eigentlich bin ich ja außerdem in der Geschichte immer noch 15, weil nämlich als ich zum ersten Mal drin vorkam, war ich 15 und dann war irgendwann Weihnachten und 19 Tage später war mein 16. Geburtstag, aber du hast Weihnachten und meinen 16. Geburtstag noch nicht in der Geschichte erwähnt

Du hast absolut Recht. In der Geschichte ist nicht einmal eine Woche vergangen. Also hurtig zu SOKRATES Folge 148...
«Ach ja, na klar! Wie konnte ich das nur vergessen!» sagte Lara und verdrehte innerlich die Augen. «Und woher weißt du, dass er Rudi heißt?» fragte sie ihn mit einem kaum verhehlten zynischen Unterton. «Ich weiß das nicht», erwiderte Basti, «wenn wir ihm wieder begegnen, will ich mich mit ihm anfreunden und werde ihn Rudi nennen! Und ich werde ihn fragen, wie wir nach Hause kommen. Und ich werde ihn dann auch fragen, ob er nicht mit uns kommen möchte. Ich kann ihm ja den Garten hinter der Villa zeigen, den Teich, das Gartenhaus, und er kann bei mir mit in meinem Bett schlafen. Wenn es zu eng für uns beide ist, lege ich mich auf den Boden. Rudi kann dann auch allein in meinem Bett schlafen.» «Ja, das ist furchtbar nett von dir», versetzte Lara, «wenn wir ihn wieder treffen, und er tatsächlich mit uns kommt, kannst du das gerne so machen! Aber jetzt lass uns erst einmal weiter gehen!» Basti hatte nichts dagegen. So setzten sie ihren Weg fort.
Alfred Ross fuhr Richtung Nordstadt; aber er musste nicht bis zu den berüchtigten Siedlungen mit diesen elenden und stark verkommenen Plattenbauten. Dort hatte Niklas Hardenberg bis vor einiger Zeit gewohnt, war aber nun vor einigen Wochen umgezogen; nicht weit weg von der Nordstadt, aber weit genug, um in einem etwas vornehmeren Viertel, sich in einem schönen Mehrgenerationenhaus eine Wohnung kaufen und dort niederlassen zu können. Eindeutig ein Aufstieg, ging es Ross finster und mißgünstig durch den Kopf. Und ebenso finster und mißgünstig kam der Kommissar bei diesem undefinierbaren Nichtsnutz an. Ein intellektueller Investigator? Was sollte dieser Quatsch? In seiner Linken hielt er seinen Scheckkarten großen Dienstausweis parat. Mit der Rechten prüfte er den Sitz seiner Dienstwaffe, bevor er den Klingelknopf drückte und zwei Schritte von der Tür zurücktrat. Er hörte Schritte hinter der Tür, und kurzen Moment später wurde sie aufgemacht. Ein Mann um die Vierzig aufgeräumt und gut gekleidet stand vor dem Kommissar, der ihm den Dienstausweis unter die Nase hielt. «Kriminalpolizei, Hauptkommissar Alfred Ross. Herr Hardenberg, darf ich rein kommen?» Noch bevor der Mann antworten konnte, schob sich der Polizist in die Wohnung. Nicht ohne Ironie sagte Niklas Hardenberg: «Ja, kommen Sie doch herein, Herr Kommissar!» Nun standen sie im Flur, und Hardenberg machte keine Anstalten sich zu bewegen. Ross aber wollte die ganze Wohnung sehen; er wollte ins Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, er wollte alle Räume sehen und betreten. Stolz und selbstsicher stand aber der Hausherr noch vor ihm. «Wie war noch einmal ihr werter Name, Kommissar?» fragte er frech und dreist. Und noch bevor Ross antworten konnte, beantwortete Hardenberg seine eigene Frage: «Alfred Ross, der Landbulle». Ein breites Marmeladengrinsen erleuchtete diese Feuermelderfresse, in die nun ein Fausthieb sausen musste.

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