@lsdCthulhu Nein, ich lasse mich nicht gerne manipulieren, aber ich werde manipuliert. Auf all die Manipulatoren antworte ich mit dem SOKRATES-Roman. Hier Teil 218:

Uri Bülbül
Als er die Unsumme beim Internetbanking auf seinem Konto erblickte, traute Niklas Hardenberg zwar seinen Augen, aber nicht dem Computer. Hatte er sich etwa aus Versehen in ein fremdes Konto eingehackt? Wie war das möglich? Oft schon hatte er sich vertippt, einmal sogar seine PIN vergessen. Nie war er auf einem fremden Konto gelandet, sondern war immer schroff abgewiesen worden. Nun plötzlich das!
Oberflächlich betrachtet war es auch kein fremdes Konto; die Nummer stimmte mit seiner überein, der Name lautete Niklas Hardenberg, aber dann dieser Kontostand. Er hatte bei den letzten Wahlen die Piraten-Partei gewählt. Die Realpolitik widerte ihn an - und das schon seit langem. Aber Hardenberg hielt bis dato im Geiste an so etwas wie Realpolitik fest und wählte kommunistische oder anarchistische Splittergruppen, die die Gesellschaft aus den Angeln heben und die Welt zu revolutionieren versprachen. Er wusste, dass sie chancenlos waren; aber er wählte sie trotzdem und erstaunlicher Weise mit einem ganz realistischen Argument: Ab einer bestimmten Stimmenzahl, bekam jede Partei, die es schaffte, an Wahlen teilzunehmen, vom Staat finanzielle Unterstützung für den Wahlkampf. Und die Höhe dieser finanziellen Unterstützung hing von der Anzahl der erhaltenen Stimmen ab. Und das hatte Hardenberg prinzipiell immer unterstützt. Und nun verabschiedete er sich davon. Er fand den Namen witzig und wählte. Ganz ohne ein realpolitisches Argument. Die Piraten-Partei schien nicht altlink, drosch nicht die sattsam bekannten Revolutions- und Weltverbesserungsphrasen, kam nicht mit der immer gleichen antikapitalistischen Leier. Hardenberg hätte auch die Lila-Partei wählen können oder die grauen Panther oder die Partei der bibeltreuen Christen. Aber sowohl die Farbnamen als auch Bibeltreue sprachen ihn nicht an. Die Piraterie schon.
Er schälte sich um 8.00 Uhr aus dem Bett. Der Wecker hatte schon mehrmals geklingelt, er hatte mehrmals das nervige Treiben mit der Schlummertaste unterbunden und sich seinem Halbschlaf gewidmet. Kurz vor 8.00 Uhr aber öffnete er die Augen. Er hatte also eine Stunde Zeit, sich frisch zu machen, anzuziehen und das Gericht zu erreichen. Hätte er gewusst, wer die Richterin sein würde, die über Arthur Francis Suthers Verbleib im Gefängnis entschied, hätte er sich beim Frischmachen deutlich mehr Mühe gegeben. Er betrachtete sein Gesicht im Spiegel, was dazu führte, dass er sofort die Lust an einer ordentlichen Rasur verlor. Nein, Suthers war ihm nicht unsympathisch, ihm war lediglich aufgefallen, dass dieser junge Sonderermittler auf eine sonderbare Weise in sich verfangen war. Er klebte auf seinem Standpunkt wie einst Luther zu Wittenberg. Während Hardenberg noch im Bad stand und mit ihm die Frage im Raum, ob der Geschmack in seinem Mund übler war als seine Laune, saß Kommissar Julius Hoffmann bereits im Büro vor ihm der Bericht seines nicht gar so hellen Assistenten Oberländer. Skeptisch schüttelte Hoffmann den Kopf.

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Firellenfolet@Pizzaboote