Der Oktober verabschiedet sich golden und strahlend von uns, hell und sonnig. Dabei hat er uns eine Menge Regentage beschert, so dass ich dachte, herbstlicher kann der Herbst gar nicht sein. Dazu gehören aber auch die sonnigen Tage. Also verabschiede ich mich vom Oktober mit einer Doppelfolge...

Uri Bülbül
Als er erleichtert seine Hose wieder hochzog, da er, obwohl er ein begeisterter Stehendpinkler war, sich in dieser Situation doch besser auf seinen Hintern gesetzt hatte, bekam er wieder das Gefühl, dass die Finsternis sich bewegte. Er verlor das Gleichgewicht und taumelte. Ein, zwei Tippelschritte hatte er sich von seinem Standpunkt weg bewegt. Konnte er sich nun vorsichtig wieder, nur zur Orientierung, an die Campingtoilette zurücktasten? Er brauchte für seine Orientierung Gegenstände, die er in seiner Vorstellung räumlich anordnen konnte. Ausgerechnet eine Toilette sollte sein Fixstern in der Finsternis sein! Er seufzte verächtlich. Zum Schwindelgefühl und den heftigen Kopfschmerzen kam nun auch Ohrensausen hinzu. Er torkelte und taumelte wieder, bis er erneut eine weiche Wand spürte. Hilf- und kraftlos glitt er an ihr herab und blieb auf dem Boden, der zu schwanken und sich zu neigen schien, sitzen. Wie lange wollten sie ihn hier festhalten? Waren diese Menschen der Konsequenzen ihrer Taten nicht bewusst, dass sie einen Polizeikommissar betäuben und irgendwo einsperren konnten, ohne eine Strafe zu befürchten? Okay, zugegeben: er hatte diesen seltsamen Vogel etwas zu hart angefasst. Aber immerhin war er in Ausübung seines Amtes gewesen, als er hinterrücks kalt gestellt wurde. Konnte dieser Methusalem hinter dieser Sache stecken? Und was hatte dieser Methusalem mit Uri Nachtigall zu schaffen? Übelkeit stieg in ihm auf, der Boden neigte sich, er bekam Druck auf den Ohren und er bekam keine sinvolle Ordnung in seine Gedanken. Alfred Ross tappte buschstäblich im Dunkeln.
Lara hat keine Lust mehr. Ihr ist alles zu anstrengend. Sie hat einen mysteriösen Biss am Hals, den sie unbedingt ihrer Mutter und eventuell Schwester Lapidaria zeigen will und eine dicke Erinnerungslücke, da sie nicht weiß, wie lange sie auf der Parkbank gelegen und geschlafen hat, obwohl sie doch einen Spaziergang mit Basti machen wollte. In Fetzen erinnert sie sich auch daran, mit Basti unterwegs gewesen zu sein, aber was ist Traum und was davon Wirklichkeit? In der Ferne hört sie Hundegebell, ohne großartig darauf zu achten.
Indessen stieg Basti @Maulwurfkuchen in der schiefen Hütte durch eine Kellerluke in die Tiefe, wo Viktor ein erstaunlich geräumiges Labor für sich eingerichtet hatte. Tatsächlich hatte Basti zuvor noch alle Filomena-Kekse aufgefuttert und fühlte sich etwas durstig trotz der leckeren Milch mit Honig, aber ansonsten sehr munter. Und seine Anwesenheit schien auch Viktor zu ermuntern. «Ich bin sehr froh, dass du mich mal besuchen kommst. Eine schöne Gelegenheit, dass wir uns entspannt unterhalten! Und natürlich hoffe ich, dass du etwas Zeit mitgebracht hast!» Basti überlegte kurz. Alle Tische und Ablagen waren mit Petrischalen, Erlenmeierkolben, Reagenzgläsern, Rüttelgeräten, Bunsenbrennern und Einplatteninduktionsherden voll gestellt. Es gab auch Kühl- und Warmhalteschränke mit gläsernen Türen, so dass man die Schalen und Gläser von außen sehen konnte.

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