucht ist und Johanna Metzger bei ihren Ermittlungen überrascht hat. Aber irgendwie verfolgt der Sonderermittler aus dem Innenministerium ganz eigenwillige Ziele. Und Basti geht baden? SOKRATES Teil 104:

Uri Bülbül
Mit seinem Auftauchen sah er sich mit dem Schreckensschrei einer riesen Frau konfrontiert, in deren dunkle Augen unter starken schwarzen Augenbrauen er blickte. Sie machte vor Schreck einen Satz in der Badewanne, was eine gigantische Welle auslöste, dabei rutschte sie auch noch auf ihrem Po aus und glitt tiefer ins Wasser, das am Badewannenrand überschwappte und Basti, den rosaroten Delphin aus der Wanne zu spülen drohte. Er tauchte schnell wieder unter in die Tiefe und schwamm um den Körper der jungen Frau herum, die sich wieder gefangen hatte. Wütend und staunend zugleich wischte sie sich mit beiden Händen das Wasser und ihre schwarzen Haare aus dem Gesicht. «Das darf ja wohl nicht wahr sein! Wie kommst du denn in meine Badewanne?» Über ihrem Bauchnabel tauchte Basti wieder auf: «Was hast du in meinem See zu suchen?» herrschte er die Riesenfrau an. «Dein See?» fragte sie empört, «Da hast du dich wohl im Gewässer geirrt, Kleiner! Das ist meine Badewanne!» «Nadia? Ist alles in Ordnung?» wollte eine Stimme vor der Badtür wissen. Nadias Bruder hatte ihren Schrei gehört. «Ja, ja, mir ist nur die Seife aus der Hand gerutscht!» antwortete Nadia. «Das gefällt mir gar nicht», sagte Basti, «Ich will hier nicht sein. Gerade war ich auf meiner schönen Insel im Fluss mit Leyla, mit der ich mich anfreunden will, und dann stürzten wir beide einen Wasserfall hinunter.» «Wer schreibt diesen Quatsch? Klär das mal! Und verschwinde aus meiner Badewanne!» fuhr Nadia ihn an. «Wer bist du überhaupt?» konterte der kleine Delphin überaus selbstbewusst zurück. «Ich bin Shirayuki!» antwortete Nadia nicht ganz ohne die Absicht, diese vorlaute Badeente in Delphingestalt mit der Farbe eines verpeilten Panthers als Zeichentrickfigur zu irritieren. «„Shirayuki" Was ist das für ein Nachname, wo kommt der her?» fragte der rosa Delphinjunge ohne größere Irritation. «Das ist nicht mein richtiger Nachname. „Shirayuki" bedeutet „Schneewittchen" auf japanisch.» Dann fügte sie noch hinzu: «Und wenn du heraus bekommen hast, wer diesen Mist schreibt, kannst du ihm auch ausrichten, dass er mich nicht als sogenannte Kohlewittchen im Wald herumspazieren lassen soll. Sonst werde ich langsam sauer. Ich will auf gar keinen Fall „Kohlewittchen“ genannt werden!» «Kohlewittchen», kicherte der Delphin «passt aber zu deinen Augen!» Sie schlug mit der Hand ins Wasser, um Wellen zu machen. Aber das störte Basti nicht sehr. Mit einem Sprung flog sie knapp an ihrem Gesicht vorbei weit über ihren Kopf, fast bis zur Badezimmerdecke und ließ sich dann wieder ins Wasser fallen. «Wer hat sich das bloß ausgedacht?» brummte Nadia. «Und dieses Mädchen im Wald, das dir deine Legosteine bringen soll, ist auch nicht die fiteste!» «Luisa!Wo ist sie? Woher kennst du sie?» fuhr der kleine Badedelphin auf. Ganz aufgeregt war er, sprang wild umher, dass Nadia sich ernsthaft Sorgen machte, ob er nicht aus der Badewanne fallen könnte.

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