Bellarosa als Nickname für eine Waldfee? Wer ist diese seltsame Frau an diesem seltsamen Wohnort? Wenn ich nun meine Verfolgten frage, fassen sie das als Werbung für SOKRATES auf, und lesen erst recht nicht mit. Was einer auf ask schreibt, kann nicht gut sein. Teil 165:

Uri Bülbül
Antonio war in dem Moment, in dem Maria an den Tisch der beiden Herren trat, in der Küche, lief hin und her, räumte Geschirr ein und aus und um, öffnete die Spülmaschine, schloss sie wieder. Seine Frau bemerkte die Unruhe ihres Mannes. Er schien sich über irgendetwas zu ärgern, aber im Moment erschien es ihr ratsam, ihn damit in Ruhe zu lassen und nicht sofort nachzufragen. Im Gästeraum lächelte Niklas Maria an und bestellte sich Tiramisu und Kaffee als Nachtisch. Maria nahm die Bestellung auf, und richtete dann ihren erwartungsvollen schönen Blick auf den Staatsanwalt. «Für mich bitte die Rechnung», sagte dieser. «Zusammen oder getrennt», kam es nun etwas unterkühlt und routinemäßig zurück. Niklas beachtete das weitere Geschehen gar nicht. Kurz zögerte der Oberstaatsanwalt, als fiele es ihm nicht leicht, die Zeche für den freien Investigator mit zu übernehmen. Doch dann antwortete er: «Zusammen bitte. Mein Freund ist über jeden Verdacht der Bestechlichkeit erhaben.» Maria lächelte höflich und unverfänglich, während Niklas in Gedanken ganz woanders schien.
Basti warf Lara böse Blicke zu, die wohl bedeuten sollten, dass sie keinen Schabernack mit der Gastgeberin treiben sollte. «Du kannst auch nur „Bella“ zu mir sagen, wie schon angeboten. Bellarosa nennt mich der weiße Tiger. Ich habe keinen anderen Namen.» «Kann der weiße Tiger sprechen?» fragte Basti ganz aufgeregt. «Er spricht nicht so wie du und ich. Du musst ihm in die Augen schauen, ganz tief in die Augen und dann weißt du, was er dir sagen will. Seine Gedanken übertragen sich förmlich in deinen Kopf und werden zu Worten. Ganz ohne die Stimme des Tigers!» «Unglaublich», murmelte Lara. «Das ist ja wie in einem Märchen.» «Es gibt nun einmal Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen sich deine Schulweisheit nichts träumen lässt, wie mein Vater mal gesagt haben soll», warf Basti ein. «Wie schön, du kannst dich an deinen Vater erinnern!» rief die Gastgeberin freudig aus. «Ob das immer so schön ist!» murmelte Lara. «Nein, ich kann mich nicht an meinen Vater erinnern», widersprach Basti und fügte grinsend hinzu: «nicht wirklich! Meine Mutter hat mir von ihm erzählt. Er selber ist mir nie begegnet.» «Sei froh», sagte Lara, «vielleicht wäre die Begegnung gar nicht so schön.» «Aber er könnte sich wenigstens daran erinnern», versetzte die Gastgeberin. «Ist nicht jede Erinnerung besser als gar keine Erinnerung?» fragte sie traurig. «Keine Ahnung», antwortete Basti, «müsstest du mal Zodiac fragen!» Die Gastgeberin wandte sich an Lara: «Können nur Väter schlimm sein? Können Mütter nicht auch manchmal furchtbar schlimm sein?» Lara zuckte die Achseln: «Meine Mutter ist zugleich meine beste Freundin. Eine bessere gibt es nicht. Und jetzt vermisst sie mich bestimmt und macht sich Sorgen!» Und zu Basti sagte sie: «Morgen müssen wir schnell zurück. Dann waren wir aber wirklich lange genug weg.» «Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt zurück möchte», antwortete Basti.

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