Nachdem die Ähnlichkeit zwischen Uri Bülbül und Gaddafi nicht mehr zu leugnen ist, bleibt die Frage offen, wie ähnlich sich Uri Bülbül und Uri Nachtigall sind. SOKRATES Teil 209:

Uri Bülbül
Ein wenig lauter, als er es eigentlich beabsichtigt hatte, polterte er los und fuhr sie an: «Wer sind Sie? Was machen Sie hier?» Die Erscheinung mit den langen schwarzen Haaren ließ sich nicht einschüchtern; ihre Stimme klang ruhig, gelassen, so fest, dass man sie schon als „erdverbunden“ bezeichnen konnte: «Mein Name ist Nadia Shirayuki, was „Schneewittchen“ bedeutet». «Und die sieben Zwerge haben dich ins Polizeipräsidium gelassen, was?!» Nun stand er direkt vor ihr – groß, dickbäuchig, brutal. Seine Blessuren im Gesicht waren furchterregend im Halbdunkel der Notbeleuchtung des Treppenhauses. Nadia aber zeigte keinerlei Anzeichen von Einschüchterung oder Furcht. «Ich habe Ihnen etwas zu sagen, Herr Kommissar!» «Und ich will wissen, wer Sie um diese Zeit herein gelassen hat. Das ist ein Polizeipräsidium und kein Bahnhof! Hier kann man nicht herein und heraus spazieren, wie man lustig ist!» «Nein, natürlich nicht!» antwortete die junge Frau mit ihrer festen Stimme, in der ein ganz leiser Hauch von Ironie lag und die Lustlosigkeit, diese Diskussion weiterzuführen. Lieber kam Nadia zur Sache: «Lieber Kommissar, ich möchte Ihnen etwas Wichtiges mitteilen. Ich weiß, dass Sie sich auf den Weg in die Villa des Doctor Parranoia machen möchten. Sie sind verzweifelt und ein wenig in Panik, machen sich große Sorgen um Luisa. Sie sollten aber wissen, dass dies nicht der richtige Weg ist. Bleiben Sie ruhig und gelassen. Denn Sie wissen: in der Ruhe liegt die Kraft. Wenn Sie jetzt durch den Wald rasen, um zur Villa zu gelangen, kann etwas sehr Unangenehmes passieren.» «Es wird etwas sehr Unangenehmes passieren, wenn Sie mir nicht erzählen, wer Sie sind, junge Dame!» brüllte Ross. Gelassen faltete Nadia ihren Schirm zusammen und wandte sich einfach ab zum Gehen. Da packte Ross sie heftig am Arm: «Halt! Hier geblieben!» Aber weiter kam er nicht; mit einer wuchtigen Umdrehung um ihre eigene Achse riss sich Nadia nicht nur los, sondern schlug noch aus der Drehung heraus gezielt mit einem heftigen Hieb des Schirms dem übergriffigen Kommissar auf den Kopf. Ross wurde es schwarz vor Augen.
«Hey Ali! Bist du besoffen, oder was?» Als Alfred Ross wieder langsam zu sich kam, standen zwei Kollegen in Uniform um ihn und beugten sich auf ihn herab. Der eine untersuchte ihn und schüttelte ihn wach. «Was ist passiert? Bist du die Treppen hinunter gefallen?» Ross hatte große Schmerzen am Kopf. Die beiden Polizisten betrachteten ihn mit einer Mischung aus Neugier, Spott und Mitleid. «Nenn mich nicht „Ali“! Sonst gibt’s Ärger!» knurrte der Kommissar und wies die Hand verächtlich ab, die ihm sein Kollege entgegenstreckte. Er kam von alleine auf die Beine, schwankte aber noch ein bißchen! Welche Wucht und Kraft dieses Mädchen aufbringen konnte! Ross war wirklich durch und durch überrascht. Er sah sich suchend um. «Na, geht’s wieder, Ali? Hast du auch wirklich nichts getrunken?» spottete derjenige, der ihm die Hand entgegen gestreckt hatte.

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