Arthur Francis Suthers sitzt in der Zelle - Zeit, sich Gedanken zu machen, was alles schief läuft im Polizeipräsidium unter der Leitung des Dr. Alfons Albermann. Auch für Luisa könnte einiges schief gehen, wenn niemand Rufus bremst. SOKRATES Teil 132...

Uri Bülbül
Die Nachricht, dass Alfred Ross den Sonderermittler Suthers hatte festsetzen lassen, kam zuerst bei Oberstaatsanwalt Lauster an. Dieser amüsierte sich köstlich darüber. Und als er den Grund hörte, warum Suthers von Alfred Ross festgesetzt worden war, stieg seine Freude ins Unermessliche: gefälschte Kennzeichen am Auto und eine nicht registrierte Waffe im Handschuhfach – Lauster war sofort bereit einen Haftbefehl auszustellen. Aber der zuständige Kommissar hatte noch gar keinen beantragt. «Ich will sofort mit meiner Dienststelle telefonieren», beharrte der Sonderermittler gegenüber dem Schließer; dieser nickte, als er die Tür zumachte: «Ja, gleich kommt jemand und holt sie ab zum Telefonieren», sagte er, schloss ab und ging. Nun half kein Trommeln mit den Fäusten gegen die Tür, kein Rufen, kein Schreien. Arthur Francis Suthers war allein und niemand wollte ihn hören. Er setzte sich auf die Pritsche und starrte an die Decke. Im Geiste begann er mit dem Formulieren seines Berichts an die zuständige Ministerialdirigentin Katja Hardenberg, Leiterin der Abteilung Innere Sicherheit der Polizei – auch kurz „Interne“ genannt. Dieses Präsidium schien ja wirklich außer Rand und Band zu sein. Wenn wir in einem Rechtsstaat leben, wird dieser Spuk nicht nur bald ein Ende, sondern auch massive Konsequenzen für einige Personen haben. Auf die Frage, was wäre, wenn der Rechtsstaat nicht überall funktionierte, kam er erst gar nicht, was eigentlich seltsam war, denn genau für solche Fälle war die Abteilung im Innenministerium, für die er arbeitete zuständig. Mal abgesehen vom Verfassungsschutz, vom Bundesnachrichtendienst, vom Militärischen Abschirmdienst und zwei, drei anderen Geheimabteilungen, von denen niemand wusste, was sie eigentlich trieben. Arthur sagte immer scherzhafter Weise: «Sie wissen selber nicht, was sie tun; denn es ist geheim.» Und das sollte auch so bleiben; da konnte auch seine Chefin Katja Hardenberg nichts ausrichten, geschweige denn der Innenminister selbst, dessen Name, als wolle die Geschichtsschreibung ironischen Schabernack treiben, „Jäger“ hieß.
Während Luisa sich mit Betti @Liebeanalle und Uri Nachtigall unterhielt und Uri mehr von ihren Eindrücken aus dem Theater erfahren wollte, ging Rufus in den Geräteschuppen, um den Benzinkanister zu holen. Erst wollte er nach dem Kanister greifen, auf dem „Rasenmäher“ stand, aber dann überlegte er sich es anders und nahm den Kanister mit der Aufschrift „Super“. «Super, junge Dame, nicht Mix!» griente er debil schadenfroh vor sich hin. «Damit du eine schöne Heimfahrt hast! Mal sehen, wie lange der Motor braucht, um mit Kolbenfresser irgendwo stehen zu bleiben. Mit ein bißchen Glück bei voller Fahrt legst du dich schön auf deine hübsche Nase. Am liebsten würde ich dich dann finden und wäre der edle Retter. Aber meiner Geliebten, die auf mich wartet, wäre das gar nicht recht; denn sie duldet keine andere Schönheit neben sich. Langsam wird es auch Zeit, dass ich wieder zu ihr gehe.»

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