Lara @derherbstinmir und Betti @liebeanalle finden sich in der Villa wieder. Die Tochter ist endlich wieder aus dem Hattinger Wald zurückgekehrt. Aber ist damit schon wieder alles in Ordnung? SOKRATES Folge 265:

Uri Bülbül
Im Wiedersehen von Mutter und Tochter existierte nichts als ein gewaltiger Sog, kein Wortwechsel, keine Freudenrufe aber auch keine Vorwürfe der besorgten Mutter an die Tochter, wo sie denn gewesen sei und was sie getrieben habe oder ähnliches, als wüsste sie ganz genau, was ihre Tochter durchgemacht haben musste; wobei man sich doch auch eher fragen musste angesichts des äußeren Erscheinungsbildes der beiden Frauen, wer von den beiden mehr gelitten hatte. Es schien doch zumindest äußerlich eindeutig, dass Betti es war, die viel durchgemacht hatte. «Lara, darf ich dich fragen, wo ihr die ganze Nacht verbracht habt, Und wo Basti ist?» fragte der Kommissar behutsam. Lara schien ihn geistesabwesend, wie sie war, gar nicht richtig zu hören. Er versuchte es erneut: «Lara? Wo waren Bast und du die ganze Nacht?» Als sie wieder nicht reagierte, versuchte Betti zu vermitteln: «Das ist Kommissar Hoffmann. Er hat mir netterweise sofort geholfen, als ich mich bei der Polizei gemeldet habe. Ich habe gedacht, dir ist etwas zugestoßen beim Spaziergang. Du bleibst doch sonst nicht so lange weg und schon gar nicht ohne dein Handy. Du warst einfach weg und nicht zu erreichen!» «Keine Ahnung», sagte Lara und überraschte die anderen mit ihrer Frage: «Wie lange war ich weg? Eine ganze Nacht?» Hoffmann betrachtete sie nachdenklich und beantwortete ihre Frage, obwohl er es schon nicht mehr für ganz so sinnvoll hielt, sie über ihren und Bastis Verbleib befragen zu wollen: «Ja, du warst etwa 16 Stunden weg. Normalerweise nehmen wir keine Vermisstenanzeigen unter 24 Stunden auf. Aber ich dachte, bei Betti @liebeanalle mache ich eine Ausnahme, weil sie wirklich sehr besorgt war und sie den Eindruck machte, als wäre sie niemand, die sich zu schnell Sorgen macht.» «Ja, sonst bin ich eher die besorgtere von uns beiden», murmelte Lara. «Apropos besorgt weißt du, wo Basti ist?» unternahm der Kommissar einen letzten Versuch, etwas von Lara zu erfahren. Sie dachte offensichtlich nach, was in ihm die Hoffnung auf eine Information weckte, allerdings vergeblich. Denn sie schüttelte den Kopf. Hoffmann verabschiedete sich von Lara und Betti. Vielleicht konnte jemand vom Personal ja mehr Informationen geben.
Wie einst Wilhelm von Humboldt wollte auch er „ganz Kant“ sein, in seinem System denken, leben und weben. Aber da waren nun diese „Träume eines Geistersehers“; das schmale Bändchen lag neben den gigantischen Türmen der drei Kritiken wie auf einer Waagschale nur auf der anderen Seite der Waage; eine David-gegen-Goliath-Situation, und David schien, oh Wunder, ein ebensolches Schwergewicht zu sein wie das Kritikenteam. Auf der einen Seite Geister und Gespenster, auf der anderen das Dreigestirn der Vernunft: theoretisch, praktisch, ästhetisch. Da waren die apriorischen Urteile, da waren die synthetischen Urteile a priori, da war die transzendentale Logik, die analytischen Urteile, die synthetischen Urteile...

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