Vielen herzlichen Dank für Pseudonyms @Gehirn_Zelle Auftritt im SOKRATES-Roman*. Es ist die Begegnung zweier wunderbarer Frauen. SOKRATES Folge 280: __________ * http://ask.fm/Gehirn_Zelle/answers/140366601186

Uri Bülbül
Der Fahrer der Limousine rührte sich nicht. Pseudonym öffnete die Tür selbst, grüßte während sie die Treppen empor stieg mit einem nicht unfreundlichen kurzen, knappen Kopfnicken. «Philomena @Phinaphilo?» Das knappe Kopfnicken wurde nun erwidert. Die beiden Frauen standen einander gegenüber. Pseudonym gab ihr die Hand. «Ich habe den Auftrag, Sie in die Botschaft nach Rabat zu begleiten für neue Instruktionen und Aufgaben.» Sie hatten das Flugzeug betreten. «Ich hole meine Tasche», sagte Philomena, während Pseudonym einen Blick ins Cockpit warf, wo der Kopilot sie kühl musterte. Überrascht sah die Assistentin des Militärattachés, wie hinter Philomena der Käptn aus der Teeküche kam. Warum konnte sie intuitiv das Gefühl nicht loswerden, dass sich die beiden umarmt hatten? Das gehörte nicht in den Bericht. Aber @Gehirn_Zelle ging durch den Kopf, was sie unlängst geschrieben hatte: «Schnee gleich fielen Worte nieder. Doch sie bedeckten nichts, sie schillerten, tanzten, belebten. Küsse des Himmels, die zurück ins Leben führten. »1 Manchmal mochte sie ihre eigene poetische Ader nicht. Denn dadurch wurde nicht nur etwas ausgedrückt, was in ihr war; der Ausdruck spiegelte den Schmerz noch einmal, so dass eine Empfindung, eine Intuition, ein Hauch von Ahnung, doppelt Weh tat! Pseudonym ging auf den Käptn zu, ohne zu verhehlen, dass unabhängig davon, wie sympathisch sie ihn fand, sie ihre Aufgabe zu erfüllen sich fest entschlossen hatte. «Käptn, hier ihr Marschbefehl! Sie verlassen mit Ihrem Kopiloten die Maschine, haben 24 Stunden freien Aufenthalt in Casablanca und fliegen morgen zurück nach Ramstein! Ihnen wird der Jet morgen hier wieder übergeben.» Reglos wartete er auf weitere Anweisungen. Pseudonym aber hielt ihm lediglich einen versiegelten Briefumschlag hin. «Küsse des Himmels, die zurück ins Leben führen». Sie wandte sich ab von ihm. Was rührte sie in diesem Moment in diesem Flugzeug? Sie musste an die Luft. Philomena stand schon auf der Gangway. Als sie Pseudonyms Kommen bemerkte, setzte sie, ohne einen Blick zurück ihren Weg nach unten fort. Die Frauen stiegen ins Auto. «Manchmal ist ein Auftrag ein Geschenk, nicht wahr?» sagte Pseudonym in die schon seit Minuten drückende Stille. «Manchmal ist selbst der Schmerz ein Geschenk», erwiderte Philomena. «Was bedeutet Schenken für dich? Hast du „Richtlinien“, in denen du dich dabei bewegst? Wo liegen deine Grenzen?» fragte sich @Gehirn_Zelle leise, nein, stumm in sich hinein. So schnell würde diese Frage sie nicht loslassen. Und selbst wenn sie die Frage auf dem ask-Forum an ihre Verfolgten hinaus schickte und selbst, wenn jemand ihr die Frage wieder zurückgab, sie würde nicht verschwinden. «Bist du schon mal jemandem begegnet – ich meine wirklich begegnet? - Zwei Parallelen seid ihr, die sich im Unendlichen schneiden; einmal an einem Punkt und sich wirklich sehen, tief ineinander schauen können, einander erkennen und lieben und verlieren?» Klang nach @Klugdiarrhoe!

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