Eine seltsame Geschichte ist das! Basti weiß etwas, was uns Furchtbares erahnen lassen könnte. Aber lieber erzählt er von einem Nasenbär. Sind Lara und er nun unterwegs in die Psycho-Villa? Oder befinden sie sich auf einem Irrweg? SOKRATES Folge 225: Wer oder was ist Nemo?

Uri Bülbül
Der Schlitzrüssler eilte davon, wild den Erdboden beschnuppernd. Dann aber kurz bevor Lara und Basti den Anschluss zu verlieren drohten, blieb er, ohne sich umzudrehen, stehen, schnüffelte pausenlos weiter und wartete. Basti hielt Laras Arm fest und zog sie unerbittlich und bestimmt mit sich. «Du darfst nicht zurückschauen. Du darfst jetzt nicht zögern, was hinter uns liegt, muss hinter uns bleiben; wir dürfen uns das nicht, niemals ansehen!» redete er eindringlich auf Lara ein. Sie ließ sich zwar mitziehen, aber nicht ganz ohne Widerwillen. Sie hatte noch einige Fragen offen und hätte gerne Antworten gehabt, aber sie spürte auch eine unerklärliche Dringlichkeit, was sie Basti folgen ließ, ohne wirklich Widerstand zu leisten. Dann aber plötzlich blieb sie doch stehen, ruckartig zog sie an Basti, womit sie ihn auch zum Stehen zwang. «Halt! Jetzt sag mir endlich, was du weißt! Du weißt etwas und willst es mir nicht sagen! Ich will es aber hier und jetzt und sofort wissen!» «Ich will dich nicht verlieren, wie einst Orpheus Eurydike verlor! Gut, ich bin kein genialer Sänger und du bist auch nicht meine Frau. Der Vergleich hinkt vielleicht ein bißchen, aber er sagt schon auch etwas aus, verstehst du?» Lara musste nicht lange überlegen, sie antwortete trotzig: «Nein, ich verstehe nicht.» «Gut, dann sage ich es so: deine Mutter ist fast verrückt vor Sorge. Wir müssen zurück, bitte, damit sie sich wieder beruhigen kann. Wenn du aber jetzt zurück schaust, werden wir uns wieder verlaufen und kommen nicht zurück. Also bitte, lass uns schnell weiter gehen. Du und ich und Rudi können Bellarosa nicht helfen. Komm jetzt, bitte!» Lara gehorchte. Da sie kurz Rudi aus den Augen verloren hatte, wollte sie auch nicht zurück schauen, denn Rudi war ihnen vorausgeeilt und nicht zurück gelaufen. «Wirst du mir trotzdem noch verraten, was du noch weißt?» fragte Lara. «Ja, zu Hause, ich meine in der Villa», antwortete Basti und sprach weiter, was für Lara keinen wirklichen Sinn ergab: «Und ich werde in der Villa dem, der uns schreibt, schreiben: „Ich will auch bitte, dass in der Geschichte auch ein Nasenbär vorkommt und der dann Nemo heißt, bitte. :3“ Ja, das werde ich ihm schreiben.» «Nemo? Ist das nicht ein Fisch?» fragte Lara. Basti schüttelte erst den Kopf, dann nickte er und schüttelte dann wieder den Kopf. Lara musste darüber lächeln. Irgendwie schaffte er es immer wieder, dass sie nicht böse auf ihn sein konnte, obwohl sie sich im Moment über ihn geärgert hatte, weil er so geheimnisvoll tat und ihr irgendetwas von Orpheus und Eurydike erzählte. «Es gibt einen Fisch namens Nemo und einen Kapitän, der so heißt wie der Fisch, aber eigentlich ist „nemo“ lateinisch und heißt „niemand“.» «Ganz schön verwirrend ist das!» sagte Lara. «Fisch, Kapitän, Nasenbär und alle heißen sie „Nemo“. Was soll das?» fragte sie schwitzend und keuchend. Es war anstrengend so schnell Rudi zu folgen und sich gleichzeitig mit Basti zu unterhalten.

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