Widmen wir uns mal wieder den ernsteren Dingen des Lebens ^^ SOKRATES, Folge 108... Da tut sich etwas im Gartenhaus.

Uri Bülbül
Gerade jedoch, als sie im Begriff waren, die ersten Schritte Richtung Villa zurück zu gehen, rumpste es hinter ihrem Rücken im Gartenhaus, als wäre ein schwerer Mehlsack umgefallen. «Was war das?» entfuhr es Uri, bleich starrte er auf die Fensterläden des Gartenhauses und auf die Eingangstür. Aber dort rührte sich nichts. «Es kam aus dem Haus», sagte Betti und bereute es zugleich. «Da ist jemand!» raunte Uri. «Da ist etwas umgefallen», sagte Betti. «Hallo! Hallo! Ist da jemand? Ist jemand im Haus?» rief Uri, wobei seine Stimme aufgeregt zitterte. Eine Antwort bekam er nicht. Kurz aber hatte auch Betti den Atem angehalten. «Nein, da ist niemand», sagte sie. Uri Nachtigall konnte das Gartenhaus nicht mehr aus dem Auge lassen. «Wir müssen da unbedingt rein!» insistierte er. «Komm, Betti! Ich mache dir Räuberleiter und du kletterst dort auf den kleinen Balkon im erste Stock. Vielleicht kannst du ja das Fenster öffnen», schlug er vor. Betti war es überhaupt nicht danach, in das Gartenhaus des DoctorParranoia einbrechen zu wollen: «Nein, wer weiß, ob das zierliche Ding mich überhaupt trägt. Das ist doch kein richtiger Balkon, das ist doch nur Fassade! Außerdem werde ich bestimmt nicht in das Haus eines anderen einbrechen, nur weil wir dort etwas gehört haben. Vielleicht hat da eine Ratte einen Sack umgeschmissen oder so etwas. Deswegen werde ich sicher nicht zum Einbrecher!» widersprach Betti. «Aber du hast das doch auch gehört!» beharrte Uri auf seiner Meinung. «Ja, ich habe auch etwas gehört. Aber wenn du wissen willst, was das war, musst du schon mit deiner Freundin da einbrechen!» erwiderte Betti. Uri verstand nicht: «Mit welcher Freundin?» «Mit der Kommissarin. Sie bricht doch überall so gerne ein und würde bestimmt für dich auch diese Tür öffnen. Ihr kannst du von mir aus auch Räuberleiter machen», sagte Betti. Sie hatte keine Lust mehr auf diese Diskussion und schlug nun ohne auf Uri zu warten den Rückweg ein. Uri warf noch einen Blick auf das Haus, dann auf Betti, die schon ging, dann wieder auf das Haus, um schließlich ihr zu folgen: «Ja, du hast recht. Warte. Ich komme natürlich mit dir zurück. Ich denke, du lässt dich nicht so schnell vergraulen!» «Tue ich auch nicht. Aber ich mache auch nicht alles, was man von mir unüberlegt verlangt!» «Schon gut, schon gut. Du hast ja Recht. Wir können nicht einfach in das Gartenhaus einbrechen. Und schon gar nicht, um einfach festzustellen, dass etwas ganz Harmloses dieses Geräusch verursacht hat.» Aber Uris Phantasie wollte nicht zur Ruhe kommen: «Was aber, wenn in dem Häuschen ein Verbrechen geschehen ist? Oder jemand gefesselt und geknebelt festgehalten wird? Vielleicht dieses Mädchen, auf das Basti wartet?» Betti sah ihn ungläubig an: «Ich denke, du glaubst ihm nicht und hältst ihn eher für verrückt?» «Vielleicht bekommt er ja Besuch. Was weiß denn ich?» murmelte Uri. Er war sich nicht sicher, inwieweit er den beiden Frauen und insbesondere dieser Betti trauen konnte.

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