Ich freue mich über die Rückmeldungen zu meiner Film-Unterhaltungsanfrage. Da werden einige Dialoge zustande kommen :) SOKRATES' 262. Folge ist aber schon seit Tagen geschrieben und wartet nur darauf vorher veröffentlicht zu werden, bevor irgendwann einmal «Narr & Narration» entsteht:

Uri Bülbül
So recht aufmerksam war Viktor gegenüber Basti nicht gewesen. Er hatte zwar die Sache mit dem Professor und dem mehrbändigen Werk über die „himmlischen Geheimnisse“ erzählt, aber man konnte wirklich nicht wissen, ob er das mehr sich selbst erzählte oder Basti. Deshalb riss Bastis Stimme, als er fragte: «Wofür beschimpft?» Viktor aus seinen Gedanken. Erstaunt sah er von seinem Computer hoch, als würde er sich über Bastis Anwesenheit wundern. Basti wiederholte seine Frage geduldig: «Wofür, warum hat er den Schreiber der „himmlischen Geheimnisse“ beschimpft? Weil er die Geheimnisse verraten hat?» Viktor war mit seiner Aufmerksamkeit wieder bei Basti: «Nein, weil er das für Humbug hielt! Der Philosophieprofessor war der Meinung, dass man über Geister nichts wissen könne – weder über ihre Existenz überhaupt noch darüber, was sie für Eigenschaften haben!» «Ach ja? Ich habe gehört, die Geister der Toten wissen nicht, dass sie tot sind. Aber die Geister können das ja auch nicht wissen; denn sie sind ja auch nicht tot. Der Körper ist aber tot, aber das wissen dann die Geister auch nicht.» «Es klingt so, als hättest du dein Wissen aus einer schlechten amerikanischen Mystery-Serie», bemerkte Viktor tadelnd. «Was war nun mit diesem Philosophieprofessor? Warum hat er sich so aufgeregt? Ist doch völlig egal, ob man etwas über Geister weiß oder nicht weiß oder ob man sie sehen kann oder nicht sehen kann. Wie kann man sich über so was nur aufregen? Ich habe mein Wissen nicht aus Filmen mit Geistern. Sie sind mir zu unheimlich und wenn ich so einen Film sehe, kann ich dann nachts nicht schlafen. Ich bekomme Angst und denke, die Geister krabbeln unter meinem Bett vor und kitzeln mich an den Füßen, dann wache ich auf, sehe sie und erschrecke mich zu Tode. Darum schaue ich mir keine Filme mit Geistern an. Ich lese auch keine Bücher mit Geistergeschichten drin!» «Schon klar», versetzte Viktor, «Aber du übernachtest bei Bellarosa.» «Ja und? Mit Lara und Rudi! Und am nächsten Morgen sind wir schnell weiter gegangen.»
Als Marcellus Adonis Narrat sich wieder zu Luisa legte, schlug sie die Augen auf, lächelte ihn spontan an, während sie sich an ihn kuschelte. Narrat umarmte sie küssend. Die Flugbegleiterin in der Teeküche hörte bald die Lustschreie des junge Mädchens mit seiner ausgelassenen Leidenschaft. Sie schlürfte ihren Tee umso lauter, um in ihrem Kopf die entstehenden Bilder, die sie anekelten, zu übertönen. Im Cockpit gab der Käptn eine Erklärung für seinen Kopiloten, der nun sein Verbündeter geworden war: «Unsere Flugbegleiterin ist eine Agentin, die den alten Sack, den wir durch die Gegend fliegen überwachen und im Zaum halten soll. Sie weiß nicht wie, aber er hat Wind davon bekommen. Sie erhielt den Befehl per SMS bei unserer Zwischenlandung von Bord zu gehen und zurück zu fliegen. Das kann sie ja nun nicht, weil wir die Zwischenlandung nicht gemacht haben. Darum hat sie mich gebeten.» «Woran soll sie den Alten denn hindern?»

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