Ohne viel Umschweife lassen wir doch mal die 171. Folge von SOKRATES sprechen. Eine Gefahr besteht auf gar keinen Fall: ich kann die Lesefaulen nicht zu Tode langweilen. Sie sind gegen SOKRATES total immun :)

Uri Bülbül
Nein, Niklas musste zugeben, dass die Waffe noch immer konfisziert war und aller Wahrscheinlichkeit nach in der Asservatenkammer lag. «Aber nein, so ist das Dickerchen nicht!» grinste Hermes, «Das Asservat bezeichnet einen nach Polizeirecht oder nach der Strafprozessordnung sichergestellten oder beschlagnahmten Gegenstand. Die asservierte Sache kann im Straf- oder im Bußgeldverfahren als Beweismittel oder der Gefahrenabwehr dienen»,* sprach die Weisheit der guten Polizeischule aus Hermes. Aber seine Menschenkenntnis wusste noch etwas anderes: «Hoffmann ist so einer, der Fünf gerade sein lassen kann. Er bewahrt gewiss die Pistole in seiner Schublade und wird sie dir nach einem interessanten Gespräch wieder zurück geben. Aber er erwartet natürlich von dir, dass du dich um deine Angelegenheiten kümmerst. Ich erwarte das von dir auch!» fügte er mahnend hinzu. «Sagt der Richtige», brummte Niklas Hardenberg, «erscheint irgendwann mitten in der Nacht in meinem Leben, erschreckt mich schier zu Tode, mischt sich in alles ein, was nur mich etwas angeht und dann sagt er, ich solle mich um meine Angelegenheiten kümmern. Kümmer du dich doch um deine Angelegenheiten!» Hermes lachte herzhaft. «Das ist mein Job sozusagen! Ich muss mich um dich kümmern! Du bist meine Angelegenheit, Nick. Und ich muss dir auch sagen, bevor ich dich jetzt verlasse, kümmere dich um Kairos!» Mit diesen Worten stand Hermes grinsend auf. «Ich muss jetzt gehen», sagte er, ging aber nicht Richtung Flur, sondern zur Balkontür. «Was machst du da?» fragte Niklas etwas ratlos. «Ich nehme die Abkürzung», antwortete Hermes, als er die Tür öffnete. «Lass den Blödsinn!» Aber es war zu spät. Hermes ging sicheren Schrittes zum Balkongeländer, sprang darüber hinweg in die Tiefe. Niklas hörte Menschen schreien. Er blieb wie versteinert in seinem Wohnzimmer stehen mit Schweißperlen auf der Stirn und wagte es nicht an die Balkontür zu treten, um sie wieder zu schließen. Er musste aber schnellstens etwas unternehmen, denn so konnte jeder von unten sehen, wo Hermes gesprungen war. «Verdammtes 4rschl0ch!» fluchte Niklas, «Als hätte ich nicht schon genug Scherereien!»
Als Uri Nachtigall den Speisesaal betrat bemerkte er, dass Betti nicht anwesend war, ebenso fehlte Basti und mit ihm Lara. «Sie sind also immer noch nicht zurück», sagte er sich. Das erfüllte ihn nun ebenfalls mit Sorge. Wie mochte es Betti damit gehen? War sie nun auf ihrem Zimmer mit ihren Sorgen um ihre verschwundene Tochter allein? «Nach dem Essen werde ich bei ihr anklopfen», nahm er sich vor. Der junge Mann namens Benjamin saß weit ab von Uris Mittagstisch mit dem Rücken zu ihm. Er saß zwar allein und an dem Tisch wäre noch Platz für mehrere andere Personen gewesen. Aber es war dort nicht nur für weitere Personen nicht gedeckt. Es befanden sich an dem Tisch auch keine weiteren Stühle.
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* https://de.wikipedia.org/wiki/Asservat

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