Wenn du einen Privatjet für einen Trip deiner Wahl zur Verfügung hättest, wohin würde die Reise gehn? Was würdest du dort tun? Wen würdest du mitnehmen? Was würdest du einpacken?

Dauerbrenner
Eine Ideale Frage für die SOKRATES-Folge 240 Ich selbst träume nur für meine Romanfiguren davon, mit einem Privat-Jet unterwegs zu sein. Mich selber reizt dieser Gedanke so herzlich wenig. Ich bin kein Stubenhocker aber mit meinem Garten, dem Theater und meinem MagicMysteryHouse bin ich voll und ganz ausgelastet. Deswegen schicke ich Marcellus Adonis Narrat mit seinem Privat-Jet auf die Reise und er hat eine Kiste und Luisa Metzger bei sich:
«Du kannst mich Marc nennen», sagte er lächelnd, als sie wieder in seiner Limousine saßen. Er gab seinem Chauffeur Luisas Adresse, worauf Luisa erschrak: «Ich kann jetzt nicht zu mir nach Hause. Ich will dort nicht ohne meine Schwester sein», sagte sie mit bebender Stimme. «Keine Sorge!» erwiderte der alte dynamische Mann verständnisvoll. «Wir fahren zu dir, warten auf dich, während du dir einen schönen Reisekoffer packst. Dann geht es mit mir auf eine paradiesische Reise. Und mach dir keine Sorgen wegen deiner Schwester. Wir halten per Skype Kontakt zur Intensivstation und lassen uns genau berichten, wie es deiner Schwester geht. Sobald sie aus dem Koma erwacht ist, was wahrscheinlich in zwei, drei Tagen sein wird, kehren wir zurück. So hast du wenigstens zwei, drei Tage Abwechslung und Ablenkung.» Luisa fühlte sich zwar einerseits beruhigt, hatte aber andererseits auch ein schlechtes Gewissen. Wäre es nicht besser, bei ihrer Schwester zu bleiben und zu warten? Sie fühlte jedoch die Kraft nicht in sich, diese Tage durchzustehen. Da wollte sie sich lieber ein wenig in der wohligen Geborgenheit, die von „Marc“ ausging, treiben lassen. Sie bat Marc in die Wohnung, während der Chauffeur vor dem Haus wartete. «Du kannst dir ruhig Zeit lassen, so viel du willst, wir haben es nicht eilig», sagte Marcellus Adonis Narrat. Seine angenehme Stimme war Balsam für ihre Seele. Sie hatte ihren Vater verloren, dafür aber nun einen tollen Mann an ihrer Seite dazu gewonnen. Sie weinte, als sie ihre Sporttasche mit Unterwäsche und Blusen bepackte. Ihr Vater war nun tot. Es konnte keine Klärung mehr zwischen ihnen geben, keine Freundschaft mehr hergestellt werden, kein Vater-Tochter-Verhältnis ohne diese seltsamen wie widerlichen Blicke und Berührungen. Marcellus war ganz anders als ihr Vater. Beruhigend, distanziert und ganz und gar nicht aufdringlich. Sie fühlte sich zu ihm hingezogen und suchte seine Nähe, ohne, dass er sie in irgendeiner Weise an sich zu ziehen versuchte. «Denk an deinen Personalausweis oder an einen Reisepass, wenn du einen hast», hörte sie ihn aus der Küche. Er war dabei nicht einmal besonders laut; er erhob seine Stimme kaum zu einem Ruf und dennoch wusste er genau, dass sie ihn hörte. Sie war aufgeregt: «Wohin geht die Reise?» «Wie wäre es mit den Malediven?» kam als Antwort die Gegenfrage. «Malediven? Wirklich? Das ist ja Wahnsinn!» rief sie. Nun waren auch die Kosmetika verstaut. Pass und Personalausweis befanden sich in der Seitentasche. Es konnte losgehen!

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