Ich gehe in mein Fragenarchiv - da schlummert so manch ein altes Schätzchen z.B. Stell Dir vor, es würde keine Demokratie geben. Mit welchem anderen Regierungssystem könntest Du Dich am ehesten anfreunden? Und Warum? Aber statt einer Antwort: SOKRATES Teil 112:

Uri Bülbül
Wenn dieser Spaziergang in den Wald mit einem Titel zu beschreiben gewesen wäre, dann hätte er «Der Spaziergang der Sorglosigkeit» lauten können – so unbekümmert schritten Lara und Basti vor sich hin in den Wald, so geborgen und wohl fühlten sie sich, dass sie ganz die Zeit und den Rückweg vergaßen und einfach nur weiter gingen und mit jedem Schritt, den sie machten freier atmen konnten. Es lag etwas Frühlinghaftes in der Luft und angenehme Gerüche erreichten ihre Nase. Und sie erreichten selbst einen abschüssigen Weg, der mehr ein kleiner Trampelpfad war. Basti schlug den Weg ohne Zögern ein, und Lara folgte ihm. Nach etwa 500 Metern bemerkten sie, dass sie sich auf einem bewaldeten Bergvorsprung befanden, an dessen Rund sie nun kamen; der Weg aber brach an den Klippen nicht einfach ab, sondern führte auf eine große Holzkonstruktion, die ein wenig einer Wendeltreppe glich, die keine Stufen hatte, sondern als ebene glatte Fläche aus aneinander gezimmerten Holzbalken um einen festen vertikalen Stamm wie eine Spirale in die Tiefe führte. An dieser Stelle erst kam Lara das erste Mal der Gedanke, dass es durchaus auch Zeit sein könnte umzukehren. Basti aber blieb stehen, sog die gute Luft tief in sich ein und genoss die Aussicht ins Tal, was ein wenig wie Urwald anmutete. Hoch am Himmel über ihnen kreisten Falken oder Bussarde. Lara fragte sich nach dem Unterschied. Aber noch bevor sie ihre Frage laut formulieren und an Basti richten konnte, rief er schon: «Komm. Lass uns ins Tal hinunter. Vielleicht finden wir dort...» Diamanten! Diamanten? Hatte Basti gerade wirklich Diamanten gesagt? Basti aber betrat schon den spiralförmigen Holzsteg, der abwärts führte. Ohne weiter zu überlegen, folgte Lara ihm.
Die Kommissarin konnte es nicht fassen: «Wie bitte? Keine Spurensicherung? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Sabotiert ihr gerade die Ermittlungen?» «Frau Metzger, ich kann mich nur wiederholen: Sie sollen nicht ermitteln. Sie sollen sich umgehend im Präsidium einfinden! So lautet der Befehl!» «Wir sind doch nicht beim Militär! Bei uns gibt es keine Befehle, sondern nur Dienstanweisungen», polterte Johanna wütend. «Ja, ja, mag schon sein», sprach die weibliche Stimme aus der Zentrale, «aber im Endeffekt sollen Sie sich im Präsidium einfinden. Das wird nun so von Ihnen erwartet.» «Ich erwarte auch etwas!» schrie Johanna. «Ich erwarte, dass Sie umgehend die Spurensicherung an die genannte Adresse schicken.» «Tja», kam es aus der Zentrale zurück. Und es war sehr gleichgültig, ja fast gelangweilt: «Dann besteht da offensichtlich ein Widerspruch.» «Hören Sie! Hier ist womöglich Gefahr im Verzug! Es muss schnell gehandelt werden! Vielleicht schwebt ein Mensch in Lebensgefahr!» «Die Entscheidung kommt nicht von mir. Sie müssen mich nicht anschreien. Ich bin auch nicht schwerhörig. Alles, was Sie sagten, ist an die entsprechende Stelle geleitet worden und nach Prüfung des Sachverhalts kommt diese Entscheidung: Sie bekommen keine Unterstützung!

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