Es wird bald Mitternacht... Und da muss ich die Geschichte von den armen Menschen in der Psychovilla und auf dem Weg dorthin oder auf einem Spaziergang im Wald um die Villa oder sonst wo (man weiß es nicht so genau) weiter erzählt haben^^ SOKRATES Teil 139:

Uri Bülbül
Ja wenn alle Menschen diese zulassen würden, das würde mir ein riesen Lächeln nicht nur auf die Lippen zaubern, sondern auch in meinem Herzen <3»* Uri Nachtigall dagegen hatte nicht so viel Gruseliges und Furchtbares in seinem Leben durchlitten. Seine Gespenster waren reine Produkte teilweise seiner Übertreibungen in den Erzählungen und teilweise seiner Beobachtungen von Phänomenen, die nicht ihn betrafen und benachteiligten. Von Phänomenen, deren Opfer er nicht war. So konnte er sich gut finsteren Themen widmen, Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten, Kriminalfällen und Abenteuern. Luisa war fasziniert vom Theaterraum und von dem Vorraum, der Foyer genannt wurde, wo sich eine große Bar gegenüber dem Eingang ins Theater befand. Wenn das Publikum in die Pause ging, hatte es direkt diese große Bar vor Augen und konnte erst einmal den Durst stillen, um sich dann der zweiten Hälfte der Vorstellung hinzugeben. Betti war nicht so sehr künstlerisch interessiert. Sie schwelgte lieber in ihrer religiösen Euphorie. Das war für sie deutlich lebendiger und lebensnaher als eine griechische Tragödie oder ein Hamlet, der ihretwegen auch hätte eine griechische Tragödie sein können. Einen so großen Unterschied sah sie nicht, brauchte sie aber auch nicht zu sehen für ihr Leben.
Benjamin war in dieser Frage ganz anders als Betti. Er hätte sich sehr für die Unterschiede zwischen Hamlet und einer griechischen Tragödie interessiert und hätte sogar nach dem Grund gefragt, wie man auf die Idee kam, diese beiden Theater miteinander zu vergleichen. Er hätte auch gewusst, dass Shakespeares Dramen in die Epoche des Elisabethanischen Theaters fielen. Er hätte über diejenigen nur geschmunzelt, die auf gute-frage.net danach fragen mussten. Und er hätte eine ähnlich gute Antwort gegeben wie „Haldor“,** wenn er gefragt worden wäre: «Das Zeitalter nennt man (Spät-) Renaissance. Renaissance heißt Wiedergeburt; gemeint ist die Wiedergeburt der Antike. In allen Werken des Renaissancezeitalters steht der Mensch im Mittelpunkt, so wie ihn antike Dichter, Philosophen und Künstler gesehen und dargestellt haben, d.h. der Mensch, wie er sich in allen seinen Lebensäußerungen umfassend zeigt. Nicht also der Mensch, eingeschränkt durch die Gebote der christlichen Kirche. In den Werken des Mittelalters tritt uns der Mensch in diesem eingeschränkten Sinne entgegen: als tugendhafter Ritter zum Beispiel, der sich von edlen Motiven wie „triuwe“, „hohen muot“ etc. leiten ließ. Das kirchlich-christliche Weltbild dominierte hier auch die Dichtung. Davon bleibt in der Renaissance nicht mehr viel übrig, wenngleich natürlich die christliche Kirche nicht in Frage gestellt wurde.***
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* http://ask.fm/liebeanalle/answer/131314615027
** http://www.gutefrage.net/nutzer/Haldor
*** http://www.gutefrage.net/frage/wie-nennt-man-die-epoche-in-der-shakespeare-geschrieben-hat Antwort von Haldor am 14.03.2012.

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