Ich habe heute das erste Mal den zweiten Band des SOKRATES-Romans in der Hand gehalten; eine echte Motivation, die 266. Folge zu publizieren.

Uri Bülbül
Die transzendentale Ästhetik schwebte gleich daneben und auf der anderen Seite ein Geisterseher. @Gedankenkammer musste einmal nachfragen, wie Uri Nachtigall all das in seinem Kopf sortierte. Ein sprechendes Delphinkind in seinem Traum, der Sohn einer Delphinmutter namens Ophelia hatte ihm schon eine Menge zu schaffen gemacht. Und das war erst der Anfang. Das sollte der Theaterphilosoph lieber so schnell wie möglich begreifen. Aber worüber genau sollte sich @Gedankenkammer mit dem Theaterphilosophen unterhalten? Über die synthetischen Urteile a priori? Oder über Emanuel Swedenborg? Da war diese eine seltsame Geschichte mit der Witwe eines holländischen Gesandten in Stockholm. Und wenn der Theatermann etwas von einer Witwe hörte, könnte es doch sein Interesse wecken. Eine von vielen Gechichten, die im Zusammenhang mit übersinnlichen Phänomenen gerne erzählt werden: Die Witwe habe einige Zeit nach dem Tod ihres Mannes von einem Goldschmied eine angeblich offene Rechnung erhalten. Die Witwe aber davon überzeugt, dass ihr verstorbener Gemahl viel zu genau und ordentlich gewesen war, um solche Rechnungen unbeglichen liegen zu lassen, fand keine Quittung in den Unterlagen und wandte sich mit ihrem Problem an den Geisterseher Swedenborg. Nach drei Tagen kam Swedenborg mit der Kenntnis des Plätzchens, an dem die Witwe suchen sollte, um die Quittung zu finden: «Die Schuld soll seit sieben Monaten vor seinem Tode Ihres Gemahls bezahlt worden sein, die Quittung können Sie in einem Schrank, der sich im oberen Zimmer befindet, finden. Der Tote hate es genau beschrieben; wenn man an der linken Seite des Schrankes eine Schublade öffne, und ein Brett beiseite schiebe, dann in einer anderen verborgenen Schublade unter der geheim gehaltenen holländischen Korrespondenz des Verstorbenen suche, wäre dort auch die Quittung zu finden.» Und in der Tat fand die Witwe die geheime Schublade und darin wie beschrieben die Quittung. Wie hätte Emanuel Swedenborg von dieser geheimen Schublade wissen können, die nicht einmal die Frau des Verstorbenen kannte? Swedenborg musste mit dem Toten kommuniziert haben. Also sei die Frage neu gestellt: Was können wir wissen? Können wir sicher wissen, dass eine Kommunikation mit Toten unmöglich ist? Und woher nehmen wir uns die Gewissheit?
Da saß @Gedankenkammer vor Schwester Maja, die ihn wohlwollend und geduldig ansah. Der fragende Ausdruck in ihrem Gesicht wirkte auf ihn aber eher wie eine Herausforderung, eine Provokation und Drohung zugleich, als wollte sie sagen: «Was willst du, Kleiner? Obwohl du genau weißt, dass du hier nichts zu wollen hast!» Ben wusste, was er wollte, aber er wusste nicht, wie er es genau formulieren sollte. Nun, da er vor der Schwester, der ungekrönten Königin der Psycho-Villa saß, wurde er unsicher, ob er überhaupt mit ihr über sein Anliegen sprechen sollte. Noch immer betrachtete ihn die Schwester, ohne an Geduld einbüßen zu wollen. Da fiel Bens Blick auf die gelben Legosteine für Basti.

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