Ein offener Brief an Basti @Maulwurfkuchen:

Uri Bülbül
Lieber Basti, du hast schon eine ganze Reihe von Ideen und Wünschen, was alles in dem Sokrates-Roman vorkommen sollte, geäußert und viele Vorschläge gemacht. Auch wenn ich nicht sofort auf sie eingehe, sondern erst einmal scheinbar unbeantwortet lasse, kannst du sicher sein, dass sie von mir systematisch archiviert werden und im Fluss der Erzählung ihre Berücksichtigung finden. Erst liegen deine Vorschläge bei mir im Archiv herum wie Lego-Steine in einer Kiste: bunt durcheinander, verschieden groß, verschieden gestaltet und ergeben keinen Sinn; dann aber, wenn das Bauwerk voranschreitet, wird in der Kiste gewühlt und nach einem passenden Stein gesucht. Er wird eingefügt und bestimmt so auch das Bauwerk, das entsteht. Natürlich gilt das auch für andere Vorschläge von anderen Leuten. Aber leider kommen nicht so viele Vorschläge, weil wahrscheinlich nicht so viele Leute den Roman verfolgen. Manche verstehen auch nicht, warum sie Vorschläge machen sollten. Einige, die der Genie-Ästhetik verhaftet denken, möchten entweder nicht die Kreise meines vermeintlichen Genies stören oder möchten nicht ihr vermeintliches Genie an einen Roman verschwenden, dessen Urheber sie nicht sind. Dabei haben wir ja schon einen Vertrag ausgehandelt; jeder der Ideen oder Textbausteine zum Bauwerk liefert, wird nicht nur erwähnt und findet sein Plätzchen in den Fußnoten und Anmerkungen, sondern wird auch am Erfolg des Romans beteiligt. Der Erfolg aber lässt noch auf sich warten. Die Rückmeldungen sind spärlich, aber wenn sie kommen, dann nicht entmutigend, sondern durchweg positiv. Demnächst werde ich über den Zwischenstand des Sokrates-Romans einen Vortrag in unserem Theater halten, bin schon gespannt, wieviele Leute zu diesem Vortrag kommen. Der Termin wird irgendwann Mitte/Ende Januar sein. Ich werde ihn in der nächsten Teambesprechung festlegen.
Weshalb ich dir aber schreibe, hat eigentlich einen anderen Grund: Deine Idee, dass Luisa im Wald ein Wolfsbaby finden sollte, hatte ich ja ein bißchen abzuwandeln versucht: Luisa würde das Baby nicht mitnehmen. Sie ist anders gestrickt als Lara und geht auch einen anderen Weg. Sie ist halb ent-, halb verführt mit dem Methusalem Marcellus Adonis Narrat zusammengekommen und wird womöglich seine junge Freundin werden. Deine gelben Legosteine hat sie einfach bei Schwester Lapidaria hinterlegt. Du selbst bist ja noch im Hattinger Wald unterwegs gerade zu Besuch in der schiefen Hütte (angeregt durch Else) bei deinem alten Forscherfreund Viktor.
Lara @derherbstinmir aber wird demnächst einen Spaziergang mit ihrer Mutter Betti @liebeanalle unternehmen, um ihrem Weg mit dir nachzugehen. Dabei finden die beiden zwar nicht die seltsame Schraube wieder, die in die Tiefe führt, dafür aber das Wolfsbaby, das nach deinem Wunsch Faolan heißen sollte. Erinnerst du dich: http://ask.fm/Klugdiarrhoe/answers/131215103417
Phantastische Grüße
Dein Uri

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