Lächerlich, dieser Roman! Ich habe wirklich keine Lust mehr, Folge für Folge zu schreiben und nur Häme, Schimpf und Schande zu kassieren! Ich will mein Talent nicht mehr an SOKRATES verschwenden!!!

Uri Bülbül
Ha, ha, Fakenews im postfaktischen Zeitalter :) Und weiter geht es mit der Folge 270:
Er hatte nur kurz in diese Augen geschaut und womöglich bildete er sich alles Weitere nun ein, aber er hatte den Eindruck, dass sie gerne verstanden werden wollten, aber es schon aufgegeben hatten, je irgendwohin zu blicken, wo Verständnis für sie war. Polarlichter vielleicht oder weite, weite Fernen, astronomische Entfernungen voller Sehnsucht konnten womöglich einen Funken Verständnis für sie haben. «Ich muss verrückt sein», dachte er. Dieses Mal sprach er es aber nicht aus. Das hätte ihn sonst völlig in den Wahnsinn getrieben. «Was geschieht hier mit mir?» fragte sich Ross. Sein Herz klopfte seltsam aufgeregt; er war in innerer Aufruhr. Hatte er eine Panikattacke? Und warum musste er ausgerechnet in dieser Panikattacke an die schwarzhaarige Fee denken, an diese mysteriöse Erscheinung mitten in der Nacht im Polizeipräsidium? Wie konnte sie an den Wachposten vorbei ins Haus gelangt sein? Hatten die Videokameras nichts aufgezeichnet? Ich muss sie wiederfinden, dachte er, obwohl er sich in der Blackbox in einer aussichtslosen Situation befand. Das Schwanken des Bodens, die Schieflage, der Druck auf den Ohren machten ihn benommen. Und er hätte vor Schmerzen aufschreien können, als ihm einfiel, wie er das erste Mal Johanna erniedrigte. «Nielam! Nenn mich „Nielam“! Ich will deine Nielam sein! Dir gehorchen! Bitte, bitte, schlag mich nicht!» Er hatte gar nicht vor, sie zu schlagen. Er war irritiert, aufgewühlt und, als er in ihre Augen sah, ihre Lippen, ihre Zunge im leicht geöffneten bettelnden und bittenden Mund, wurde er auch erregt. «Bitte, schlag mich nicht!» kam ihm vor wie eine Aufforderung, genau und gerade das zu tun, obwohl er zögerte.
Betti, vollkommen erleichtert, ihre Tochter Lara wohlbehalten wieder bei sich zu haben, hatte sich in die Badewanne gelegt. Ein Entspannungsbad war im Moment genau das Richtige für sie. Danach wollten Lara und sie zum Mittagessen in den Speisesaal. Völlig unbeschwert saß Lara im Zimmer auf ihrem Bett und spielte mit ihrem Smartphone. Sie hatte auf ihrem Spaziergang überhaupt keine Photos gemacht – weder mit ihrem Smartphone noch mit ihrer Spiegelreflexkamera. Etwas ungewöhnlich war das für sie schon, dass sie ganz ohne Fotoausbeute von einem Spaziergang zurückkam. Immer wenn Betti im Bad die Augen schloss, hatte sie Bilder vom nächtlichen Wald vor Augen, Schatten, Äste, Baumstämme, die in ihren Rumpfen Gesichter aus Rinden hatten, deren Augen Betti anstarrten. Und es beunruhite sie auch, dass Basti mit Lara nicht zurück gekommen war, obwohl Schwester Maja meinte, das sei für Basti nicht ungewöhnlich. Zu gerne hätte Betti gehört, was Basti von diesem Spaziergang zu berichten hatte. Kurz schlummerte sie in der Wanne ein, schrak aber gleich wieder auf, weil sie den heranrasenden Porsche vor Augen bekam. Der Entspannungszusatz im Wasser brannte in ihren Schürfwunden. Sie hatte keine Lust mehr, sich im Bad zu entspannen.

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