Basti ist weg :O Plötzlich ist Basti weg und Lara ganz allein in diesem Wald und nun an einem ziemlich gruseligen riesigen Teichbecken. SOKRATES Teil 154...

Uri Bülbül
«Oh ja, das wäre genau das Richtige. Ich habe schon wieder Kohldampf!» rief Basti. Und schon phantasierte er wieder wild drauf los: «Stell dir nur vor: wir gehen immer weiter Richtung Westen und kommen an einen See; an diesem See ist eine Pommesbude, die Piraten gehört. Die Freundin eines Piraten, vielleicht sogar die des Käptns, macht die leckersten Pommes der Welt. Sie will aber dafür Gold- oder Silbertaler. Unser Geld will sie nicht. Sie will aber auch nicht richtige Gold- oder Silbertaler, sondern die, die nur so aussehen wie Gold- oder Silbertaler und innen aus Schokolade sind.» Lara musste trotz ihrer Laune, die allmählich in den Keller wanderte, laut auflachen. Der Gedanke an diese absurde Situation erheiterte sie. Der Weg wurde anstrengend. Sie standen vor einem großen Hügel. Während Lara überlegte, ob man ihn nicht einfach umgehen konnte, beschleunigte Basti schon seinen Schritt, um den Hühel zu erklimmen: «Los, komm schon! Wir müssen wissen, was uns da oben und dahinter erwartet!» «Oh nein! Ich habe keine Lust mehr!», bockte Lara, aber es hatte wenig Sinn. «Hast du Pommes da oben gerochen?» rief sie ihm nach. Aber Basti reagierte nicht darauf, setzte seinen Weg einfach fort. Lara verdrehte die Augen, bevor sie sich wieder in Bewegung setzte. «Na schön, dann schauen wir eben, was auf und hinter dem Hügel ist. Vielleicht ein Wegweiser Richtung Villa!» Sie befürchtete jedoch, dass sie auf dem Hügel stehend wieder nur Wald vor sich und um sich sehen würden, Wald und wieder nur Wald, nichts als Wald. Vielleicht würde ja wieder das Mädchen in dem schönen Kleid auftauchen und ihnen einen nützlichen Tipp geben. Aber bestellen konnte man sich das nicht. Während Lara langsam den Hügel erklomm und hier und da ausrutschte und sich mit der flachen Hand am Boden aufstützen musste, fragte sie sich, ob das mit dem Gang Richtung Westen überhaupt ein guter Tipp gewesen war, oder ob sie nicht dadurch in die Irre geführt wurden. Aber wenn die schwarzhaarige Schönheit sie in die Irre geführt haben sollte, musste das irgend einen Sinn haben. Plötzlich rief Basti «Ich habe es gewusst! Ich habe es gewusst!» vom Hügel herab. Schnaufend und schwitzend blieb Lara stehen. Es trennten die beiden fast dreißig Meter voneinander: «Was?» «Dahinten, da unten! Da ist ein See!» Sofort rannte Basti los. «Warte! Warte doch auf mich!» rief Lara vergebens. Nun beeilte sie sich auch, schnell auf den Hügel zu kommen. Was sie dort zu sehen bekam, überraschte sie in der Tat ein wenig; unruhig sah sie sich um, weil sie Basti aus den Augen verloren hatte und nirgends wieder entdecken konnte. Der Hügel führte in etwa 200m zu einem riesigen Bassin von etwa 2 km² Fläche, worin grünlich schimmerndes veralgtes Wasser ruhte wie in einem unwirklichen Swimmingpool aus vergangenen Jahrhunderten. Zweifellos war dieses gigantische Wasserbecken künstlich angelegt und kein natürlicher Waldsee. An den Ecken des Bassins waren kleine sechseckige Gebäude.

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