Nymphadora Tonks @JellaMorrison fragt, was mich wachhält. Ich bin nach einem schönen Telefonat aufgewühlt. Mehr als zwei Jahre boykottierte ich das Handy. Und nun das! der 4. August ist 2h 17 min. alt: SOKRATES Folge 231 kommt:

Uri Bülbül
Niklas Hardenberg meldete sich vom Onlinebanking ab und loggte sich neu ein, um zu sehen, ob sein Kontostand derselbe blieb, oder ob ihm der Computer einen Streich gespielt hatte. Er wiederholte seine Versuche mehrmals, kam aber immer zum gleichen, wenn auch nicht Ergebnis -davon war er weit entfernt-, so doch zum gleichen Kontostand. Naja, sagte er sich dann, es ist doch besser, so viel im Haben zu sein als im Soll! Dann wandte er sich wieder seinem Essay über Europa zu, worin er sich auf die Kurzgeschichte von Hermann Hesse „Der Europäer“ bezog, die ihn im Laufe seiner Arbeit immer mal wieder beschäftigt hatte. Seine Zweifel gingen bis zu seiner Schulzeit zurück. Sein Verhältnis zu dieser Kurzgeschichte war und blieb ambivalent. Er ging in sein Schlafzimmer, wo sich seine alten Tagebücher befanden, wühlte in Schubladen, kramte sie hervor, entstaubte sie mit kräftigem Pusten und sah seine Einträge durch. Seine ersten pubertären Verliebtheiten, die Gedichte über sein Dasein als einsamer Wolf, dann, als die Hesse-Lektüre begann, als einsamer Steppenwolf inmitten der Stadt, seine Bemerkungen über die Neonwelt, die lebenden Schaufensterpuppen und immer wieder Weltschmerz. Und dann waren seine Gedanken wieder da, wo er sie nicht unbedingt haben wollte: bei der schönen Richterin. Immerhin wusste er, wo er sie am Mittag treffen konnte. Vielleicht wäre es zu aufdringlich und auffällig, aber vielleicht wäre es auch eine gute Gelegenheit mit ihr und Hoffmann ins Gespräch zu kommen. Immerhin hatte der Hauptkommissar keine antipathischen Signale in seine Richtung ausgesandt. Außerdem gab es einen triftigen Grund, sich bei Antonio sehen zu lassen: er musste für seinen Rechtsanwaltsfreund und Auftraggeber recherchieren. Nicht nur die Kanzleikollegin Ayleen Heersold war verschwunden, nun auch der Sonderermittler des Ministeriums, der zum Haftprüfungstermin hätte unbedingt vorgeführt werden müssen. Und eine Kommissarin war verunglückt, die ihren Vater zuvor angeblich in Notwehr erschossen hatte. Und noch einer war nicht vor der Richterin erschienen. Aber im Grunde interessierte ihn im Moment wirklich nur eins: ein Wiedersehen mit der Richterin.
Zu dieser Zeit war Doktor Wagner von ihrem Spaziergang mit ihrer Hündin Aria wieder zurückgekehrt und warf sich erschöpft aufs Bett. Ein paar Stunden Schlaf hatte sie sich nun mehr als verdient. Aria kuschelte sich in Streichelnähe auf dem Boden in ihr Kissen, während Doktor Wagner noch die verschlossenen Gesichter im Präsidium vor sich sah, als sie nach Kommissar Ross fragte. Sie hatte ihren Spaziergang durch den Park einfach in Richtung Stadtmitte ausgedehnt, hatte in nordöstlicher Richtung den Park verlassen und war an der Polizeipforte gelandet. Noch mit der Frage in ihrem Kopf beschäftigt: hieß der bullige Kommissar wirklich so oder bilde ich mir das nur ein? trat sie an den Schalter: «Ich möchte zu Kommissar Ross.» Sie wartete gespannt auf die Reaktion des Polizisten hinter dem Panzerglas.

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Firellenfolet@Pizzaboote