Man kann bestimmte Träume mit Fotos belegen. Das beweist in der 183. Folge des kafkASKen Fortsetzungsromans SOKRATES Basti @Maulwurfkuchen:

Uri Bülbül
Und plötzlich wusste er auch, was es war: er sah in der Ferne die Schemen patrouillierender Haie. Einer von ihnen schien ihn bemerkt zu haben. Er schwamm direkt auf Basti zu. Basti fürchtete sich vor dem Hai nicht wirklich, aber er war alarmiert und fluchtbereit. Plötzlich aber sah er, dass der Hai einen Tigerkopf hatte, mit dem er ihn unter Wasser anbrüllte. Er hatte auch die Pranken eines Tigers, mit dem er dem Delphin böse Wunden zufügen konnte. «Das ist nicht bloß ein Traum. Diesen Tigerhai gibt es wirklich. Und er kann mich töten, wenn er mich erwischt», sagte er sich. Und um sich das zu beweisen, fotografierte er mit Laras Handy den Tigerhai, der vom Blitz geblendet einen Moment zauderte, was Basti ausnutzte, um schnell in die Tiefe abzutauchen. Er war sich sicher, dass er, wenn der Tigerhai ihm folgte, schnell die Richtung ändern und auftauchen und somit den Hai abschütteln konnte. Sowohl was das Ab- als auch das Auftauchen anbelangt, fühlte sich Basti den Haien haushoch überlegen. «Ich werde das Foto ins Internet posten, dann können alle sehen, dass mein Traum wirklich war», meinte Basti. Den Tigerfisch hatte Basti beim Auftauchen tatsächlich abgeschüttelt; er schnellte wie ein Pfeil an die Wasseroberfläche und schoss mit einem riesigen Sprung aus dem Wasser, um hoch in der Luft seine Pirouetten zu drehen; doch dabei hörte er furchtbare Schreie. Während er sich in der Luft drehte, versuchte er zu Orten, woher die Schreie kamen. Unkonzentriert und aus dem Gleichgewicht gebracht klatschte er unelegant auf die Wasseroberfläche; es ging ein Ruck durch seinen ganzen Körper, und Basti erwachte im Bett, dann musste erst einmal Orientierung suchend sich im halb dunklen Turmzimmer umschauen. Auch Lara war von den Schreien wieder wach geworden. Ängstlich sahen sie sich an.
Die Nachricht, dass die Kommissarin verunglückt war, traf auch Uri Nachtigall hart. Er war verwirrt, aufgeregt, wollte Luisa beistehen und mit ihr ins Krankenhaus fahren, fand aber seinen Autoschlüssel nicht. Dieser alte Mann bot sich ekelhaft jovial an, Luisa mit seinem Chauffeur ins Krankenhaus zu fahren. Luisa war außer sich, konnte die Nachricht gar nicht fassen. Die beiden hilflosen Polizisten wurden von ihr immer wieder mit derselben Frage bedrängt: was ist passiert? Was genau ist passiert? «Luisa, komm jetzt in mein Büro! Wir werden von dort aus alles in Erfahrung bringen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, Herr Narrat, wenn Sie Ihren Fahrdienst mobilisieren könnten! Und Sie, Herr Nachtigall, können die Angelegenheit getrost uns überlassen! Wir werden uns bestmöglich um Luisa kümmern.» Sanft aber bestimmt drückte sie Uri Nachtigall etwas zur Seite. Adonis telefonierte schon mit seinem Fahrer und ließ den Theaterphilosophen, der sich für das junge Mädchen verantwortlich fühlte, links liegen.

View more