Okay, der Nekrophile Gärtnergehilfe hat eine Begegnung, die er so schnell nicht vergessen wird, aber geheilt von seiner Obsession ist er deswegen noch lange nicht. Und Lara und Basti sind irgendwo im Nirgendwo gelandet. SOKRATES Teil 133...

Uri Bülbül
Gerade als er in diese Gedanken vertieft lüstern den Schuppen verlassen wollte, stieß er mit Nadia in der Tür zusammen. Er konnte nicht anders, als ihr in den Ausschnitt zu stieren, da sie in Jeans, Turnschuhen und einem bauchfreien Top mit Nirvana-Aufschrift vor ihm stand. Angeekelt bemerkte sie seinen Blick und stieß ihn heftig vor die Brust, so dass er in den Schuppen zurück stolperte und den Benzinkanister fallen ließ. «Hat man dir nicht gesagt, was du tun sollst? Du solltest die Gartengeräte und das Moped voll tanken! Und sollst du für das Moped Superbenzin nehmen? Oder ein Zweitaktgemisch?» fragte Nadia. Ein paar Schritte weiter von ihnen entfernt wurde Benjamin mit seinem Immanuel Kant unter dem Arm Zeuge des Geschehens. «Was geht dich das an? Wer bist du überhaupt?» trotzte der Gärtnergehilfe, der sich schnell gefangen hatte. «Eine neue Irre im Irrenhaus?» setzte er hinzu und wollte sich den Weg aus dem Schuppen frei schlagen und es dieser frechen Göre zeigen, dass er sich von ihr nichts sagen ließ, als ein heftiger Hieb mit dem Besenstiel seinen Kopf traf. Als er sich halbwegs vom Schlag erholt hatte, sah er, dass Nadia den Besen wieder aus der Hand gelegt hatte und neben dem Besen ein Spaten stand. «Du kannst froh sein, dass ich nicht den Spaten genommen habe. Und sicher sein, dass ich ihn beim nächsten Mal nehmen werde!» sagte sie in ruhigem Ton. «Mach deine Arbeit richtig und verschwinde dann in dein Gartenhaus, um deine perversen Spielchen zu treiben. Lange wird es ohnehin nicht gut gehen!» Als sie sich umdrehte, trafen sich ihre Blicke mit Benjamin. Sie schritt auf ihn zu, um ihn zu warnen: «Geh schnell, bevor er dich bemerkt! Du bist sonst in Gefahr.» Benjamin bog schnell um die Ecke Richtung Garten, schritt zügig voran, um den Geräteschuppen schnell hinter sich zu lassen, wobei er nicht mehr sehen konnte, wie Nadia verschwand. Zurück blieb Rufus mit einer brennenden linken Gesichtshälfte und Schmerzen am Kopf, wo sich auch eine Beule bildete. Er tat, wie es ihm geheißen, völlig verständnislos, was ihm in diesem Moment widerfahren war.
Während die beiden Frauen mit dem Fotoshooting beschäftigt waren, sah sich Basti etwas in der Gegend um. Er konnte seine Abenteuerlust ausleben. Er kannte diesen Wald noch nicht, obwohl ihn irgendetwas daran an die Insel der Seligen erinnerte, wo er zuletzt mit Leyla gewesen war, diese aber am Wasserfall aus den Augen verloren hatte. Er beschnupperte die Luft, sah sich die Pflanzen an, hörte im Hintergrund wie die Frauen sich unterhielten, lachten und Lara Nadia Anweisungen beim Posieren zurief. Wenn Lara sich noch länger mit Nadia unterhalten wollte, würde er bald alleine weiter gehen. Er hatte sich nur noch nicht entschieden, in welche Richtung er wollte. Es schien hier keinen Weg, keinen Pfad oder ähnliches zu geben. Man musste sich wohl oder übel ein Stück durch die Botanik schlagen, um vielleicht wieder auf einen Weg zu stoßen. «Ein Buschmesser wäre schön und nützlich», ging es Basti durch den

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