Da wartet noch ein Gedankenstrich von @Nicolai1995 auf mich, den ich gerne nutzen möchte, aber auch der Fortsetzungsroman lässt mir keine Ruhe. Wurde er nicht wegen Verführung der Jugend verurteilt? SOKRATES Folge 263:

Uri Bülbül
Ihren Ingwer-Lemmongrastee konnte die Flugbegleiterin nicht so genießen, wie es sich gewünscht hätte. Stattdessen stieg Ärger in ihr hoch. Sie ärgerte sich über sich selbst aber auch über die junge Dame, die sich so leichtfertig diesem Methusalem hingegeben hatte. Ahnte sie denn überhaupt, wohin das führte? Die eine Sache war, dass sie nun ihren ersten Sex mit einem Mann hatte, der gut und gerne ihr Großvater hätte sein können. Das konnte man als unschicklich, unmoralisch, unpassend und wenn man es ganz hart ausdrücken wollte als „pervers“ bezeichnen. Eine siebzehnjährige junge Frau aber sollte auf der anderen Seite so erwachsen sein, selbst zu entscheiden, mit wem sie ihr erstes Mal haben wollte. Sie war zwar minderjährig, aber auch Minderjährige haben ein gewisses Recht auf Selbstbestimmung. Um den alten Lustmolch einer Straftat zu überführen, müsste Prostitution im Spiel sein. Was sich aber im mittleren Teil des Luxusflugzeuges abspielte, war nicht Sex gegen Geld, sondern Sex wegen Dummheit! «Ich würde diesen Kerl nicht näher als zwei Meter an mich heran lassen», sagte sie sich. Dabei ärgerte sie umso mehr, dass er ihr bereits viel näher gekommen war. Der Hals schmerzte noch immer. Aber es sollte ihr nicht um kleinliche Rachegefühle gehen. Es galt, diesem Mann das Handwerk zu legen, wobei selbst ihre Behörde nicht wusste, was dieser Mensch genau betrieb. Die Tochter des Franz-Joseph Metzger in einem Regierungsjet mit einer Blackbox im Gepäckraum mitzunehmen, wovon sie leider nicht wusse, was sich darin befand, war sicher keine Sache des reinen Vergnügens, sondern Teil eines größeren Plans, den sie noch nicht durchschaute. Franz-Joseph Metzgers Tod hatte sich wie Lauffeuer herumgesprochen und alle in hellste Aufregung, wenn nicht gar in schiere Panik versetzt. Die Staatssekretärin aber schien als einzige kühlen Kopf zu bewahren, was sie nicht davor schützte, auch eine falsche Personalentscheidung zu treffen und einen schnöseligen, eingebildeten jungen Mann zur Klärung als Agenten loszuschicken, der in seiner Arroganz nichts anderes erreichte, als die Panik nur noch zu vergrößern. Er stocherte wild und spekulativ im Wespennetz des Polizeipräsidiums herum, bis ein Kommissar ihm eine Falle stellte und ihn einsperrte. Sie hätte ihn ja gerne als Köder benutzt und gesehen, wie weit sie das Spiel im Präsidium noch getrieben hätten. Aber die Staatssekretärin war dagegen gewesen: «Philomena, du arbeitest in dieser Sache bitte nur für mich, ja? Hol diesen Schwachmaten bitte aus dem Gewahrsam – am besten spurlos und katapultier ihn aus der Geschichte, aber bitte so, dass sich am besten niemand mehr auch nur an seinen Namen erinnert! Dann hängst du dich bitte selbst herein. Du hast das nötige Feingefühl und den Gespür für diese heikle Sache. Die Haftprüfung für unseren Agenten hat die Richterin Caroline Bachmann, also schlimmer kann es wirklich kaum kommen. Meinst du, du schaffst es, Ruhe ins Spiel zu bringen?» Philomena hatte versprochen alles zu geben.

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