Wie die Kommissarin Johanna Metzger quasi aus der Welt geschleudert wird. Und darf es denn auch etwas philosophisch werden? SOKRATES, der kafkASKe Fortsetzungsroman Teil 138...

Uri Bülbül
Diese Entscheidung aber schleuderte sie von der Straße über einen kleinen Graben direkt auf einen Baum. Johanna glaubte, die Rinde genau vor ihren Augen sehen zu können, ein dumpfer Knall hallte durch den Wald, ohnmächtig sank ihr Kopf auf das Airbag.
«Es ist eine sehr spannende Atmosphäre im Theater. Das Licht, die Bühne, die leeren roten Stühle, dieser Eingangsbereich mit dem Café – diese Dinge beschäftigen einen. Dann die Bilder an den Wänden und die Puppen, die an den beiden Säulen und über der Theke hängen. Eine Puppe hat eine Schlinge mit einem Galgenknoten um den Hals. Obwohl sie sehr künstlich aussehen – diese Puppen, also gar nicht einem Menschen ähnlich, nicht ähnlicher als Comic-Figuren, meine ich, sind sie sehr unheimlich», plauderte Luisa nach ihren Eindrücken im Theater gefragt. «Ich weiß nicht, ob du diesen ziemlich verrückten Youtube-Film „Der Gang durch das Theater“* mal gesehen hast» Betti und Luisa schüttelten den Kopf, und Uri Nachtigall erzählte: «Es ist auf einem ziemlich unbekannten und wenig besuchten Youtube-Kanal. Seine Filme haben ziemlich wenig Klicks, selten kommt er auf eine dreistellige Zahl. Es ist ein Schriftsteller, ein Kulturphilosoph oder so etwas, der in einem Theater arbeitet und lebt.» «Meinst du, er wohnt auch in diesem Theater?» fragte Betti ziemlich neugierig. «Keine Ahnung. Das geht aus den Erzählungen nicht richtig hervor. Aber scheinbar ist er auch häufiger in der Nacht dort, wenn sonst niemand mehr im Theater ist. Dann geht er auch schon mal mit seinem Laptop durch das Theater und filmt mit der Webcam seinen Gang durch das Theater. Obwohl nichts Außergewöhnliches passiert, hat der Film etwas Gruseliges. Aber auch seine anderen Filme sind gruselig.» «Und warum schaust du dir seine Filme an?» fragte Betti und fügte hinzu, dass sie selbst nichts Spannendes und Gruseliges in Filmen, Büchern und Geschichten haben wolle. Sie habe genug Grusel in ihrem Leben gehabt. Sie suchte das Licht, den Sonnenschein, die Heiterkeit, die Liebe und konstruktive positive Energie des Universums. Die Suche nach Liebe verstand Betti anders als man hätte gemeinhin annehmen können: nicht einen zu ihr passenden und ihrer Liebe würdigen Menschen suchte sie, nicht die große Liebe ihres Lebens – diese hatte sie, wie sie es sagte, in sich – sie suchte Mittel und Wege, die universelle Liebe an alle für alle vermitteln zu können. Auf die Frage, was ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern würde, antwortete sie einmal ganz typisch für ihr universelles Bestreben: «jeden Morgen wird mir ein Lächeln durch die frische Luft auf mein Gesicht gezaubert,
was mir noch ein größeres Lächeln zaubern würde, wäre, wenn alle Menschen spüren würden das die Luft, egal welches Wetter, dich komplett durchströmt, wenn man es zulässt, dann spürt man die Göttlichkeit ( auch in sich ) dieses Gefühl erfüllt einem mit tiefer Dankbarkeit. [* https://youtu.be/Q8pMLgZepRU ]

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