Die Kommissarin ist unterwegs ins Krankenhaus. Ob sie noch lebt und den Unfall überleben wird, wissen wir immer noch nicht. Dafür aber könnte nun der Hausmeister und Gärtner "Frankenstein" Ärger bekommen. SOKRATES Teil 153...

Uri Bülbül
Stein schüttelte verstört den Kopf. «Ich habe den Unfall nicht gemeldet. Ich wollte den Unfall melden...» Mit strengem Blick unterbrach ihn der lange Polizist: «Und? Warum haben Sie nicht?» Stein schüttelte wieder den Kopf: «Doch, doch, ich habe angerufen, aber in der Notrufzentrale sagte man mir, der Unfall sei schon von einer Frau gemeldet worden; sie müsste eigentlich auch hier sein!» «Ist sie aber nicht! Kennen Sie ihren Namen?» kam die Frage in einem strengen, schier einschüchternden Ton. Verstört, wie Stein war, fühlte er sich schuldig. Aber er ahnte noch nicht, was das für einen Verdacht bei den Polizisten weckte. «Nein, hier war niemand als ich ankam – nur sie...» Er deutete mit dem Kopf in Richtung des Unfallwagens. «Wir müssen Ihre Personalien aufnehmen, falls wir Fragen haben, kommen wir wieder auf sie zu!» «Frank Norbert Stein, ich wohne und arbeite in der Villa des Doctor Parranoia; es ist ein psychiatrisches Sanatorium.» Während der Mann mit seinen riesigen Pranken einen kleinen Notizblock und einen kleinen Kugelschreiber hielt und leise die Informationen vor sich hin murmelte, verfinsterte sich sein Gesicht bei dem was er hörte. Einer, der im psychiatrischen Sanatorium wohnte und arbeitete, erweckte stark seinen Argwohn. Sein Kollege mit der kleineren und etwas rundlicheren Statur, der den Quad in Augenschein genommen hatte, fragte ebenso streng: «Ist das Ihr Fahrzeug?» Der Hausmeister nickte. «Dann hätte ich gerne mal die Papiere gesehen und den Führerschein, bitte.» Hektisch tastete der Hausmeister seine Taschen von außen ab: «Verdammt! Ich habe meine Papiere nicht dabei.» Die Polizisten wechselten bedeutungsvolle Blicke. Der Lange, der auch der dienstältere zu sein schien, sagte: «Dann steigen Sie mal zu uns in den Wagen. Wir fahren Sie nach Hause, und Sie zeigen uns dort Ihren Führerschein und den Fahrzeugschein des Quads.» Mit alldem hatte Frank Norbert Stein nicht gerechnet. Noch immer hatte er die Bilder der blutenden ohnmächtigen jungen Frau vor Augen. Wie hatte sie sich diese Verletzung nur zugezogen? Es sah aus wie ein Bauchschuss. Der Lange begleitete den Hausmeister sanft aber bestimmt zum Polizeiwagen. Die Rettungskräfte, die noch immer herum standen, beobachteten insgeheim den Verdächtigen.
«Ich weiß wirklich nicht, wie wir je aus diesem Wald wieder heraus finden und nach Hause kommen sollen», stöhnte Lara. «Man muss auch nicht immer alles wissen und trotzdem findet sich ein Weg», erwiderte Basti. Langsam wurden sie beide müde und verloren allmählich die Lust, immer weiter zu gehen. Immer mal wieder blieb Basti stehen horchte aufmerksam in den Wald, streckte seine Nase in die Luft und schnupperte demonstrativ, als könnte er mit seiner Nase die Himmelsrichtung für den richtigen Weg bestimmen. «Was machst du da?» fragte Lara, «Was soll das werden? Du schnüffelst in der Luft herum, als würden wir eine Pommesbude suchen!» Das allerdings war nun ein ganz falsches Stichwort.

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