Wenn @Gedankenkammer auf Lara @derherbstinmir und ihre Mutter @liebeanalle trifft, aber seine Gedanken in einem philosophischen Sumpf stecken... SOKRATES Folge 285:

Uri Bülbül
«Ich gestehe, daß ich sehr geneigt sei, das Dasein immaterieller Naturen in der Welt zu behaupten und meine Seele selbst in die Klasse dieser Wesen zu versetzen. Alsdann aber, wie geheimnißvoll wird nicht die Gemeinschaft zwischen einem Geiste und einem Körper?» «Shakespeares Hamlet hatte mehr begriffen als Kant, als er sagte: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich's träumen lässt!“ Kant dogmatisiert die Schulweisheit der Mechanik, dass zwei Körper nie denselben Raum einnehmen können. Descartes beispielsweise versuchte wenigstens neben der ausgedehnten Substanz eine weitere nicht ausgedehnte Substanz als Kategorie zuzulassen. Er nannte es die denkende Substanz. Das löste zwar das Problem nicht, wie die nicht ausgedehnte auf die ausgedehnte Substanz einwirken könne, aber immerhin gab es zwei substantielle Seinsarten. Kant macht in „Träume eines Geistersehers“ einen philosophischen Schritt, der so fehlerhaft ist, dass man es von einem Philosophen seiner Größe nicht erwartet hätte: er versucht mit physikalischen Gesetzen nicht physikalische Phänomene zu erklären. Später erweitert die Physik ihre Grenzen von sich aus, weil sie sich mit thermodynamischen und quantenphysikalischen Phänomenen konfrontiert sieht. Kants Physik aber ist reine Mechanik, die Lehre von den Körpern und ihren Bewegungen und Kräften. Man kann auch sagen: Kant versucht mit Machanik Dinge zu erklären, die sich mit Mechanik nicht erklären lassen.» Wieder war @Gedankenkammer drauf und dran sich umzusehen. Aber noch bevor er seinen Kopf aus den Gedanken erhob, kam ihm Laras Blick in den Sinn, ihre strahlenden Augen und die Schamesröte stieg ihm ins erglühende Gesicht. «Wie hübsch sie ist», dachte er, «eine seltene Rose!» Er musste schon fast vor Anstrengung schwitzen, bei dem Versuch, sich nicht noch einmal nach Lara umzusehen. Sie und ihre Mutter waren nach Benjamin in den Speisesaal gekommen und waren vor ihm schon mit dem Essen fertig und gingen. Für @Gedankenkammer wurde es auch höchste Zeit, auf sein Zimmer zu gehen. Am Nachmittag wollten Doktor Zodiac und Schwester Maja mit ihm sprechen. Aber kaum auf seinem Zimmer steckte Ben wieder mit seinen Gedanken in Kants „Träume eines Geistersehers“ und Uri Nachtigalls „Paradieseologie“ fest: «Aber wie natürlich ist nicht zugleich diese Unbegreiflichkeit, da unsere Begriffe äußerer Handlungen von denen der Materie abgezogen worden und jederzeit mit den Bedingungen des Druckes oder Stoßes verbunden sind, die hier nicht stattfinden? Denn wie sollte wohl eine immaterielle Substanz der Materie im Wege liegen, damit diese in ihrer Bewegung auf einen Geist stoße, und wie können körperliche Dinge Wirkungen auf ein fremdes Wesen ausüben, das ihnen nicht Undurchdringlichkeit entgegen stellt, oder welches sie auf keine Weise hindert, sich in demselben Raume, darin es gegenwärtig ist, zugleich zu befinden?» @Gedankenkammer unterstrich die Worte „wie... eine immaterielle Substanz der Materie im Wege liegen“.

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