Was im Flugzeug alles passieren mag? Aber erst sind wir bei Betti, Hoffmann und dem Förster, der seinen Namen zum Beruf gemacht hat und bei seinen Spürhunden. SOKRATES Folge 249:

Uri Bülbül
Dann schob Schwester Maja noch eine Frage nach, die ihre Autorität in ihren Augen wieder vollkommen herstellte und diesen Kommissar in seine Schranken wies: «Warum möchten Sie nur ein Kleidungsstück von Lara mitnehmen? Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, die Kinder aufzuspüren, wenn sie auch ein Shirt von Basti mitnehmen!» Hoffmann nickte nur sachlich. «Sie haben Recht, Schwester Maja. Wir suchen natürlich nach Basti @Maulwurfkuchen genauso wie nach Lara @derherbstinmir ! Das ist doch selbstverständlich.» Sie sah ihn nur mit unbewegter Miene an. Er las daraus einen Gedanken, der ihn irgendwie nicht gleichgültig ließ: «Du ahnst ja gar nicht, nach wem du da suchst, Dickerchen!» Aber es waren seine Worte und seine Gedanken, die er in ihrem regungslosen Gesicht gespiegelt glaubte. Diese Frau konnte einem Angst machen. Sie gab ein wunderbares Klischeebild einer Giftmischerin ab. Hoffmann jedenfalls war froh, dass er nicht in der Villa zum Essen blieb und mit der schönen Richterin verabredet war. Im richtigen Moment an sie zu denken, machte ihn stark und immun gegen das Seelengift der Lapidaria.
Friedhelm Förster, seines Amtes Förster im Hattinger Wald, wohnte etwa 10 km von der Villa entfernt in einem einstöckigen Steinhaus mit Garten und einem Hundezwinger, in dem er ein Dutzend Jagdhunde hielt. Sein olivgrüner Rover Defender parkte vor dem Haus. Die Hunde schlugen wild und furchterregend an, als Betti und Hoffmann aus dem Auto stiegen. Gleich darauf erschien der Förster an der Tür. Die beiden Männer kannten sich aus alten Zeiten und grüßten sich herzlich; ihr Alltag brachte es mit sich, dass sie sich nicht so oft sehen konnten. Vielleicht aber waren sie auch zu unterschiedliche Charaktere, um enger befreundet zu sein. Oberflächlich jedoch schien das Wiedersehen von Freude geprägt. Kurz wurden alte Gemeinsamkeiten ausgetauscht, Insidererinnerungen. Auch Förster wirkte gemütlich, aber sein Übergewicht hatte seine Gesundheit niedergedrückt, ihm Kreislauf und Herzprobleme ebenso beschert wie verschlissene Gelenke. Er träumte schon vom Ruhestand in seinem Häuschen, das aber ein Förster- und Diensthaus war, so dass er, wenn er in Rente ging, das Haus seinem Nachfolger räumen musste wie ein Pastor. Nur, dass er den Beruf des Försters als deutlich anstrengender empfand, als zu predigen und etwas Seelsorge zu betreiben. Er bat seinen Besuch herein und wollte etwas zu trinken anbieten, aber Betti und Hoffmann kamen schnell zur Sache. Und dennoch dauerte es fast eine halbe Stunde, bis der Förster sich umgezogen hatte und einsatzbereit war. Aus dem Zwinger holte er vier Labrador Retriever, seine besten vier Spürhunde: Karl-Heinz, Jux, Dolly und Mars. Betti lächelte unwillkürlich, als sie die Hundenamen hörte. «Wir versuchen die Fährte dort aufzunehmen, wo sie gestern zuletzt waren. Es liegt zwar mehr als einen halben Tag zurück, aber wir könnten Glück haben. Immerhin hatten wir in der vergangenen Nacht keinen Regen», erklärte Förster.

View more