stell dir vor du wärst aus welchen umständen auch immer heraus gezwungen deinen vollständigen namen zu ändern. welchen würdest du wählen?

Zwei Namen gefielen mir da besonders, beide Namen habe ich meinen literarischen Figuren gegeben: Roger Weißhaupt ist der Archivar der ungeschriebenen Texte im Schreibhaus, Niklas Hardenberg ein ominöser Investigator, spezialisiert auf Recherchen aller Art. Ha, ha, wie speziell kann das sein? Zugleich ist er ein Ontologe des Nichts, ein Systematiker, ein kritischer Geist, der am Rande des schwarzen Lochs tanzt und von Wurmlöchern träumt und womöglich sich davon erhofft, gleich einem Derwisch in eine Parallelwelt höherer Erkenntnisse entfleuchen zu können. Wie auch immer - er gibt sich aber als Profi-Rechercheur des Allerlei auch durchaus bodenständig, wenn er denn mal Boden unter den Füßen hätte!
Roger und Niklas verstehen sich so mäßig: der eine ein Archivar ungeschriebener Texte, also womöglich auch ein Nada-Archivar der andere ein hochspezialisierter Spezialist als Ontologe des Nichts unterwegs durch das Labyrinth meiner Vernunft. Roger hatte nur einen großen Auftritt in einem unveröffentlichten Buch namens "Bedingung & Möglichkeit. Eine rhizomatische Transzendentalphilosophie der Kultur". Da es unveröffentlich ist, kann es nicht einmal ein Bestseller werden, aber hier ist wenigstens die Existenz dieses Buches auf meiner Festplatte bekannt gegegeben. Irgendwie passt es doch zum Archivar ungeschriebener Texte; ein Buch, das geschrieben ist aber unveröffentlicht - ist es denn dann überhaupt ein Buch?
Ich schweife ab: wenn ich mir also spontan einen anderen Namen überlegen müsste, würde ich auf Niklas Hardenberg setzen oder zur Not, oh, jetzt ist er wieder benachteiligt, Roger Weißhaupt. Aber mit manchen Figuren kann man sich einfach nicht so gut anfreunden wie mit anderen. Was soll ich machen?

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