Was geht denn da ab, Herr Kommissar? SOKRATES Folge 282:

Uri Bülbül
«Ich habe in der Villa erfahren, dass Sie Lara und Basti gesucht haben. Lara ist wieder aufgetaucht, und Sie haben die Suche scheinbar abgebrochen. Oder haben Sie Basti auch schon gefunden?» «Schwester Maja...» «Schwester Maja!» «...Schwester Maja jedenfalls ist der Meinung, dass Basti häufiger solche Ausflüge macht und sicher nicht als vermisst zu melden ist. Aber mein Freund Friedhelm Förster...» «Ja?» «Und Sie? Darf ich Ihren Namen erfahren?» «Aber ja, sehr gerne. Ich heiße Nadia.» «Was hat Ihre Freundin, wenn ich fragen darf.» «Sie hatte auf dieser Strecke hier einen Verkehrsunfall. Sehen Sie dort! Da vorne ist die Stelle.» «Kommissarin Metzger ist eine Freundin von Ihnen?!» «Schauen Sie nach vorne, Herr Kommisar! Sie fahren zwar nicht so schnell, aber Sie sollten dennoch achtsam sein.» «Was haben Sie hier so allein im Wald gemacht? Wohnen Sie hier in der Nähe?» «Sie meinen, ob ich Patientin in der Villa bin?» «Sind Sie es denn?» «Darf das mein Geheimnis bleiben?» «Sehr gerne, wenn Sie es mit mir teilen!» «Werden Sie auch mal ein persönliches Geheimnis mit mir teilen? Dann können wir Freunde werden.» «Wir wären sehr ungleiche Freunde. Verzeihen Sie meine Neugier. Aber sie gehört zu meinem Beruf. Ich hätte so gerne gewusst, wo Sie die Kollegin Metzger kennengelernt haben.» «Nicht in der Villa! Diesbezüglich kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen, Herr Kommissar.» «Sehr schade, aber seien Sie versichert, es ist mir dennoch eine große Freude, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben!» «Flirten Sie etwa mit mir, Herr Kommissar?» «Ich...» «Oh, Sie werden ja rot! Ich lernte Johanna in Antonios Restaurant kennen. Ich esse gelegentlich dort. Er hat eine sehr gute vegane Küche; auch wenn ich ihm verüble, dass er nicht ausschließlich vegan kocht. Johanna sprach mich einmal auf mein Essen an; so kamen wir ins Gespräch und freundeten uns an. Zufrieden?» «Vielen herzlichen Dank, Nadia. Sie sind überaus freundlich! Kennen Sie auch Luisa, Johannas Schwester?» «Nein, ich wusste nicht, dass Johanna eine Schwester hat. Sie können mich dort an der Bushaltestelle raus lassen. Von da aus nehme ich den Bus ins Krankenhaus. Vielen Dank, Herr Kommisar.» «Ich kann Sie auch ins Krankenhaus fahren, ist mir ein Vergnügen!» «Nein, danke, Herr Kommissar, Sie sollten zu Ihrer Verabredung mit der Frau Richterin nicht zu spät kommen – und schon gar nicht meinetwegen. Hier trennen sich unsere Wege, Herr Kommissar.» «Ich... ich würde mich gerne noch einmal mit Ihnen unterhalten, kann ich Ihre Telefonnummer haben?» Sie schüttelte den Kopf. «Wenn ich mich mit Ihnen unterhalten will, melde ich mich bei Ihnen, Herr Kommissar.» Damit ließ Nadia den verblüfften Hoffmann völlig übertölpelt in seinem Auto sitzen. Fast eine halbe Stunde kam er schwitzend und keuchend zu spät zu seinem Rendezvous mit der Richterin, die schon den Annäherungsversuch des lästigen Investigators abgeschmettert hatte: «Darf ich mich zu Ihnen setzen, Frau Richterin?» «Nein, ich warte auf meinen Mann!»

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Vanity@Gehirn_Zelle