Es sind drei Tage nach der letzten Folge SOKRATES verstrichen. Auch wenn noch lange nicht alle Wünsche von Basti erfüllt und alle Fragen beantwortet sind, wird es doch Zeit für die Folge 146 des kafkASKen Fortsetzungsromans. Und jemand fragte nach dem Hölderlin-Komplex. Ganz schön kompliziert^^

Uri Bülbül
«Hallo Benjamin. Ja es scheint etwas passiert zu sein, aber ich weiß nicht genau, was. Norbert hat soeben angerufen und stammelte eine Menge uninformativen Mist. Ein Unfall auf dem Zufahrtsweg oder so. Und nun wollte ich nicht, dass sich die Kleine mit dem Moped auf den Weg macht und auf dem Waldweg etwas Schreckliches sieht. Sie soll noch ein wenig länger hier bleiben, bis wir Näheres wissen.» @Gedankenkammer nickte verständnisvoll und sprach sofort Informationen aus: «Sie heißt Luisa.» «Luisa?» fragte die Schwester mit hochgezogenen Augenbrauen, «Und wie weiter?» Er zuckte die Achseln. « Mehr weiß ich nicht. Das habe ich vorhin im Aufenthaltsraum erfahren», sagte Benjamin. «Oh!» Schwester Maja schien darüber wenig erfreut. Sie wusste, dass die Kommissarin eine Schwester namens Luisa hatte. Sie kannte Johanna von ihren Besuchen in der Villa als Therapiegast bei Doktor Zodiac. Er wollte allerdings keine richtige Akte über sie anlegen. Beinahe wäre es über dieses Thema schon zu einem Streit zwischen ihr und Zodiac gekommen. Er wäre fast aufbrausend geworden, als sie ihn einmal gefragt hatte, ob sie eine Akte über die Kommissarin Johanna Metzger anlegen sollte. Bestimmt und abweisend hatte er gesagt, dass er seine Notizen selbst irgendwann, wenn es ihm richtig erschiene, in das Aktenverzeichnis übertragen würde. Und mit einem «Danke, Schwester», hatte er das Gespräch beendet, was eigentlich gar nicht dem eher freundschaftlichen Verhältnis zwischen ihnen entsprach. Nachdenklich kam sie am Aufenthaltsraum an und sah, wie sich Betti, Luisa und Uri in ein Gespräch vertieft unterhielten. Sie ging auf die drei zu, lediglich um zu fragen, ob Luisa zum Abendessen blieb. «Wenn ich darf, dann sehr gerne», antwortete Luisa, die ihr Versprechen, das Moped am Nachmittag an Christoph zurück zu bringen vergessen hatte bzw. sich daran nicht mehr gebunden fühlte, nach all den Strapazen, die sie gehabt hatte. «Aber ja, kein Problem», bestätigte Maja, um sich dann sofort wieder zurück zu ziehen.
Betti bemerkte, dass Uri Nachtigall kurz versonnen der Schwester nachblickte. Ein kleiner Casanova, schoss es ihr durch den Kopf. Dann aber war seine Aufmerksamkeit wieder bei seinen Gesprächspartnerinnen und ihrem Thema: dem Cascando-Theater. «Diese unheimlichen Puppen, die im Foyer im Halbdunkel hängen – wer hat sie gemacht? Wem gehören sie? Und was sollen sie nur bedeuten?» fragte Luisa. «Gemacht hat sie Habbe Ehrenfeld, ein Mime-Künstler. Er hatte im Theater eine Premiere mit seinem Stück „Hope Island“. Eine Insel, auf die menschliche Existenzen unterschiedlichster Art angespült werden und alle scheinen auf ihre Art etwas Grausames an sich zu haben.» «Das ist nichts für Kinder», bemerkte Betti. «Nein, das ist ein Stück für Erwachsene. Auch Erwachsene können etwas mit Puppen und Masken erzählt bekommen. Es war ein faszinierendes Stück», erklärte Uri Nachtigall und fügte hinzu: «Aber man kann bei Kunst immer schlecht fragen, was sie zu bedeuten hat...

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